»Hier sitz ich splitterfasenackt und bloß,
wenn doch mein Liebster käme
und würfe mir mein Hemde in den Schoß!«
Hernach wurde ihr das Hemd wieder hereingeworfen,
und sie merkte auf das Gesicht dessen, der es tat; dies kam mit dem überein,
der sie nachdem freite. Die andern Mädchen kleideten sich auch aus,
allein sie fehlten darin, daß sie ihre Hemden zusammen in einen
Klump gewickelt hinauswerfen. Da konnten sich die Geister nicht finden,
sondern huben an zu lärmen und zu poltern, dermaßen, daß
den Mädchen grausete. Flugs gossen sie ihr Feuer aus und krochen
zu Bette bis frühe, da lagen ihre Hemden vor den Türen in viel
tausend kleine Fetzen zerrissen.
Kommentar:
Prätor.: Weihnachtsfratzen, Nr. 62.
Quelle: Deutsche Sagen, Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Brüder Grimm),
Kassel 1816/18, Nr. 117.