Attersee am Attersee, Pfarr- und Wallfahrtskirche Attersee
Hier stand ehemals eine karolingische Pfalz (auch durch Grabungen belegt), die bereits 885 als Atarnchova genannt ist. Kaiser Heinrich II. übergab die Herrschaft Atterhofen 1007 dem Bistum Bamberg, später erhielten sie die Schaunberger als Lehen.
Die Pfarrkirche ist die ehemalige Schlosskapelle; diese wurde jedoch 1721 bis 1728 von Franz Ferdinand Anton Graf Khevenhüller durch den Baumeister Jakob Pawanger vollständig umgebaut. Imposant steht sie auf der Höhe über dem See, imposant ist auch das Innere in ihrer barocken, goldglänzenden Fülle. Der spätbarocke Hochaltar aus Stuckmarmor trägt eine Statue der gekrönten Maria mit dem Kind aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts, die aber im 18. Jahrhundert überarbeitet wurde. Darunter befindet sich das Gnadenbild. Hervorzuheben sind in der Kirche weiter fast lebensgroße Statuen der Heiligen Petrus und Stephan aus dem Ende des 15. Jahrhunderts und auf dem linken Seitenaltar ein Hochrelief, die Anbetung der Hl. Drei Könige darstellend, aus derselben Zeit. Drei kleine Statuen der Kirchenväter um 1700 sind Werke Meinrad Guggenbichlers.
Kultgegenstand: Bild „Maria mit Kind" nach dem Typus Maria in der Sonne (Halbfigur der gekrönten Maria, zu ihrer Rechten stehend das gekrönte Kind, das in der rechten Hand einen Apfel hält); durch den Hals der hl. Maria und den Kopf des Kindes geht ein roter Strich; das Bild ist mit Silbervotiven behängt; es wurde am 15. August 1652 in der Schlosskapelle Attersee aufgehängt und nach dem Neubau der Kirche am Hochaltar angebracht. Das Bild stammt aus St. Georgen.
Legende: Zu Pfingsten 1622 forderte Franz Christoph Khevenhüller von einer protestantischen Frau, die in der Nähe der Pfarrkirche St. Georgen wohnte, das Marienbild zurück, das sie sich bei der Plünderung der Kirche durch die Protestanten angeeignet und dann als Verschluss ihrer Hühnersteige verwendet hatte. In ihrem Hass gegen die Muttergottes versetzte sie dem Bild noch einen Hieb mit der Hacke, so dass es in zwei Teile zerbrach. Dieser Vorfall brachte dem Bild große Verehrung; es wurde 1631 wieder zusammengefügt und in der Sakristei aufgehängt. Mit roter Farbe wurde die Bruchstelle angezeigt.
— Nach einer anderen Version warf der Wind das Bild vor dem Hühnerstall um, so dass die Hühner ins Freie konnten; zornig rief die Frau: „Maria, willst du die Hühner nicht hüten?", und schlug mit einer Hacke auf das Bild, worauf sich der rote Streifen zeigte, der sich nicht wegwischen ließ.
Wallfahrt: Von Mai bis Oktober. Viele Wallfahrten hörten jedoch in den 50er Jahren auf. Jetzt kommen noch u. a. die St. Georgener (bereits seit 1652) und am Pfingstmontag Gläubige von Puchheim (derzeit zählt man ungefähr 20 Prozessionen im Jahr). Besonders hervorzuheben ist die Forstarbeiter-Wallfahrt am Samstag vor Michaeli. Die Forstarbeiter des Atterseegebietes (Unterach, Steinbach u. a.) kommen zum größten Teil mit Plätten über den See; auch Frauen und Kinder sind dabei, doch müssen diese in Attersee den schmalen Weg zur Kirche gehen, während die Männer, die oft auch Fahnen mithaben, vom Priester empfangen werden und über die Straße zur Kirche ziehen. 1970 waren es rund 120 Personen, in früheren Jahren beteiligten sich allerdings weitaus mehr.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: Kirchenstraße 22, 4864 Attersee am Attersee. |
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| | Web: Pfarrgemeinde Maria Attersee |
| | Geöffnet: |
| | Pfarr- und Wallfahrtskirche Attersee: |
Bildquelle: SAGEN.at
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| | Marienbild Wallfahrtskirche Attersee: |
Bildquelle: SAGEN.at
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| | Andenken Maria Attersee: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie Andenken Maria Attersee.
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| | Literatur zur Wallfahrt: |
| - Das Marienbild in Attersee auf SAGEN.at | |
| - J. L. Atergovius, Die Pfarrkirche St. Georgen im Attergau (1913) | |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |

