31. Oktober

Wolfgang, Notburg v. K.

Halloween

St. Wolfgang Regen
verspricht ein Jahr voll Segen.

Legende:

Wolfgang (31. Oktober). Was mag wohl eine Axt, durch die der Bischof gekennzeichnet ist, zu bedeuten haben?

Volkskundliche Hintergrundinformationen:

Es wird ihm zugeschrieben, er habe die erste Axt zur Rodung verfertigt. Er warf das Beil wie der germanische Gott Thor, der noch immer nicht ganz aus dem Gedächtnisse entschwunden war, seinen Hammer: "Wo die Axt hinfällt, baut eine Kirche!" Er wurde durch seine Axt ein Rodungsheiliger wie Magnus und Patron der Holzer.

Unter Kaiser Otto II. soll Wolfgang zum Bischof von Regensburg geweiht worden sein. Er starb 994 in Pupping, wo er begraben ist.

Der Heilige steht vielfach mit Steinkult im Zusammenhang. Einmal soll er auch das Wunder des Moses vollführt und aus einem Felsen mit seinem Stabe eine Quelle geschlagen haben.

Als volkstümlicher Heiliger war er bei der Namengebung beliebt, siehe Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang Goethe. Bei uns läuft noch so manches "Wolfer" herum und sind dem Heiligen Kirchen geweiht wie in Schalders und Rein. Und ein Südtiroler war es, der einen der kunstvollsten Altäre zu Ehren St. Wolfgangs schuf: Michael Pacher.

Nach der Sage soll der Heilige durch das Reintal gewandert sein. Man zeigt sogar dessen Fußtritt auf einem Stein beim Tobel, wo der Gießbach schäumend in die Tiefe stürzt. Vielleicht ist es davon abzuleiten, daß dieser Nothelfer auch bei Fußleiden zu Hilfe gerufen wird.

Der Weg in das Reintal (Fortsetzung des Tauferer-Tales im Pusterischen) war hart und grob und Wolfgang wurde müd und kam kaum mehr weiter. Da nahte sich ihm Satan. Der Teufel ist ja überall: Warum nicht auch im Reintale?

In seiner einem Bischof gegenüber etwas grobschlächtigen Art sagte er: "Willst du einen guten Weiterweg haben, so setze deine Seele dran! Ich will dir deinen Weg pflastern und du magst schnell gehen, als dir möglich ist. Kommst du mir voran, so habe ich das Pflaster umsonst gelegt und es soll dir fürderhin verbleiben. Kannst du mich aber nicht überholen, sollst du mein Bruder in der Hölle sein!"

Der Bischof willigte in den Handel ein.

Hurtig polsterte Satan den Weg mit Steinplatten, daß Wolfgang grad zu laufen hatte. Einmal war er schon hinter Satan und nahm so starken Anlauf vorzukommen, daß sein Fuß in den Stein stieß, als sei der Wachs. Dabei gewann der Teufel wieder Vorsprung. Ein andermal glitt der Fuß des Heiligen auf einer schrägen Steinplatte ab, und er schlug sich das Knie heftig an.

Da bekam es Wolfang schon mit der Angst zu tun, fing an zu beten und machte mit dem Stocke Kreuze auf die Platte.

Satan zitterte und der Bischof tat einen Sprung, sodaß er voran kam.

Da fuhr der Höllische mit Rauch und Gestank davon.

Wolfgang war froh über den Weg der Bauern halber, die nun eine gute Straße ins Tal hatten.

Die drei Eindrücke: Fuß, Knie, Kreuze sollen noch im Pflaster zu sehen sein.

Brauchtum:

In seinen Wallfahrtskirchen spendete man ihm als Votivgaben Äxte.

Oder auch eiserne Opfertiere wurden ihm dargebracht, denn er galt auch, meist im Zusammenhang mit St. Leonhard, als Viehpatron, und zwar wohl in Ableitung aus seinem Namen besonders vor Wölfen, die
damals noch nicht nach Rußland verdrängt waren.

Quelle: Heilige im Südtiroler Volksleben, Hans Matscher, Brixen 1961, S. 70ff


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