| Wallfahrt: | Jahrhundertealte Marienwallfahrt zur Wiltener Basilika und zu Unserer Lieben Frau unter den vier Säulen. |
| Status: | Lebendiger Marienwallfahrtsort und Pfarrkirche mit einer bis ins Mittelalter zurückreichenden Gnadenstättentradition. |
| Kultzentrum: | Das um 1320 beziehungsweise in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstandene Sandsteinbild Unserer Lieben Frau unter den vier Säulen. |
| Besonderheit: | Die Marienwallfahrt ist bereits im 13. Jahrhundert belegt und damit älter als das heute verehrte Gnadenbild. |
| Ort: | Innsbruck, Wilten. |
| Bezirk: | Innsbruck-Stadt. |
| Bundesland: | Tirol. |
| • | Lage: Innsbruck, Stadtteil Wilten - Pastorstraße 2, 6020 Innsbruck. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Innsbruck |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Pfarre Wilten |
| • | Öffnungszeiten: übliche Kirchenöffnungszeiten, kein Eintritt. Zutritt bis zum schmiedeeisernen Gitter von 1759. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
• Über dem Tabernakel aus Marmor umschließt ein goldener Strahlenkranz das Gnadenbild, eine Muttergottes auf einem zierlichen Maßwerkthron sitzend ein. Das aus Sandstein geschaffene Bildwerk stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Vor dem Altar stehen Leuchterengel.
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
Am Fuß des Bergisels erhebt sich mit der Wiltener Basilika nicht nur einer der vollkommensten Rokokoräume Tirols, sondern auch das älteste nachweisbare Marienheiligtum im Raum Innsbruck, dessen jahrhundertelange Wallfahrt sich um das mittelalterliche Gnadenbild "Unserer Lieben Frau unter den vier Säulen" entfaltet.
Die Diözese Innsbruck bezeichnet die Kirche ausdrücklich als altes Marienheiligtum und verweist darauf, dass Ablassurkunden und Andachten beim Gnadenbild bereits im 13. Jahrhundert belegt sind. Die heutige Pfarrgemeinde nennt die Kirche eine seit Jahrhunderten verehrte Gnadenstätte, die von ungezählten Pilgern besucht worden sei.
Allerdings ist eine quellenkritische Unterscheidung notwendig: Die Wallfahrt und das Marienheiligtum sind bereits für das 13. Jahrhundert belegt, das heute verehrte Sandsteinbild wird dagegen gewöhnlich um 1320 beziehungsweise in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts datiert. Die frühesten Wallfahrer können sich daher noch nicht auf genau diese heute erhaltene Statue bezogen haben. Wahrscheinlich bestand schon vorher ein Marienbild oder zumindest ein örtlicher Marienkult, dessen Mittelpunkt im frühen 14. Jahrhundert durch die heutige Figur ersetzt oder neu gestaltet wurde.
Die sachlich treffende Bezeichnung lautet:
Päpstliche Basilika, Pfarr- und Wallfahrtskirche zur Unbefleckten Empfängnis mit dem Gnadenbild "Unserer Lieben Frau unter den vier Säulen".
Der Titel "Basilica minor", den Papst Pius XII. der Kirche 1957 verlieh, begründete die Wallfahrt nicht erst. Er kam zu einem bereits seit Jahrhunderten bestehenden Marienheiligtum hinzu.
Wilten ist einer der ältesten dauerhaft besiedelten Räume des heutigen Innsbruck. In unmittelbarer Nähe lag das römische Kastell Veldidena. Bei Ausgrabungen unter dem Presbyterium der Basilika wurden 1999 Reste eines frühchristlichen Kirchenbaues festgestellt, den die Pfarre in die Zeit um 420 einordnet. Dieser archäologische Befund beweist eine sehr frühe christliche Kultstätte, allerdings noch nicht die spätere Legende von einem bereits durch römische Soldaten verehrten Marienbild.
