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Schlimme Augen, d.h. kranke, kann man bekommen, wenn man einen Augenstein (Gnatzstein, Quarz) längere Zeit ansieht. (Dönhoffstädt.) Bei Augenkrankheiten Pflegen die Masuren wie auch die Littauer gerne
Lichte der Kirche zu schenken mit der Bestimmung, daß dieselben
beim Gottesdienste brennen sollen. (Hintz, S. 14.) Ein sehr wirksames Mittel gegen Krankheit der Augen ist das Osterwasser, und namentlich hilft es, wenn man am ersten Ostermorgen vor Sonnenaufgang aus einem fließenden Gewässer sich wäscht. Eine Entzündung der Augenlieder nennt man in der Gegend von Wehlau Escherschringe. Will man hiergegen rathen, so nimmt man einen Ofenwisch, macht mit demselben vor den Augen des Kranken ein Kreuz und spricht:
Ein sogenanntes Gerstenkorn am Auge kann sehr leicht beseitigt werden, wenn Jemand unaufgefordert zu dem damit Behafteten sagt: Du Haft ein Dreck am Auge! In Masuren bestreicht man dasselbe dreimal mit dem Trauringe der Mutter. (Töppen, S. 54.) Gegen den grauen Staar hat man in Masuren folgende Zauberformel:
Ist einem Stück Vieh oder Pferde in's Auge geschlagen oder gestoßen, so daß man fürchten muß, es könne das Auge verlieren, so wendet man dieses Unglück durch folgenden Zauberspruch ab:
Die Besprechung wird dreimal hintereinander vor Sonnenaufgang wiederholt.
(Neudorf bei Graudenz.) Quelle: H. Frischbier, Hexenspruch und Zauberbann.
Ein Beitrag zur Geschichte des Aberglaubens in der Provinz Preußen,
Berlin 1870. S. 32 - 34. |