Vor nicht langer Zeit lebte eine Bäurin, die mehr als das Vaterunser konnte. Wenn sie "Kübele" schlagen wollte, gab sie anstatt des Rahmes Milch hinein und nahm doch den größten Butterknollen heraus.
Einem Knecht kam dies sonderbar vor und er beobachtete genau das Tun
und Treiben der Bäurin. Da sah er endlich, daß sie, bevor sie
anfing zu schlägeln, den Kübelstecken mit einer Salbe bestrich
und allerlei wälschte. Dadurch zauberte sie fremde Butter in ihren
Kübel. Sie hatte aber doch keinen Segen Gottes; denn bei allen Butterhexen
heißt's halt: "Wie gewonnen, so zerronnen." (Passeier.)
Quelle: Zingerle, Ignaz Vinzenz, Sagen aus Tirol, 2. Auflage, Innsbruck 1891, Nr. 749, S. 422