SAGEN.at >> Dokumentation >> Andreas Hofer 1767 - 1810 >> Tirols Erhebung im Jahre 1809, Josef Hirn

   
 
  247 - Hofers eifrige Werbung
 

 

wollte, sondern man berief sie zu einer Konferenz beim Gasteiger Wirt. Es stellten sich ein ein Verwandter Hofers, der Gärber, der Maier Wild von der Vill (ob der Sterzinger Pfarrkirche), Sparber von Stilfes, der Braunhofer von Ridnaun und andere. Für die baldige Ankunft der Österreicher wurde die Errichtung von Allarmstangen und die Sicherung der Brücken gegen die vielleicht retirierenden Bayern beschlossen. 1)

Zu Hause litt es den Sandwirt nicht lange. Um die Arbeit des Werbens zu befördern, griff er wieder zum Mittel geheimer Konferenzen, deren sich für den Monat März mehrere belegen lassen. Beim Kreuzwirt in Brixen, in Kolman, im Gasthaus zum kalten Keller bei Barbian und in Schabs sind die Vertrauten versammelt: ein Wolkensteinscher Bestandsmann Erlacher von Villanders, Peter Kemenater, Peter Mayr von der Mahr, der Wastlmayr von Dietenheim, der Köbl, Martin Schenk und Eisenstecken. 2) Noch einmal ruft es den Unermüdlichen in den nördlichen Landesteil. Im Verein mit einigen beigezogenen Oberländern begibt er sich in die äußerste Nordostecke des Landes, um in St. Johann am 13. März mit Wintersteller und anderen dortigen Gleichgesinnten zusammenzutreffen. 3) Unter heiligen Schwüren trennte man sich. 4) Vielleicht wurde da auch Sicherer vom Sandwirt angesprochen.

So brachte Hofer alles in Fluss. Die, welche er zuerst gewonnen, fahren in seiner Weise fort, damit das Netz sich erweitere und ergänze. Einer seiner Intimsten, Johann Mösl genannt Stallele, vereinigte in seinem Hause zu Meran die Patrioten des Landgerichtes: den Oberwirt Johann Brunner von Schenna, Blasius Trogmann Fink von Mais, Valentin Tschöll, den Widumsbaumann Jakob Flarer und den Schulmeister Jakob Elsler auf Tirol, Matthias Ladurner Oberdorner in Algund, Josef Moser Maretscher in Plars, den Neuwirt Johann Gstirner in Rabland und Franz Tappeiner Obermaier in Naturns. 5)

Soweit die Quellen den Einblick gestatten, kommt keiner dem Sandwirt an Rührigkeit gleich. Ihm zunächst steht Martin Teimer, der ehemalige Meraner Student und Milizoffizier, Tabakverleger in Klagenfurt.

1) Ignaz Hochrainer, Wirt in Ridnaun „Das Jahr 1809 zu meiner Einnerung“, veröff. v. Egger im Tiroler Boten 1881. Hochrainer setzt ausdrücklich bei: von einem Angriff der Verschworenen auf die Bayern wurde hier gar nicht gesprochen.
2) Aufzeichnungen des Pfarrers Johann Gruber in Terlan, 1809 Koop. in Villanders. H. M.
3) Von diesem Konventikel berichtet Kontrollor Wagner an Lodron, 24. März 1809. M. St. So auch der Bericht Miegs.
4) Vgl. Andr. Hofer und die Tiroler Insurrektion, p. 37, wo aber diese Zusammenkunft mit Hofers Wiener Reise fälschlich in Zusammenhang gebracht ist.
5) Ein 1813 eingezogener Schwazer Johann Fleck, der sich für einen Adjutanten Hofers ausgab, erzählt, dass vor dem Aufstande auch ein englischer Agent Janson unter verschiedenen Namen (Schmid, Morandi etc.) mit dem Voralberger Riedmüller Tirol bereist und bearbeitet habe. Seine Aussagen klingen mitunter nicht glaubhaft.

   
  Quelle: Josef Hirn, Tirols Erhebung im Jahre 1809, Innsbruck 1909, S. 247
 

Rechtschreibung behutsam angepasst.
© digitale Version www.SAGEN.at, Wolfgang Morscher 2009.