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  Katharina Lanz
 

von Rudolf Granichstaedten-Czerva

Belohnung der Katharina Lanz
Belohnung der Katharina Lanz

Eine andere Heldin, die in der Franzosenzeit (1797) kämpfte, war Katharina Lanz, genannt das Mädchen von Spinges. Am 21. September 1771 zu St. Vigil in Enneberg geboren, kämpfte sie in der Schlacht bei Spinges (2. April 1797). Mit zusammengegürteten Kleidern und fliegenden Haaren sprang sie auf die Friedhofsmauer und stieß von dort die anstürmenden Franzosen mit einer Heugabel zurück. Nach dem Friedensschluss (Campo-Formio, 17. Oktober 1797) blieb sie lange verschollen, bis man sie in Andraz wiederfand, wo sie am 8. Juli 1854 im 84. Jahre starb. Sie, die tirolische „Jungfrau von Orleans", erhielt ein militärisches Begräbnis. Dem Bezirksrichter Kaspar Ruepp (gest. 24 November 1899 in St. Vigil) gebührt das Verdienst, das Leben der Heldin, die zeitlebens ihre Heldentat als Geheimnis bewahrte, erforscht zu haben. In St. Vigil, an ihrem Geburtshaus und am Friedhof in Spinges, der Stätte ihrer Heldentat, setzte man Gedenksteine, ebenso eine Votivtafel in der Hofkirche zu Innsbruck, enthüllt im November 1884; in Spinges (am 1. Mai 1882 und 18. Juni 1893) Erinnerungsmonumente, in Pieve, Buchenstein, ein überlebensgroßes Denkmal (am 23. Juni 1912 enthüllt). Nach Ausbruch des Weltkrieges überführten Buchensteiner Standschützen (Juni 1916) das Denkmal nach Corvara (Friedhof), am 8. September 1923 wurde das Denkmal von den Italienern per Auto von Corvara nach Rovereto ins Museum geführt, wo es sich derzeit befinden dürfte. So wie sie sich selbst, so hat man jetzt auch ihr Denkmal verborgen! Am 5. Oktober 1913 setzte die Mannschaft des 3. Kaiserschützenregiments, unter dem Sperrkommandanten Oberleutnant Emil Zeyer auf dem Grab der Heldin in Pieve einen schlichten Grabstein.

   
  Quelle: Granichstaedten-Czerva Rudolf, Andreas Hofers alte Garde, Innsbruck 1932, S. 423 - 424.
 

Rechtschreibung behutsam angepasst.
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