Nach der Übernahme des Stiftes Wilten durch die Prämonstratenser 1138 übertrug Bischof Reginbert von Brixen dem Stift um 1140 auch die Seelsorge der ausgedehnten Pfarre Wilten. Diese umfasste über lange Zeit große Teile des späteren Innsbrucker Stadtgebietes. Wilten gilt deshalb als Mutterpfarre Innsbrucks. Noch die Innsbrucker Jakobskirche war zunächst von Wilten abhängig und wurde erst 1643 selbständige Pfarre.
Im Jahr 1259 erscheint die Kirche urkundlich als "Kirche Unserer Hohen Frau". Ablassurkunden und Andachten zeigen, dass sich bereits im 13. Jahrhundert eine Marienwallfahrt entwickelt hatte. Eine Kirchweihe nach einer Erweiterung ist für 1311 belegt; für diese Zeit wird auch bereits eine Aufstellung eines Marienbildes unter vier Säulen erwähnt. Das heute erhaltene Gnadenbild entstand wahrscheinlich nur wenig später, um 1320.
Die mittelalterliche Kirche wurde mehrfach verändert. Im späten 15. Jahrhundert erhielt sie ein gotisches Gewölbe, 1609 wurde für das Gnadenbild ein neuer, auf vier Steinsäulen ruhender Baldachin errichtet. Damit war die Bezeichnung "unter den vier Säulen" auch architektonisch klar sichtbar. Eine weitere Barockisierung erfolgte 1728.
Als der ältere Kirchenbau um 1750 schwere Schäden zeigte und seine dauerhafte Erhaltung nicht mehr gesichert erschien, wurde er abgetragen. Zwischen 1751 und 1756 entstand unter Abt Norbert Bußjäger und dem Priester und Baudirektor Franz de Paula Penz die heutige Rokokokirche. Die Pläne werden Joseph Stapf aus Pfronten zugeschrieben; Matthias und Johann Michael Umhauser waren an der Bauausführung beteiligt. Während der Arbeiten wurde das Gnadenbild in die benachbarte Stiftskirche gebracht und nach der Fertigstellung wieder feierlich in die Pfarrkirche übertragen.
Papst Johannes Paul II. besuchte die Basilika 1988 und hielt vor dem Gnadenbild eine Marienandacht. Damit wurde der historische Kult auch auf höchster kirchlicher Ebene sichtbar bestätigt.
Die Wiltener Basilika gilt als einer der bedeutendsten und geschlossensten Sakralräume des Rokoko in Nordtirol. Sie ist eine Wandpfeilerkirche mit zwei großen Langhausjochen und einem eingezogenen, rund schließenden Chor. Weil auf ein Querhaus und weit vorspringende Emporen verzichtet wurde, entsteht ein heller, überschaubarer Saalraum, der den Blick nahezu ungehindert auf den Hochaltar und das Gnadenbild lenkt.
Die architektonische Grundform ist verhältnismäßig einfach. Ihre Wirkung entsteht aus dem vollkommenen Zusammenklang von Raum, Stuck, Freskomalerei, Altären und Licht. Die hellen Wandflächen, die zarten Pastelltöne, das Weiß des Stucks und die sparsam, aber wirkungsvoll eingesetzten Vergoldungen nehmen dem großen Raum jede Schwere.
Die Stuckaturen werden Franz Xaver Feuchtmayr dem Älteren und Anton Gigl zugeschrieben. Sie bestehen aus Muschelformen, Rocaillen, Blumen, Kartuschen und bewegten ornamentalen Rahmungen. Der Stuck verdeckt die Architektur nicht, sondern scheint sie zu beleben: Gewölberänder lösen sich optisch auf, Bildfelder öffnen sich und die massiven Wandpfeiler erhalten eine beinahe textile Leichtigkeit.
Die Deckenfresken schuf 1754 der Augsburger Maler Matthäus Günther. Das Bildprogramm ist auf Maria ausgerichtet, bezieht aber auch die alttestamentlichen Frauengestalten Judith und Ester ein. Beide galten in der christlichen Auslegung als Vorausbilder Mariens: als Retterinnen ihres Volkes, die durch Mut, Reinheit und Fürsprache eine drohende Gefahr abwenden. Dadurch erscheint Maria nicht nur als Mutter des Kindes, sondern zugleich als mächtige Fürsprecherin und Beschützerin der Gläubigen.
