SAGEN.at - Sagenwanderung Seefelder Plateau

In Kooperation mit den Lokalen Bezirksblättern

   

Sagenwanderung Seefelder Plateau
Sagenwanderung von Seefeld zum Riesenhaus in Leithen

Mit der Bahn genießen wir das aussichtsreiche Panorama von der Martinswand und fahren bis Seefeld.
(wählen Sie zur besseren Aussicht die linken Sitzbänke in Fahrtrichtung)

Dort können wir in der Pfarrkirche Oswald Milser's Hostienwunder, siehe die Überlieferung durch Zingerle, Grimm, Bader, nachspüren, die "Heiligblut-Kapelle" ist in der sehenswerten, gotischen Pfarrkirche integriert. Die Sage vom "Mittagsteufel" ist weniger bekannt und beruht auf einer wahren Begebenheit.

Vom Kirchplatz weiter gehts zum berühmten Seekirchl, die Klosterstrasse oder auch der Maximilianweg führen beide zum Ziel. Das eigentliche wundertätige Kreuz, von dem schon Erherzog Leopold angetan war, existiert heute nicht mehr. Die Gründungslegende wurde aber bildlich umgesetzt. Zudem ist die vorhandene, fast lebensgroße Christusfigur welcher Haare wachsen sollen, mit einer Sage verbunden, .

In der Senke, die wir südwärts durchschreiten, soll sich einst ein See mit Drachen befunden haben und wirklich wurden hier von Paläontologen Dinosauriervorkommen nachgewiesen. Am Wildsee entlang geht's weiter Richtung Reith-Leithen, dem Kampfplatz der Riesen Haymon und Thyrsus zu. Das Thyrsenblut (Steinöl, Ichtyol) wird heute noch in der Seefelder Maxhütte industriell abgebaut, das Werk ist aber nicht frei zugänglich.

Wandern nach Sagen, Seefelder Plateau © www.SAGEN.at

Sagenwanderung Seefeld - Reith
© Berit Mrugalska, Juli 2005

Unser Weg führt uns vorbei an Wildgehegen, die Rehe und Hirsche können mit angebotenen Mais gefüttert werden. Wir kommen zum "Gstoag", wo schon in der Sage Bauern von Katzen verfolgt wurden. Den alten Holzbildstock von 1611 konnten wir nicht mehr ausfindig machen, er wurde aus Dank einer Kindesauffindung aufgestellt.

Reith bei Seefeld, Brunnen © www.SAGEN.at

Eindrücke Reith
© Berit Mrugalska, Juli 2005

Nach etwa 2 Stunden Gehzeit erreichen wir Reith, ein Dorf, das im 2. Weltkrieg tragische Ereignisse durchmachen musste. Die Bombardierungen im März, April 1945 hatten es dem Erdboden fast gleichgemacht. Der Künstler Johann Obleitner, 1893 in Absam bei Innsbruck geboren,wählte Reith (Leithen) als Alterswohnsitz und so ist es nicht weiter verwunderlich, zahlreiche Arbeiten von ihm hier vorzufinden. So zum Beispiel die Türen der Pfarrkiche, auf denen der Kampf der Riesen, umrahmt von einem Drachen, dargestellt ist.

Sunnroan Weg, Reith, Tirol © www.sagen.at

"Sunnroan Weg"
Kulturwanderweg Reith mit herrlicher Aussicht über das Inntal
© Wolfgang Morscher, Juli 2005


Auch die Brunnenfigur neben der Pfarrkirche stammt von Johann Obleitner, etwas unterhalb nehmen wir den Kulturwanderweg und folgen der Römerstrasse über den "Römerstein". Links weiter in den Kalktalweg der in den Reithener Waldweg übergeht und nach Leithen führt. Durch den romantischen Föhrenwald gelangen wir zur Station 6 vom Kulturwanderweg, welche nicht nur einen Madonnenbildstock zeigt, sondern auch von einer Sage berichtet.

"Römerstein", Meilenstein in Reith, Tirol © www.SAGEN.at

Der "Römerstein"
Meilenstein in Reith
© Wolfgang Morscher, Juli 2005

Wir erreichen Leithen, vorbei an einem alten Bienenhaus und der Magnuskapelle und erahnen schon aus einiger Entfernung das Riesenhaus. Haymon mit Schwert und Rüstung, Thyrsus riß sich zur Verteidigung eine Birke aus. Das Fresko stammt aus 1537, eine Aufschrift beschreibt den Riesenkampf, rechts sehen wir zwei Wappen, das Bindenschild und der Tiroler Adler. Vergessen Sie nicht sich auch die Westfassade anzuschauen!

Wer noch Lust und Laune hat kann über den Leithener Wiesenweg nach Reith zurückkehren, die Pestsäule von 1637 ist ebenfalls sehr sehenswert. Ansonsten kehren wir um zum Leithener Bahnhof und beenden unsere Wanderung, die vielleicht lang, aber ohne Steigungen ist.

Volkskunst, Leithen, Tirol © www.SAGEN.at

Volkskunst-Wandbild
gemalt von Johann Obleitner
© Wolfgang Morscher, Juli 2005

Diese Wanderung ist familienfreundlich, die Wege sind breit, gut beschildert und führen abwärts. Je nach körperlicher Verfassung kann in Seefeld, Reith und Leithen der Zug stündlich bestiegen werden. Es gibt mehrere Einkehrmöglichkeiten.

Eine Aufmunterung noch für die Heimfahrt: Die "Amashexen" aus der Region brachten die Ameiseneier als Vogelfutter zum Innsbrucker Markt und gingen am selben Tag retour…

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