Sophia zog aus Hessen vor Eisenach; da man die Tore verschlossen und sie nicht einlassen wollte, nahm sie eine Axt und hieb in St. Jörgentor, daß man das Wahrzeichen zweihundert Jahre hernach noch in dem Eichenholz sah.
Die Chroniken erzählen, jener Mann sei ein Bürger aus Eisenach, namens Welspeche, gewesen, und weil er den Meißnern nicht huldigen wollen, zweimal mit der Blide über die Burgmauer in die Stadt geworfen worden, aber unverletzt geblieben. Als er immer standhaft bei seiner Aussage verharrte, wurde er zum drittenmal hinabgeschleudert und verlor sein Leben.
*) Er war Bruder Landgrafen Ludwigs, hatte die heilige
Elisabeth, dessen Witwe, hart behandelt und Hermann, ihren einzigen Sohn,
der Sage nach, vergiften lassen.
Kommentar: Thüringische
Volkssage, vergl. Brandes: Einfluß und Wirk. des
Zeitgeistes, I. Abt., Hannover 1810, S. 164. Thür. Chronik in
Senkenberg: Sel., III, 330. Spangenberg: Sächs. Chronik, Fft.
1585, S. 446. Bange: Thüring. Chronik, Bl. 99, 100.
Winkelmann: Hessische Chronik, S. 286, 287. Rohtes Chronik,
ap. Menken, I, 1738 - 1742.
Quelle: Deutsche Sagen, Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Brüder Grimm),
Kassel 1816/18, Nr. 558