2.
Ein anderes Mal gieng ein Bursche in einer mondscheinhellen Nacht am
Fuße des Schloßhügels vorbei und sah neben dem Wege ein
kleines Fäßchen stehen. Wie er es bemerkte, dachte er sich,
da ist auch Jemand noch spät auf dem Wege, und stieß mit einem
Fuße an das Fäßchen, um zu sehen, ob es schwer sei. Das
Fäßchen schien aber sehr schwer zu sein. Er gieng nun weiter,
und als er vorbei war, knallte das Fäßchen wie ein Poller.
Er sah erschrocken zurück, konnte aber von Allem keine Spur mehr
sehen. Hätte er das Fähchen, das voll Gold war, mit sich genommen,
wäre der Geist erlöst worden. (Patznaun.)
Quelle: Sagen aus Tirol, Gesammelt und herausgegeben von Ignaz V. Zingerle, Innsbruck 1891, Nr. 588, Seite 333f.