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  Brief von Joseph Ignaz Straub an den Hauptmann Franz Prandtl der Achentaler Schützenkompanie
 

 

Mattrey, den 8.ten (April) ? 1809

An
den Herrn Franz Prandtl
       Hauptmann in Achental.

Heute erhielt ich die zwey mitgeschickten Befehle, aus welchen Sie zu ersehen belieben, dass alles aufstehen muss, was Waffen tragen kann. Lassen Sie nur den Leuten alles bekannt machen, dass nur alles geschwind versorgt wird, alle Straßen & Gassen, Brücken und alles verrammelt und ruiniert und alles Bewaffnet werden sollte.

Morgen oder übermorgen wird gewiss angegriffen und sobald Sie schnellen hören, so kommt nur alle zum Lande und helfets; gebt nur obacht, dass die Nederer Brücke abgeworfen & die Ladschüsse alle hineingeführt werden, damit dem Feind die ganze Rediratie durchs Achental abgeschnitten wird. Gehen Sie nur geschwind hin & hinab auf Ihrer Seite, Ordre und Befehle ausgehen lassen; dass nur alles Volk geschwind heute noch in Waffen trettet; sind selbe von welcher Gattung Sie wollen, wenn es nur Mordgewehr sind.

Ich hoffe & vertraue auf Ihre alte schon lange bekannte Treue und Vaterlandsliebe und Empfehle mich höflichst

Joseph Ign. Straub Kommandant.

(Mitgeteilt von Josef Lettinger, „Prantlbauer" in Achenkirch.)

   
  Quelle: Josef Lettinger, Brief von Joseph Ignaz Straub an den Hauptmann Franz Prandtl der Achentaler Schützenkompanie, in: Achentaler Heimatbuch (= Schlern-Schriften Band 241), HG. Katharina Staudigl-Jaud, Innsbruck 1965. S. 47.
 

Rechtschreibung behutsam angepasst.
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