DER GALGENRIEGEL BEI SCHWARZENSEE

Im Jahre 1809 soll nach Angabe älterer Männer im Betsteighofe ein Inwohner vom Steinfelde mit einer schönen jungen Frau gewohnt haben. Französische Soldaten quartierten sich dort ein, Bauern harrten vor der Tür, um dieselben zu vertreiben; als aber die Feinde zu lange im Hause blieben, schoß einer der Bauern durch das Schlüsselloch, traf aber statt die Franzosen die junge Frau. Die herausstürzenden Franzosen wurden nun von den Bauern überwältigt und im nahen Walde getötet; einer derselben bat um Schonung seines Weibes und Kinder wegen, fand aber keine Gnade, da man von ihm Verrat fürchtete. Der Ort, wo dies geschah, heißt noch heute der "Galgenriegel".


Kommentar: (Nach einem Berichte des Pfarrers von Neuhaus.)
Quelle: Carl Calliano, Niederösterreichischer Sagenschatz, Wien 1924, Band II, S. 56