Die Wallfahrtskirche St. Blasius steht auf dem bewaldeten Blasiusberg westlich oberhalb von Völs bei Innsbruck. Hoch über dem alten Dorfkern gelegen, ist sie bis heute ein Wahrzeichen der Marktgemeinde. Eine Kirche an diesem Ort wird bereits 1286 erstmals urkundlich erwähnt; anstelle einer wohl gotischen Vorgängerkirche entstand 1733 der heutige barocke Bau beziehungsweise eine weitgehende barocke Erneuerung. Schon im 15. Jahrhundert war die Blasiuskirche ein beliebter Wallfahrtsort. Im Mittelpunkt steht die Verehrung des heiligen Blasius, eines der vierzehn Nothelfer. Sein Gedenktag ist der 3. Februar, an dem traditionell der Blasiussegen gespendet wird: "Auf die Fürsprache des hl. Blasius bewahre dich der Herr vor allen Krankheiten." Gerade diese Bitte um Schutz vor Krankheit macht die Wallfahrt nach Völs bis heute verständlich. Volkskundlich besonders interessant ist das alte Wallfahrtsmotiv: Nach Gugitz wurde der heilige Blasius in Völs besonders bei Halsleiden und auch bei Viehkrankheiten angerufen. Früher wurde am Blasiustag eingekerbtes Brot in Stangenform geweiht und verkauft; bei Halsweh brach man ein Stück an der Kerbe ab und aß es. Später wurden dafür Brezeln hergestellt. Solche Bräuche zeigen sehr schön, wie Heiligenverehrung, Segensbrauch und ganz praktische Krankheitsvorsorge im Alltag der Menschen zusammenwirkten. Eine eigene Bedeutung hat auch der St.-Blasius-Messenbund, der am 22. April 1734 von Abt Martin Stickler vom Stift Wilten bestätigt wurde. Die Völser wollten damit die Wallfahrt ihres Dorfpatrons auf dem St.-Blasiusberg fördern und sich seiner besonderen Fürsprache anvertrauen. Nach Angaben der Pfarre gehören dem Messenbund heute etwa 3.500 Mitglieder im In- und Ausland an; gebetet wird um Gesundheit von Leib und Seele, Glück und Segen im täglichen Leben, eine gute Sterbestunde und das Vertrauen auf das ewige Leben. Neben der Blasiusverehrung besitzt die Kirche einen zweiten wichtigen Kultgegenstand: das sogenannte Schwarze Kreuz am linken Seitenaltar. Es handelt sich um ein etwa 600 Kilogramm schweres Bronzekruzifix, 1522 von Blasius Hölzl gestiftet und von Stephan Godl nach einem Entwurf von Leonhard Magt gegossen. Ursprünglich stand es an der Wegscheide von Völs nach Vellenberg; 1786 wurde es in die Blasiuskirche übertragen. Um dieses Kreuz erzählt die Sage, Blasius Hölzl sei auf dem Weg nach Vellenberg in ein schweres Gewitter geraten und habe in Todesangst gelobt, ein Kreuzbild aus Erz im Gewicht von Ross und Reiter gießen zu lassen, wenn er gerettet werde. Diese Überlieferung macht das Schwarze Kreuz zu einem klassischen Gelübdezeichen: persönliche Gefahr, Rettung, Dank und dauerhafte Erinnerung wurden in einem sichtbaren Kultgegenstand festgehalten. Bis heute wird der Blasiustag in Völs besonders begangen; er hat in der Marktgemeinde nicht nur religiöse, sondern auch lokale festliche Bedeutung. Die Kirche wird über einen Kreuzweg erreicht, der nahe dem Dorfplatz beginnt, sodass der Weg hinauf auf den Blasiusberg selbst Teil der Andacht ist. |
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| | Lage: bei Bauhof 8, 6176 Völs. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tirol - Innsbruck-Land |
| | Ansicht Street View (Beginn Wanderweg) |
| | Web: Pfarre Völs |
| | Geöffnet: derzeit Freitag Nachmittag. |
| | Außenaufnahme: |
Bildquelle: SAGEN.at-FotogalerieSAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Gnadenbild:
Hochaltar der Wallfahrtskirche Hl. Blasius in Völs Völs in Tirol. |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Gnadenbild:
Das schwarze Kreuz gilt auch als Kultgegenstand. Es handelt sich um ein 600 kg schweres Bronzekruzifix, dessen Seitenstatuen Maria und Johannes 1809 geraubt wurden und jetzt durch hölzerne Statuen ersetzt sind. 1522 von Blasius Hölzl gestiftet und von Stefan Godl nach einer Vorlage von Leonhard Magt gegossen. Das Kreuz stand früher in einer anderen, 1786 abgebrochenen Kapelle. (nach Gustav Gugitz, Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch, Wien 1956) |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Literatur zur Wallfahrt: |
| - "Das schwarze Kreuz" auf SAGEN.at: https://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/tirol/zingerle/schwarze_kreuz.htm | |
| - "Das Kreuz auf dem Blasienberg" auf SAGEN.at: https://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/tirol/doerler/blasienberg.html |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |