SAGEN.at - Kalvarienberge und Kreuzwege in Österreich

Kalvarienberge und Kreuzwege in Österreich © Harald Hartmann

Kreuzweg, Bisamberg © Harald Hartmann

Der für uns gekreuzigt worden ist
Kreuzweg Bisamberg
© Harald Hartmann, März 2006
  Über das ganze Land verteilt finden wir besondere Wallfahrtsstätten, sogenannte Kalvarienberge. Den letzten irdischen Weg Jesu nachzugehen und über sein Erlösungswerk zu meditieren hat schon die Urchristen bewogen, nach Jerusalem zu kommen und die Stätten des Kreuzweges aufzusuchen. Der Ort an dem die Geschichte des Kreuzweges begonnen hat, ist Jerusalem. Dort, wo Jesus seinen Leidensweg gegangen ist, gab es ursprünglich zwei Eckpunkte: das Haus des Pilatus als Ausgangspunkt und Golgotha als Zielpunkt dieses Weges. So dachten Christen an diesen geschichtsträchtigen Orten über den bitteren Leidensweg Jesu im Gebet nach und hielten dabei gottesdienstlich inne. Im meditativen, betenden Nachgehen des Leidenweges Jesu konnten die Anhänger Jesu, diesen Weg mit Ihrem eigenen Lebensweg in Verbindung bringen, besonders jene Abschnitte, die sie in ihrem Alltag wieder finden konnten und als beschwerlich und leidvoll erfuhren.

Vor Allem in der Barockzeit wurden auch in unserem Land Nachbildungen der heiligen Stätten von Jerusalem angefertigt. Damit hatten auch die Gläubigen, die den weiten Weg in das Heilige Land nicht auf sich nehmen konnten, die Möglichkeit diesen Weg zu gehen und an den einzelnen Stationen betend innezuhalten.

Vorerst variiert die Anzahl dieser vorgegebenen Stationen von meistens sieben (entsprechend den Stationskirchen in Rom) bis zu 34 (Heiligenkreuz). Ein Canon von 14 Kreuzwegstationen, wie sie auch heute in den Kirchen üblich sind, bildet sich erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts durch die Franziskaner aus. Er beginnt mit der Nachtwache im Garten Gethsemane und endet mit der Grablegung Christi. Im 20. Jahrhundert wurde er oft noch durch eine weitere Station, die Auferstehung ergänzt.