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SAGEN.at >> Traditionelle Sagen >> Österreich >> Wien >> Doku: Der jüdische Friedhof in Währing |
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Und trauernd blicken auf dies Grab - Teil 1 Aufgrund des Toeleranzpatentes von Josef II mussten alle Friedhöfe ausserhalb des Linienwalles (etwa der heutige Gürtel) liegen. Den Wiener Juden das Areal in Währing zugesprochen, nachdem in Wien der jüdische Friedhof in der Seegasse geschlossen werden musste.
Nach der Errichtung des Zentralfriedhofes in Simmering mussten auch die jüdischen Bürger Wiens ihre Toten dort bestatten. Das letzte Begräbnis in Währing fand 1884 statt. 1941 wurde der Friedhof enteignet. Ein Teil des Friedhofes wurde von den Nationalsozialisten zerstört. Es sollte ein Löschwasserteich darauf eingerichtet werden. Dazu kam es nicht mehr. Auf der Grube, die ausgehoben worden war wurde ein Gemeindebau, der Schnitzlerhof errichtet.
Der Friedhof konnte über die Zeit des Nationalsozialismus nur dadurch erhalten bleiben, weil ein beherzter Gemeindebeamter das Areal als "Vogelschutzgebiet" und nicht als "Friedhof" auswies. So existieren heute noch 7.000 der ursprünglich 9.500 Gräber. Ende der 90er Jahre entdeckte man durch Zufall Abschriften fast aller Inschriften, sowie den Originalbauplan des Friedhofes. Heute ist der Friedhof in einem denkbar schlechten Zustand.
Offene Gruften und morsche Äste, die von den alten Bäumen herabzufallen drohen, gefährden den Besucher. Viele Grabsteine sind aus Mühldorfer Marmor oder Sandstein und daher nicht oder sehr schlecht lesbar. Die Sephardische Abteilung des Friedhofes ist mit seinen besonderen Grabsteinen einzigartig.
Sephardischer Grabstein auf dem jüdischen Friedhof Währing.
Sephardischer Grabstein auf dem jüdischen Friedhof Währing.
Sephardischer Grabstein auf dem jüdischen Friedhof Währing. Berühmte Persönlichkeiten, die Wiens Stadtbild und Wirtschaft gestalteten sind auf diesem Friedhof beerdigt:
Wachsende Wurzeln und Umwelteinflüsse zerstören unwiederbringlich wertvolles Kulturgut. Es ist verwunderlich, dass gerade in einer Stadt, wie Wien, die sich Kultur auf ihre Fahnen geschrieben hat, ein solches Kulturdenkmal ersten Ranges zu verfallen droht. Der Jüdische Friedhof in Währing ist in seiner Einzigartigkeit ein Pendant zum Biedermeierfriedhof St. Marx. Quelle: © Harald Hartmann, Juni 2006, nach Ausführungen der Historikerin Mag. Tina Walzer während einer Führung.
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