Der Kirchenbau von Johannisberg (Piargy)

Kirchenbau von Johannisberg (Piargy) Johannisberg (Piargy), heute Kremnické Bane, Slowakei Kategorie: Kirchenwundersagen / Quellensagen

Als man einst die Kirche in Johannisberg bauen wollte, hatte man sich einen ganz anderen Ort für den Kirchbau ausgesucht. Der Bauplatz war bereits abgesteckt, die Fundamente wohl vorbereitet und mit der Errichtung der ersten Mauern hatte man begonnen. Jetzt sollte man wissen, dass es hier in der Nähe auch den Berg Dornstein gab, und der hatte seinen Namen nicht von ungefähr, denn in der ganzen Umgebung wuchsen Dornbüsche. Als die Arbeiter an diesem Morgen mit den Arbeiten fortsetzen wollten, begann auf einmal einer der Büsche von selbst an zu brennen, und eine Stimme aus dem Nirgendwo rief: „Hier nicht!“ Die Arbeiter hörten nicht darauf, bauten weiter, aber sie staunten nicht schlecht, denn als sie am kommenden Morgen wieder an den Bauplatz kamen, hatte eine unsichtbare Macht alle Mauern wieder eingerissen. So baute man die Kirche dann an einer anderen Stelle, weiter oberhalb der alten Stelle, und dort steht sie heute und hat Jahrhunderte überlebt. An der ursprünglichen Stelle begann aber auf einmal eine Quelle zu sprudeln, die wohl heilende Wirkungen hatte; damit wäre der Bauplatz sowieso nicht geeignet gewesen. Die Wirkung hielt lange an, doch eines Tages benetzte jemand seinem Pferd mit dem Heilwasser die Augen, was zur Folge hatte, dass die Heilwirkung wieder verloren ging.

Anmerkung: Überliefert in der Familie des Einsenders; aufgezeichnet von Lars Weyerstraß im Jahr 2026. Die Sage wurde in Johannisberg (Piargy) tradiert, einem ehemals karpatendeutschen Ort im Hauerland. Mündliche Quelle: Franz Tielesch.

E-Mail Zusendung von Lars Weyerstraß, Mai 2026.