Die Windfee Melusine von Johannisberg

In den Wintern heulte oft der Wind in den Öfen und Schornsteinen der Häuser von Johannisberg.
Die Alten sagten dann: „Die Melusine sitzt auf dem Dach und hat Hunger.“
Um sie zu besänftigen, legte man ein Stück altes Brot in die Glut des Ofens.
Meist verstummte das Heulen daraufhin, und man glaubte, Melusine sei weitergezogen.


Johannisberg (Piargy), heute Kremnické Bane, Slowakei
Kategorie: Natur- und Wettersagen / Hausgeister
Die Bezeichnung „Melusine“ ist wahrscheinlich aus dem Slowakischen „Meluzina" übernommen und eingedeutscht.
Im Hauerland kam es im Laufe der Zeit zu einer Vermischung deutscher und slowakischer Sagengestalten, was auch diese Überlieferung widerspiegelt.

ERZÄHLERIN:
aus der mündlichen Überlieferung von Klotilda Weyerstrass (geb. Tielesch), geb. 1936 in Kremnica (ČSR), zweisprachig aufgewachsen (Deutsch/Slowakisch), aufgewachsen in Piargy / Johannisberg.
Die Sagen wurden von ihr in den 1940er Jahren gehört und bis heute erinnert. Die Quellenlage ist eindeutig und persönlich belegt.

E-Mail Zusendung von Lars Weyerstraß, Juni 2026.