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  Marianna Jäger, "Lebzelter Mariandl" von Schwaz
 

 

Mai 1809

Erzählungen in Menge gingen alsbald durch das Land, welche meldeten vom Opfer- und Wagemut, worin dieser und jener hervorleuchtete. Auch kampflustige Dirnen mischten sich in die Reihen, nicht bloß um Verwundete zu pflegen, sondern auch beim Gefechte mitzuhalten. Lange nachher erinnerte man sich der "Lebzelter Mariandl" von Schwaz, welche im dichtesten Raufgewühle ihre Kugeln verschoss und einen feindlichen Soldaten — es war bei der Haller Brücke — in den Fluss schleuderte.

Auch bei Heilmann p. 178 wird der Überlieferung von diesem "Mannweib" gedacht.

Quelle: Tirols Erhebung im Jahre 1809, Josef Hirn 1909, S. 479 u. 480

Die mittags einlangenden Nachrichten von heftigen Bränden zwischen Rotholz und St. Margareten und die Erzählungen von den fürchterlichen Ereignissen an der Zillerbrücke und im Dorfe Straß zeitigten bei den wehrhaften Männern des Marktes den Mut der Verzweiflung. Zu den Kampfbegeisterten gehörte insbesondere Marianna Jäger, "Lebzelter-Mariandl" genannt, ein Mannweib, das den Stutzen wie der beste Schütze zu führen verstand und ebenso sachverständig Tabak rauchte. Sie wohnte in der Schul-(Tannenberg-) Gasse.

...und ein Offizier soll von der Lebzelter-Mariandl vom Pferde geschossen worden sein.

Quelle: Josef Friedrich Mair, Schwaz in Kriegs- und Feuersnot, 1929

"Bei diesen Kämpfen soll sich besonders auch die Schwazer Geschirrhändlerin Maria Anna Jäger, im Volksmund "Lebzelter Mariandl" ausgezeichnet haben.Sie war damals ein rüstiges Weib von 28 Jahren, mit einem Stutzen bewaffnet. Sie diente während des ganzen Feldzuges (1809) unter Speckbacher. Wie es hiess, war sie kaltblütig genug, ihr Gewehr nicht eher abzudrücken, als der Feind sich ihr auf 100 bis 150 Schritte genähert hatte (Marianne Jäger, die größer als ein sehr großer Mann war, starb laut Totenbuch am 26. Mai 1850 im Haus Nr. 12 auf der Einöde im 71. Lebensjahr)."

Quelle: Der Augenzeugenbericht (von "L.J.S.") in: P. Thomas Naupp OSB, Augenzeugen über die Geschehnisse des Freiheitskampfes von 1809 in Schwaz, in: Heimatblätter, Schwazer Kulturzeitschrift, Nr. 65/2009, S. 29.

   
  Quellen: wie angegeben, zusammengestellt von Wolfgang Morscher.
 

Rechtschreibung behutsam angepasst.
© digitale Version www.SAGEN.at, Wolfgang Morscher 2009.