Der gesamte Kirchenraum ist somit auf das Gnadenbild hin komponiert. Architektur und Ausstattung bilden keine bloße prachtvolle Hülle, sondern eine barocke Vergegenwärtigung der Vorstellung, dass Maria zwischen Himmel und Erde vermittelt.
Das Gnadenbild ist eine etwa 90 Zentimeter hohe, aus Sandstein gearbeitete Madonna mit dem Jesuskind. Die heutige Pfarre datiert sie um 1320; kunsthistorisch wird sie allgemein in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts eingeordnet. Es handelt sich damit um ein mittelalterliches Bildwerk, das mehr als vier Jahrhunderte älter ist als der es heute umgebende Rokokoaltar.
Maria sitzt auf einer Thronbank und trägt das Jesuskind auf ihrem Arm. Beide Figuren sind gekrönt. Die Statue folgt noch der feierlichen mittelalterlichen Vorstellung von Maria als Sedes Sapientiae, als "Sitz der Weisheit": Maria ist gewissermaßen der Thron, auf dem Christus der Welt erscheint.
Dabei wirkt die Figur kompakter und strenger als die bewegten Rokokoengel und Ornamente des Hochaltars. Gerade dieser Gegensatz ist wirkungsvoll. Das kleine, dunklere und altertümlich erscheinende Gnadenbild bildet den ruhenden historischen Kern innerhalb einer lichtvollen, beinahe schwerelosen Rokokoinszenierung.
Die vier Säulen sind kein nebensächliches Ausstattungsdetail, sondern gehören zur Identität des Gnadenbildes. Bereits 1311 ist die Aufstellung eines Marienbildes unter vier Säulen bezeugt; 1609 erhielt das Bild erneut einen auf vier Steinsäulen ruhenden Baldachin. Der heutige Hochaltar greift diese Tradition in monumentaler Form auf. Vier polierte Marmorsäulen tragen ein geschwungenes Gebälk, über dem sich eine große Krone erhebt.
Der von Franz Karl Fischer und Joseph Stapf geschaffene Hochaltar von 1755 ist weniger als herkömmlicher Altaraufbau denn als monumentales Ziborium gestaltet. Das Gnadenbild steht frei und sichtbar im Strahlenkranz. Die vier Säulen rahmen es, ohne es durch ein großes Altarblatt zu verdecken. Der ganze Chor wird damit zu einem vergrößerten Schutz- und Ehrengehäuse für die mittelalterliche Statue.
Der volkstümliche Titel bezieht sich daher unmittelbar auf die besondere Aufstellungsweise des Bildes. Die vier Säulen schaffen einen abgegrenzten heiligen Bereich: Maria steht nicht einfach auf einem Altar, sondern in einem eigenen, von Säulen getragenen Heiligtum.
Ignaz Vinzenz Zingerle überliefert eine Sage, nach der christliche Soldaten der sogenannten "Donnernden Legion" während der römischen Kaiserzeit in Veldidena ein Marienbild verehrt hätten. Als die Legion weiterzog, hätten die Soldaten das Bild in der Wiltener Au unter vier Bäumen verborgen. Später habe es ein frommer Bauer namens Lorenz gefunden, woraufhin die öffentliche Verehrung eingesetzt habe.
Diese Erzählung ist keine historische Entstehungsgeschichte der heutigen Statue. Das erhaltene Sandsteinbild stammt erst aus dem 14. Jahrhundert. Auch der archäologische Nachweis einer frühchristlichen Kirche aus dem 5. Jahrhundert beweist nicht, dass dort bereits ein Marienbild verehrt wurde. Die Sage verbindet vielmehr drei voneinander unabhängige Elemente:
Besonders aufschlussreich ist die Umdeutung der vier Säulen in vier Bäume. Die Legende verlegt die spätere Altararchitektur gleichsam in die Natur zurück. Aus den vier steinernen Säulen werden vier Bäume, unter denen das Bild verborgen lag. So erhält ein kunsthistorisch erklärbarer Titel eine geheimnisvolle Ursprungserzählung.
