Beim Dorfe Mieders liegen 2 Bauernhöfe mit einer Mühle. Deren angrenzende Felder gegen Fulpmes tragen den Namen "im Gschnals". Hier lasst sich besonders in den Nächten der Fasten- und Adventzeit das durchdringende Jauchzen und Pfeifen des G'schnalsjuchzers vernehmen. Über die Entstehung dieses Spukes erzählt man sich folgende Sage:
Die Tochter eines ehemaligen Besitzers jener Mühle hatte mit einem Müllergesellen ein heimliches Verhältnis. Die beiden hielten ihre nächtlichen Zusammenkünfte fern von den beiden Bauernhäusern auf den Feldern von Fulpmes. Der Bursche juchzte und pfiff dann seinem Mädchen schon immer von weitem zu. Aber eines Tages kam der Müller hinter die ganzen Schliche und beschloss in seinem unbändigen Zorn, die Tochter niederzuschießen. Er schlich sich mit scharf geladenem Gewehr hinaus auf die Wiese und juchzte dem Mädchen gerade so zu, wie es ihr Liebhaber zu tun pflegte. Arglos kam die Getäuschte heran. Da drückte der Müller ab, der Schuss krachte weithin durch die stille Nacht und mit einem markerschütternden Schrei sank das Mädchen tot zu Boden. Hastig wühlte der rachesüchtige Vater ein Grab, und verscharrte den blutüberströmten Leichnam.
Der Mörder blieb unentdeckt. Erst als der Müller gestorben war und sein Geist juchzend und pfeifend auf der Stätte der unseligen Tat umgehen musste, wusste man in Mieders, wer der Täter war.
Quelle: Chronik von Mieders, Sebastian Hölzl, Innsbruck 1976, S. 53