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Der Ordnung nach numeriret Teil 1: Die Geschichte der Hausnummern in Wien Bis zum Jahr 1763 waren in Wien die Häuser nicht nummeriert. Hauszeichen, die an den Fassaden angebracht dienten zur leichteren Auffindung. Nicht nur in der eigentlichen Stadt, dem heutigen Ersten Bezirk, sondern auch am Land, in den Vororten waren diese Zeichen, von denen einige noch heute erhalten sind, üblich Die Adresse lautete damals nicht, wie heute etwa Wien 7., Mariahilferstraße 45, sondern
oder Wien 1., Bäckerstraße 12, sondern Einige schöne Beispiele für Hauszeichen und deren Geschichten sind in der Dokumentation "Wo der Wolf den Gänsen predigt" zusammengefasst. Im Jahr 1770 wurden aus zwei Gründen „alle Häuser … worinnen Partheyen wohnen oder wohnen konnten … der Ordnung nach numerieret und nach ihren numeris beschrieben“. Zum einen benötigte der Staat dringend Geld, um seine Schulden zu tilgen, zum zweiten und vor allem wollte das Militär alle wehrfähigen Männer erfassen. In Wien wurde die Zählnummer, die sogenannte Konskriptionsnummer in roter Farbe an der Fassade des Hauses angebracht. Die Nummerierung erfolgte willkürlich. Entlang des Weges, den die Kommmissionen gingen, wurden sie der Reihe nach vergeben. Lediglich die Hofburg erhielt, da der Kaiser mit gutem Beispiel vorangehen wollte, die Nummer 1. Das Haus „Allwo die Kuh am Brett spielt“, zum Beispiel, wurde zum „Haus Numero 769“: Eine der wenigen erhaltenen Nummern aus dieser ersten Konskription findet sich auch auf dem Haus Wien 1., Kleeblattgasse 5: Die so neu geschaffene Adressierung wurde von der Bevölkerung recht schnell angenommen. Bereits vier Monate nachdem die neuen Nummern angebracht waren, erscheint im Wiener Diarium (der heutigen Wiener Zeitung) vom 5. Jänner 1771 der erste Verweis auf eine Konskriptionsnummer: Ein Klosterneuburger bietet zwei Häuser zum Verkauf an: Wenige Tage später, am 2. Februar 1771 sucht ein Wiener sein aus der Bognergasse Nro. 222 entlaufenes, “ganz weißes Bologneserhündl, ein Mändl, welches blaue Augen hat“.
In weiterer Folge wurden die Nummern der Reihe nach, so wie die Häuser errichtet wurden, vergeben. Das führte zu einem heillosen Durcheinander und daher werden im Jahr 1874 die Konskriptionsnummern neu vergeben. Sie werden nicht nur außen angebracht sondern auch in den Hauseingängen montiert, wie etwa diese in der Bäckerstraße in Wien 1.
Als 1850 die Vorstädte (Die Bezirke 2 bis 9) eingemeindet wurden, wurde ein neues System notwendig. Die Häuser wurden Straßenweise nummeriert. 1862 war das Geburtsjahr der wiener Hausnummern, wie wir sie heute kennen. Die Bezeichnung folgt einem ausgeklügelten System:
Bei den an den Häusern angebrachten Tafeln und die Tafeln der Straßennamen hatte auch die Form eine Bedeutung:
Auch die Farbe der Tafeln hatte ihre Bedeutung: Grundsätzlich auf weißem Hintergrund mit einer Umrandung waren
Die neun Bezirke trugen jeder eine andere Umrandungsfarbe: 1. Bezirk: rot 4. Bezirk: rosa 5 .Bezirk: schwarz 7. Bezirk: blau Als die Vororte außerhalb des Gürtels eingemeindet wurden, wurden auch hier ab 1890 die Hausnummern und Straßentafeln nach diesem System, allerdings einheitlich mit rotem Rand, ausgeführt.
Seit 1923 sind alle Tafeln blau, in lateinischer Schrift und mit einem weißen Rand versehen. Heute regelt das Landesgesetz ABl 1958/100 vom 24.10.1958 das einheitliche Aussehen von Hausnummern.
weiter zu Teil 2: Die Geschichte der Hausnummern in Wien Fragen und Diskussion zur Geschichte der Hausnummern in Wien nur in unserem Forum! Quellen: - Anton Tantner: Ordnung der Häuser, Beschreibung der Seelen - Hausnummerierung und Seelenkonskription in der Habsburgermonarchie. - Webpräsenz der Gemeinde Wien
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