SAGEN.at >>Informationen, Quellen, Links >> Dokumentation >> Hexenspruch und Zauberbann

   
 

Epilepsie.

Wer die Epilepsie, vom Volke das Höchste, auch die schwere Krankheit genannt, zum ersten- oder zweitenmale bekommt, kann davon befreit werden, wenn man ihm sofort das Hemde auszieht, es zerreißt und da hinwirft, wo zwei Wege sich scheiden. Dabei darf aber der Ausführende kein Wort sprechen, weder beim Hin-, noch beim Zurückgange. Man wendet dies Mittel vorzugsweise bei Kindern an.
(Vom Aberglauben etc. Pr. Pr.-Bl. VIII, S. 186 f.)

In Masuren hält man das von den Kirchenlichten ablaufende Wachs als gegen die Epilepsie besonders wirksam.
(Töppen, S. 13.)

Töppen theilt, S. 45, folgende Besprechungsformel gegen die Epilepsie mit:

Als unser Herr Jesus Christus wanderte mit seinen Jüngern, baten sie ihn und riefen zu ihm, und wenn er die Epilepsie und Geschwüre heilte, befahl Jesus und sprach: Auf die Kranken sollt ihr die Hände legen. Das Wasser stand stille, als Mütterchen Gottes ihren Sohn badete. So soll auch dies Geschwür, diese Krankheit stille stehen, das Mark nicht berühren, die Knochen nicht brechen, die Sehnen nicht verrenken. Ich bitte dich, meide die Stelle (d. i. den Leib) dieses Menschen, durch Gottes Macht und des Sohnes Gottes und des heiligen Geistes Hülfe. Im Namen etc. Vater unser etc.

Quelle: H. Frischbier, Hexenspruch und Zauberbann. Ein Beitrag zur Geschichte des Aberglaubens in der Provinz Preußen, Berlin 1870. S. 46 - 47.
Für SAGEN.at korrekturgelesen von Gabriele U., Juli 2005.
© www.SAGEN.at