Wittlich, Landkreis Bernkastel-Wittlich, Rheinland-Pfalz
Der Säubrenner-Brunnen steht auf dem Pariser Platz, das Gegenstück, die Skulptur einer Sau vor der Sparkasse. Runder Steinsockel, auf welchem acht lebensgroße Ferkel den Brunnenrand zieren.
Legende:
Im Jahr 1397 soll es feindlichen Truppen angeblich gelungen sein, den Ort ohne Gewalt zu erobern.
Ein unglücklicher Zufall fügte es, daß der eiserne Bolzen, mit dem das Wittlicher Stadttor verschlossen wurde, zerbrach und vom Torwächter durch eine eilig zurechtgeschnittene Runkelrübe ersetzt wurde. In einem unbeobachteten Augenblick fraß ein herumstreunendes Schwein dieses Provisorium, so daß der Feind ungehindert in die Stadt eindringen, diese plündern und brandschatzen konnte.
Nach Ende der Kriegshandlungen trieben die Wittlicher, die dem schuldigen Schwein und seinen Artgenossen Rache geschworen hatten, alle ihre Tiere auf dem Marktplatz zusammen und verbrannten sie dort bei lebendigem Leibe.
Seitdem feiert man in Wittlich alljährlich am dritten Augustwochenende die "Säubrenner-Kirmes", das größte Volksfest der Eifel, bei dem hunderte Schweine am Spieß über offenem Feuer gebraten werden.
Hintergrundinformation aus volkskundlicher
Sicht:
Hauptinitiator des Volksfestes war der Gastwirt, Heimatforscher und Bürgermeister Joseph Mehs (1893 - 1976), welcher 1950 die erste 'Säubrenner'-Kirmes begründete.
Der historische Kern der Wittlicher Säubrennersage liegt in der volkstümlichen Bezeichnung für die Wittlicher Bürger. Diese hatten, wie es früher üblich war, im Rahmen des Waldweidegangs mit den benachbarten Bergweilern eine gemeinsame Schweinetrift (Eichelmast und Bucheckermast) und zur Kenntlichmachung ihrer Herden den Tieren ein dauerhaftes Zeichen eingebrannt.
Quelle: Jörg Bartscher-Kleudgen, Die schwarzen Führer, Eifel - Mosel. Freiburg im Breisgau, 2002, S. 218 - 219.
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