Volkskundlich handelt es sich um eine typische Fundlegende. Das Heilige wird verborgen, vergessen und später wiederentdeckt. Der Fund zeigt, dass das Bild an diesem Ort verehrt werden will. Gleichzeitig verleiht die römische Herkunft dem Gnadenort ein Alter, das weit über die schriftlich belegte mittelalterliche Wallfahrt hinausreicht.
Für Wilten ist ein eigenes Mirakelbuch belegt. Ein darin verzeichneter Bericht aus dem Jahr 1697 erzählt von einem Knecht, der im Stubaital bei der Suche nach versprengten Schafen in eine Gletscherspalte stürzte. In seiner Todesangst "verlobte" er sich zur Muttergottes unter den vier Säulen und versprach, bei seiner Rettung jedes Jahr eine Messe lesen zu lassen. Nachdem er aus der Spalte entkommen war, geriet er der Erzählung zufolge noch in die Nähe von vier Bären, die nach einer weiteren Anrufung Mariens verschwanden.
Das Wort "verloben" bezeichnet in diesem Zusammenhang ein Wallfahrtsgelübde. Der Hilfesuchende versprach der Gottesmutter für den Fall seiner Rettung eine bestimmte religiöse Gegenleistung: eine Wallfahrt, eine Messe, eine Kerze, eine Gabe oder die öffentliche Bekanntmachung der erfahrenen Hilfe. Das Gelübde verwandelte die unkontrollierbare Gefahr in eine religiöse Beziehung zwischen dem bedrohten Menschen und der himmlischen Helferin.
Votivbilder bezeugen, dass der Kult noch im 19. Jahrhundert lebendig war. Eine Tafel aus dem Jahr 1802 berichtet von einem elfjährigen Knaben, der beim Wiltener Lorenzimarkt unter ein heranstürmendes Pferd geriet und der Überlieferung zufolge ohne bleibenden körperlichen Schaden gerettet wurde. Das Votivbild zeigt das Unfallgeschehen und das darüber erscheinende Gnadenbild.
Solche Tafeln hatten mehrere Aufgaben zugleich. Sie waren persönlicher Dank, öffentliches Zeugnis und Werbung für die Gnadenstätte. Wer eine Votivtafel betrachtete, sah nicht nur ein vergangenes Unglück, sondern auch die Behauptung, dass Maria unter den vier Säulen in ähnlicher Not helfen könne.
Auch gedruckte Andachtsbilder und Gebetszettel verbreiteten den Wiltener Kult. Im Volkskundemuseum Wien befinden sich mehrere Lithografien aus dem 19. Jahrhundert, die das "uralte Gnadenbild" im Strahlenkranz und unter dem viersäuligen Hochaltar zeigen. Einige waren mit Gebeten, Liedern oder Ablassvermerken verbunden. Sie konnten von Pilgern mitgenommen, in Gebetbücher gelegt oder im häuslichen Andachtsraum aufbewahrt werden.
Das Wiltener Gnadenbild wurde nicht nur in persönlichen Notlagen angerufen. Am 11. September 1814 fand in Wilten eine große Dankprozession anlässlich der Wiedervereinigung Tirols mit Österreich statt. Dabei wurde die "Muttergottes unter den vier Säulen" feierlich mitgetragen.
Diese Prozession zeigt, wie ein örtliches Wallfahrtsbild zum Symbol einer größeren politischen und gesellschaftlichen Gemeinschaft werden konnte. Maria wurde nicht nur um Heilung eines Einzelnen oder Schutz einer Familie angerufen, sondern als Beschützerin des Landes verstanden.
Das Herumtragen des Gnadenbildes erweiterte seinen Wirkungsraum. Normalerweise stand es fest am Hochaltar; während der Prozession verließ es die Kirche und bewegte sich durch die Lebenswelt der Menschen. Straßen und Plätze wurden zeitweise zu sakralem Raum, und die Bevölkerung trat nicht nur als Zuschauerschaft, sondern als geordnete religiöse Gemeinschaft auf.
