Das karelische Wunder € Kishi
© Oksana Fedotova

Das karelische Wunder € Kishi, Teil 1
Das karelische Wunder € Kishi, Teil 2
Das karelische Wunder € Kishi, Teil 3

Neben dem Jakowlew-Haus sind einige Wirtschaftsbauten.

Dieser Getreidespeicher stammt aus dem karelischen Dorf Peldoshi, gebaut aus Kiefernholz:

Getreidespeicher Kishi © Oksana Fedotova

Getreidespeicher, Ende des 18.-Anfang des 19.Jh., restauriert 1960

Dieser Bau weist eine besondere nagellose Dachkonstruktion auf: die Traufbohlen stützen sich nicht auf  Traufhaken, sondern auf Konsolen der Blockwände.

Dachkonstruktion des Getreidespeicher, Kishi © Oksana Fedotova

Dachkonstruktion des Getreidespeichers

Vor dem Zerlegen der Häuser und Transportieren ins Museum nummerierte man alle Balken der Bauten mit Hilfe von kleinen Blechschildchen, um den weiteren Wiederaufbau zu erleichtern.

Die Türe der Getreidespeicher und anderer Wirtschaftsbauten hatten unten ein kleines Loch für die Katzen.

Tür des Getreidespeichers, Kishi © Oksana Fedotova

Die Tür des Getreidespeichers


Ein anderes Denkmal der Holzbaukunst € das Gedenkkreuz auf einem Balkenpostament unter dem Schutzdach, verziert mit dekorativer Schnitzerei.

Gedenkkreuze waren ein typischer Sakralbau in nördlichen Dörfern. Sie standen an Ufern der Flüsse, in den Feldern, neben den Häusern. Dieses Kreuz wurde aus dem Dorf Tschujnawolok gebracht, wo es neben der Elia- und Nikolauskapelle in einem Fichtenwald stand.

Gedenkkreuz, 18.Jh., Kishi © Oksana Fedotova

Das Gedenkkreuz, 18.Jh., 1970 restauriert


Die Gedenkkreuze stellte man zur Erinnerung an ein Ereignis oder zum Gedenken an gestorbene oder verschollene Menschen auf. Dieses Kreuz wurde zum Andenken an den Sieg Russlands über Napoleon Bonaparte im Vaterländischen Krieg 1812 errichtet.

Gedenkkreuz, Kishi © Oksana Fedotova

Das Gedenkkreuz



Die Hauptsehenswürdigkeit von Kishi ist jedoch der Kishi-Kirchhof. Dieses einmalige Ensemble besteht aus der Christi-Verklärungskirche, Maria-Schutz-Kirche und dem Glockenturm.

Kishi-Kirchhof, Kishi © Oksana Fedotova

Kishi-Kirchhof


Dazu gehört noch die Umfriedung, der steinerne Teil stammt aus dem Jahr 1800, der Holzteil wurde 1959 rekonstruiert.

Kishi-Kirchhofes und die Maria-Schutz-Kirche, Kishi © Oksana Fedotova

Die Umfriedung des Kishi-Kirchhofes und die Maria-Schutz-Kirche


Das Ensemble des Kishi-Kirchhofes mitsamt der Umfriedung wurde 1990 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes eingetragen.

Der bedeutendste Bau des Kishi Ensembles, der alle Besucher verzaubert, ist die Christi-Verklärungskirche.

Christi-Verklärungskirche, Kishi © Oksana Fedotova

Die Christi-Verklärungskirche

Die 37 Meter hohe Kirche wurde 1714 auf der Insel Kishi nach alten Traditionen der Zimmerkunst € ohne Nägel - erbaut. Die Namen von Zimmerleuten sind unbekannt, laut der verbreiteten Legende wurde sie vom berühmten Baumeister Nestor gebaut. Die Legende erzählt, wie Nestor, nachdem die Arbeit an der Kirche beendet war, seinen Axt in den Onegasee warf mit den Worten: €So eine Kirche gab es nie, es gibt keine zweite und es wird nie so eine geben!€

Die Verklärungskirche ist mit 22 silberfarbigen Kuppeln gekrönt, das ist die letzte erhalten gebliebene Holzkirche im heutigen Russland, die so viele Kuppeln besitzt. Als Baustoff für die Kuppeln diente Espenholz, während der Baukörper selbst aus Kiefernholz gebaut wurde. Die Zwiebeln der Kirche zählen insgesamt mehr als 30 000 Platten.

Kuppeln der Christi-Verklärungskirche, Kishi © Oksana Fedotova

Die Kuppeln der Christi-Verklärungskirche

Kishi, Kuppeln der Christi-Verklärungskirche © Oksana Fedotova

Die Kuppeln der Christi-Verklärungskirche


Die unheizbare Verklärungskirche war als Sommerkirche gedacht und Gottesdienste wurden hier nur im Sommer durchgeführt. In Betrieb war sie bis 1937. Die Restauration erfolgte 1949-1959, heute ist die Kirche in einem sehr schlechten Zustand. Sie wird vom Einsturz durch ein Stahlgerüst im Inneren bewahrt.  
1764 wurde neben der Verklärungskirche die heizbare Winterkirche - Maria-Schutz-Kirche errichtet.

Maria-Schutz-Kirche, Kishi © Oksana Fedotova

Die Maria-Schutz-Kirche


Sie ist nicht so reichlich wie die Christi-Verklärungskirche geschmückt, sie besitzt nur neun Kuppeln € die zentrale Kuppel wird von den anderen acht Kuppeln umgeben. 

Kuppeln der Maria-Schutz-Kirche, Kishi © Oksana Fedotova

Die Kuppeln der Maria-Schutz-Kirche

Die Maria-Schutz-Kirche war bis 1937 in Betrieb, wurde dann 1956-59 restauriert und seit 1994 findet in der Kirche in der Sommerzeit Gottesdienst wieder statt.

Alle Fotos 24.Juli 2007


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