Zu Mieders in Stubai lag einmal ein Bauer im Sterben. Ein Taglöhner sah denselben außer dem Dorfe "Lab hagen" (= Laub rechen) und dachte, dass der Hansl wieder gesund sei. Als der Taglöhner ins Dorf kam, läutete gerade das Sterbeglöckl und er fragte, wer denn gestorben sei. Wie erstaunt war er, als er hörte, dass jener Bauer verstorben war, den er eben draußen "Lab hagen" gesehen hatte. Der Sterbende hatte sich also nochmals gemeldet. Das Melden ist aber ein gutes Vorzeichen für die Seele des Sterbenden, denn "wo a Mun u-ga g'schicht, betet man a Vatar unser".
Quelle: Chronik von Mieders, Sebastian Hölzl, Innsbruck 1976, S. 53