Im Hintergrunde des Rautales, vor dem übergang über Fodaravedla
nach Ampezzo, findet man eine auffallend große Menge von Ameisenhaufen.
Man erzählt davon, daß die Ameisen aus dem ganzen Tal hiehergewandert
wären, wo sie keine Kirchenglocken mehr läuten hörten und
darum in ihrer Arbeit nicht gestört würden, denn so weit sie
die Glocken hörten, brächten diese Tiere keinen guten Weihrauch
zustande. In der Tat enthalten diese entlegenen Ameisenhaufen vielen und
guten Weihrauch, der früher so geschätzt wurde, daß die
Enneberger ihn da sogar für den Gottesdienst zu holen pflegten.
Quelle: Heyl, Johann Adolf, Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol, Brixen 1897, S. 651