Umgehende Mönche.

Ein Fürstabt und zwei andere Benediktiner von St. Blasien, welche zusammen die Unterthanen der Abtei unbarmherzig gedrückt und benachbarte Gemeinden übervortheilt hatten, mußten nach ihrem Tode im Kloster umgehen. Um sie fortzuschaffen, berief man den Kapuziner-Guardian von Staufen, der wegen seiner Frömmigkeit weit und breit bekannt war. Derselbe beschwur die Geister in Säcke und trug mit zwei Männern sie auf den Feldberg, wo er und die beiden andern, rückwärts gehend und ohne umzuschauen, sie in den Feldsee abluden. In diesen und einen weiten Bezirk umher bannte er die Gespenster, welche daselbst in den heiligen Zeiten sich zu zeigen pflegen. Zuweilen fischen sie am See, oder jagen, in Jagdkleidung, im Walde. Einem Löffelschnitzer von Menzenschwand begegneten sie, in ihrer Ordenstracht, einer hinter dem andern gehend, auf der Bärhalde. Der vorderste, durch sein goldenes Kreuz als Abt kenntlich, sprach: "O Weh!" der zweite: "Die Armuth!" Der dritte: "Das ungerechte Gut!" Mit diesen Worten gingen sie an dem Manne vorüber, wobei er bemerkte, daß ihre Gesichtshaut wie Tannenrinde aussah.

Zu drei andern Menzenschwandern, die am Vorabend des Christtags über den Feldberg gingen, kamen sie, in ihren schwarzen Kutten, auf Kohlrappen geritten. Sie sprengten um die Männer, die keine Köpfe an ihnen wahrnahmen, her und riefen stets: "Unrechtes Gut, du hast uns betrogen!" Nachdem sie so die davon eilenden Männer eine gute Strecke begleitet hatten, verschwanden sie an einem Kreuzwege.

Quelle: Bernhard Baader, Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden. Karlsruhe 1851, Nr. 47.