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VOM WILDEN JÄGER

Im Traunkreis ist ein Bauernhof, der weder Einfahrts- noch Gassenthor hat, obwohl die Thüröffnungen nicht fehlen. Der Hof steht somit jahraus, jahrein, Tag und Nacht unverschlossen. Mehrere Besitzer haben es schon versucht, Thore anzubringen, um den Hof schließen zu können; aber über Nacht wurden sie wie von unsichtbaren Händen wieder ausgeworfen. Dennoch ist im Hofraume alles sicher, obwohl eine Menge Haus- und Ackergeräte umherliegen. Einst versuchten schlechte Leute einen Diebstahl; aber kaum, daß sie dreißig Schritte weit gekommen waren, warfen sie ihre Beute weg und liefen eiligst davon.

Durch diesen Hof soll vor alters die Wilde Jagd gezogen sein.

Gleichen Inhalts ist die Sage vom "Schloß Wildberg".

Das Fenster des Thurmes im Schlosse Wildberg, wo Wenzel der Faule gefangen saß, kann nicht vermauert werden. Die am Tage eingelegten Ziegel werden nachts wieder hinabgeschleudert.


Quelle: Oberösterreichische Volkssagen. Gesammelt von Kajetan Alois Gloning. Ried 1884. S. 62