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Aufigstiegn - obagfalln - hingwesen.
Im ganzen Alpenraum erinnern und mahnen Marterltaferl den Wanderer, selbst
aufzupassen. Anstelle der heute verwendeten Grabsteine waren im 19. Jahrhundert
einfache Eisenkreuze auf Friedhöfen üblich.
Die Inschriften sind nicht frei erfunden, sondern werden auch urkundlich
nachgewiesen.
Der Tiroler Kunstschmied Hans Guggenberger begann diese zu sammeln und
hat seit 1965 in Kramsach, Tirol einen einzigartigen Museumsfriedhof
zusammengestellt.
Weitere Marterl-Inschriften.

aufigschtig'n, obagfall'n,
hin gwös'n
(Aufigstiegn - obagfalln - hingwesen.
Grabkreuz aus Imst - Oberinntal)

Hier ruht in Gott
Adam Lentsch
26 Jahre lebte er als Mensch
und 37 Jahr als Ehemann
(Herreninsel, Chiemsee)

Er lebte fromm und recht
der hier derdruckte
Bauernknecht;
Zum Glücke war er ledig -
Gott sei ihm im Fegefeuer
gnädig
(Inner-Pillberg, Unterinntal)

Christ steh still und bet a bissl:
Hier liegt der Bauer Jakob Nissl
zu schwer mußte er büßen hier
Er starb an selbstgebrautem Bier
(Innsbruck, Alter Friedhof)

Hier schweigt
Johanna Vogelsang
sie zwitscherte
ihr Leben lang

Hier liegt Johannes Weindl,
er lebte wie ein Schweindl,
gesoffen hat er wie eine Kuh,
der Herr geb ihm
die ewige Ruh.

Es liegt begraben
die ehrsame
Jungfrau
Nothburg Nindl
gestorben ist sie im
siebzehnten Jahr
just als sie zu brauchen
war.
(Oberinntal)

Hier liegt
Martin Krug
der
Kinder, Weib
und Orgel
schlug
(Wiesing Tirol)
Link: Museumsfriedhof
Hans Guggenberger, Kramsach, Tirol
Anmerkung:
ein weiterer sogenannter "Fröhlicher
Friedhof", der "Cimitirul Vesel" befindet sich in
Sapânta, im Maramures-Gebirge,
Rumänien:

Fröhlicher Friedhof, Sapânta,
Rumänien
© Wolfgang Morscher, 30. September
2002
alle Fotos: © Wolfgang Morscher, 23. Mai
2003
Sapanta, Rumänien: © Wolfgang Morscher, 30. September 2002
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