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BEERE
(Preiseslbeere: Vaccinium vitis idaea, Heidelbeere: V. myrtillus)

aus: E. Hoffmann-Krayer, H. Bächtold-Stäubli, Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens,
Berlin und Leipzig 1932

1. Die eßbaren Beeren des Waldes bildeten in der Urzeit eine wichtige und jedenfalls allgemein gesammelte Zukost. Funde in den steinzeitlichen Pfahlbauten beweisen ihre Beliebtheit 1). Es kommen vor allem in Betracht Erd-, Heidel-, Preisel- und Himbeere (siehe dort).

1) Hoops Reallexikon 1, 203f.; Höfler Botanik 57.

2. Weit verbreitet ist die Sitte der Kinder beim Beerensammeln die (drei) ersten gefundenen Beeren auf einen Baumstumpf oder einen Stein zu legen oder über den Kopf (oder die linke Schulter) zu werfen; dann glauben sie, viele Beeren zu finden. Diese ersten Beeren "gehören den armen Seelen". In all diesen Bräuchen dürfen wir wohl den Rest eines Opfers an die Waldgeister sehen. Auch in den zahlreichen Beerenliedern, wie sie beim Sammeln der Waldbeeren von den Kindern gesungen werden 2), finden sich oft noch Anspielungen auf die Waldgeister. Über all diese Bräuche hat in ausgezeichneter Weise Hepding 3) gehandelt.

2) Vgl. z. B. Marzell Bayerischer Volksbote 75 ff.
3) Hepding Die Heidelbeere im Volksbrauch in: HessBl. 22, 1-58. Mit reichen Literaturangaben.


Marzell.