Wilten gehört zu den wenigen Tiroler Wallfahrtsorten, deren Kult nicht erst in der Barockzeit oder infolge eines neuzeitlichen Erscheinungswunders entstand. Die Wallfahrt reicht nachweislich in das 13. Jahrhundert zurück. Dadurch überlagern sich mehrere historische Schichten:
Der Ort vermittelt deshalb den Eindruck einer außergewöhnlichen zeitlichen Tiefe. Jeder Neubau übernahm das Gnadenbild und damit die sakrale Bedeutung seines Vorgängers.
Kirchengebäude können abgebrochen, vergrößert und neu ausgestattet werden. Das Gnadenbild blieb dagegen der beständige Mittelpunkt. Während des Neubaus im 18. Jahrhundert wurde es vorübergehend in die Stiftskirche gebracht und anschließend wieder zurückgeführt. Diese Rückübertragung war mehr als eine praktische Maßnahme: Das alte Bild nahm die neue Kirche gleichsam in Besitz und stellte die Verbindung zur mittelalterlichen Wallfahrt wieder her.
Die Basilika war niemals ausschließlich eine Wallfahrtskirche. Sie war zugleich Pfarrkirche einer großen Gemeinde und Mutterkirche Innsbrucks. Wallfahrer, Pfarrangehörige, Marktbesucher, Reisende und Bewohner des benachbarten Stiftes begegneten am selben Ort.
Dadurch entstand eine andere Frömmigkeitsform als bei einer abgelegenen Bergkapelle. Die Wallfahrt konnte eine längere Reise sein, aber ebenso ein kurzer persönlicher Bittgang aus Innsbruck. Man ging "nach Wilten", betete vor dem Gnadenbild, ließ eine Messe lesen oder stiftete eine Kerze und kehrte anschließend in den Alltag zurück.
Wilten liegt am südlichen Zugang zum Innsbrucker Becken und an den historischen Wegen in Richtung Brenner. Damit befand sich der Gnadenort in einem Raum des Aufbruchs und Übergangs. Kaufleute, Fuhrleute, Soldaten, Reisende und Pilger kamen hier vorbei.
Ein Marienheiligtum an einem solchen Ort konnte besondere Schutzfunktionen übernehmen: Maria wurde für eine glückliche Reise, vor dem Überschreiten der Alpen, bei Unfallgefahr oder nach einer sicheren Rückkehr angerufen. Das Votivbild des beim Lorenzimarkt unter ein Pferd geratenen Knaben zeigt, wie eng Verkehr, Marktleben, körperliche Gefahr und Marienverehrung miteinander verbunden waren.
Die Mirakelberichte und Votivtafeln umfassen sehr unterschiedliche Gefahren: Krankheit, Sturz, Tiere, Naturgewalten und Reiseunfälle. Gleichzeitig konnte das Bild bei kollektiven Ereignissen wie der politischen Neuordnung Tirols 1814 öffentlich mitgeführt werden. Die Gottesmutter unter den vier Säulen verband damit private Sorgen und öffentliches Landesgedächtnis.
Die Pfarre bezeichnet die Basilika weiterhin als besondere Gnadenstätte und die Marienverehrung als wichtigen Bestandteil ihrer Spiritualität. Die Kirche wird nach wie vor von Pilgern und Einzelbetern aufgesucht. In der 2024 veröffentlichten Übersicht der Diözese über regelmäßige Monatswallfahrten erscheint Wilten allerdings nicht mit einem festen monatlichen Wallfahrtstermin wie etwa Absam oder Kronburg. Die heutige Wallfahrt scheint daher stärker aus individuellen Besuchen, einzelnen Pilgergruppen, Marienandachten und den Festen des Kirchenjahres zu bestehen als aus einer großen, regelmäßig organisierten Monatswallfahrt.
Das Hauptpatrozinium der Basilika ist die Unbefleckte Empfängnis Mariens, gefeiert am 8. Dezember. Der volkstümliche Name "Unsere Liebe Frau unter den vier Säulen" bezeichnet dagegen das Gnadenbild und den historischen Wallfahrtskult. Beide Bezeichnungen gehören zusammen, sind aber nicht völlig gleichbedeutend.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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