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ST. WOLFGANG, FALKENSTEIN

Falkenstein bei St. Wolfgang, Salzburg

(vergleiche auch: St. Wolfgang)

Falkenstein, St. Wolfgang © www.SAGEN.at

Kapelle des hl. Wolfgang am Falkenstein
© Lieselotte Morscher, August 2004

a) auf dem Gipfel Wallfahrtskapelle zu U.L.Frau und zum hl.Wolfgang, 1626 von Wilh. Lueger erbaut. Schon 1672 besaß die Kapelle ein Kapital von über 2000 fl.; modernes Gemälde, den Tod des hl. Wolfgang darstellend.

Heilquelle am Falkenstein © www.SAGEN.at

Kapelle mit Heilquelle des hl. Wolfgang am Falkenstein
© Lieselotte Morscher, August 2004


b) unweit davon befindet sich eine weitere Kapelle bei der Heilquelle, in der sich eine Wandtafel mit der Darstellung des Hervorrufens der Quelle durch den hl.Wolfgang befindet;

c) sogenannte Kreuzkapelle um die ringsherum eine Menge von Steinen aufgehäuft ist, die von den Pilgern als Buße heraufgetragen wurden und wovon einst eine Kapelle errichtet werden sollte;

d) Kapelle mit altem Steinmonument (15.Jahrhundert), das auf den Seiten Reliefs trägt. Erkennbar ist der hl. Michael mit dem Drachen, eine unbekannte Figur mit einer Hellebarde, ein Wappen und der die Axt werfende Wolfgang; Es war ein Stück der Steinsäule (jetzt in Salzburg) drehbar, was die Pilger einst als Bußübung taten.

e) eine Kapelle mit Bild aus der Wolfgangslegende. Alle diese 5 Kapellen werden die Falkensteinerkapelle genannt. Sie standen einst unter der Obsorge von Klausnern.


Legende:

Der hl. Wolfgang flüchtete sich einmal vor dem Teufel auf den Falkenstein. Da öffnete sich der Felsen vor ihm und ließ ihn durch. Es ist die Höhlung, die sich nun in Kap. a) befindet, durch die die Pilger durchkriechen (siehe unten). Der hl. Wolfgang schuf einst für den Laienbruder, der eine Zeitlang bei ihm weilte, beim Bergholz auf dem Wege nach Mondsee eine Quelle und als einst ein großer Wassermangel herrschte, stieß er mit seinem Stab in den Falkenstein und sogleich sprudelte die jetzige Heilquelle hervor.

Hintergrundinformation aus volkskundlicher Sicht:

In die Kapelle a) gelangt man durch einen schliefbaren Felsspalt. Durch diesen kann der dickste und stärkste Mensch durchkriechen, wenn er nur frei von Sünde ist, obwohl er scheinbar eng ist. Schwangere Frauen krochen wegen der leichteren Entbindung durch. Wahrscheinlich das Relikt einer vorchristlichen Heilkultstätte. - Von der Quelle in der Kapelle b) wurden früher jährlich mehrere tausend Fläschchen gegen Augenschmerzen und Viehkrankheiten (Behexungen) verschickt. Auch das Wolfganger Mirakelbuch 1753 (249) erwähnt das Falkensteiner Wasser mehrfach, das auch getrunken wurde, besonders von Frauen gegen Unfruchtbarkeit. - In Kapelle a) befindet sich auch eine Wunschglocke. Früher verkauften die Einsiedler dort Agnusdei
für 3 Kreuzer und die Wolfgangshackeln aus Eisenblech als Talisman.

Echo, das die Schiffer befragen: "St. Wolfgang, komm' ich zurück?" (Siebenfaches Ja mit "zurück").

In früheren Zeiten Umzug der Holzknechte mit der Axt Wolfgang's in einem Glaskasten, der feierlich auf den Wechselberg hinaufgetragen, auf einen Felsenvorsprung gestellt und dort adoriert wurde.

Wenige Schritte vom Kirchlein weg ist in der Felswand eine Nische mit einem lagerartig geformten Stein, der die Schlafstätte des hl. W. gewesen sein soll, dessen Körpereindrücke man daran erkennen will.

Quelle: Gustav Gugitz, Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch, Wien 1958, Bd 5, S. 158

Ergänzungen sind gerne willkommen!