Ritti, ritti, Reßlä!
z'Basel isch a Schleßlä,
z'Rom isch a Glockehus,
's luege drei Junfern drus.
Eine spinnt Side,
D'ander bind't d'Wide,
D'dritte schnid't Hawerstrau.
Bhüt di Gott, mi libi libi Frau!*
Reite, reite Rößlein,
Zu Basel steht ein Schlößlein,
Zu Rom steht ein Glockenhaus.
Gucken drei schöne Jungfern heraus.
Eine die spinnt Seide,
Die andre wickelt Weide,
Die dritte spinnt das klare Gold,
Die viert' ist meinem Büblein hold.*
Rite, rite, Rößli!
Ze Bade stot e Schlößli,
Ze Bade stot e güldi Hüs,
Es lüeged drei Marie drus
Die eint spinnt Side,
Die ander schnätzelt Chride,
Die dritt schnitt Haberstrau:
Bhüet mer Gott mis Chindle au!*
Drei Reiter zu Pferd,
Wo kommen sie her?
Von Sixen, von Sachsen,
Wo die schönen Mädchen auf den Bäumen wachsen.
Hätt' ich eher dran gedacht,
Hätt' ich dir eins mitgebracht.*
So reiten die Herrenkinder,
Wenn sie noch klein wunzig sind.
Wenn sie größer werden,
Reiten sie auf Pferden.
Wenn sie größer wachsen,
Reiten sie nach Sachsen.*
Trost, trost, trüll,
Der Bauer hat ein Füll',
Füllen will nicht laufen,
Der Bauer will's verkaufen.
Verkaufen will's der Bauer,
Das Leben wird ihm sauer.
Sauer wird ihm das Leben,
Der Weinstock, der trägt Reben,
Reben trägt der Weinstock,
Hörner hat der Ziegenbock.*
Der Ziegenbock hat Hörner,
Im Walde wachsen Dörner,
Dörner wachsen im Wald,
Im Winter ist es kalt,
Kalt ist es im Winter,
Da frier'n die kleinen Kinder,
Die kleinen Kinder frieren,
Und wer's nicht glaubt, der kann's probieren.*
Hopp, hopp, hopp, hopp, Reiter,
Schimmel will nicht weiter,
Schimmel will nach Schwaben,
Wirft den Jungen in 'n Graben.*
Schimmel, Schimmel trapp!
Wirf's Kind darüber herab,
Wirf mir's in den Graben,
Daß wir's nimmer haben.*
Wie reiten denn die Herrchen?
Ra! Ra! Ra!
Wie reiten denn die Jüngferchen?
Zimperlim zimzim!
Wie reitet denn der Bauersmann,
Der nicht besser reiten kann?
Hobbeldebobbeldeboo.*
So ryte die Herre, die Herre, die Herre,
So ryte die Bure, di Bure, di Bure,
So ryte di chline Chind,
Die no nie geritte sind.
U we si größer wachse,
Su ryte si wi di Sachse
U fahre dreimal um und um,
U jage ds Chatzli mit em Hund:
U we der Hans i ds Wasser fallt.
So git's e große Pluntsch platsch pluntsch.*
's reitet ein Büblein über den Graben,
Wenn er 'neinfällt, muß er's haben.
Fallt er in den grünen Klee,
So schreit er: O weh! o weh!
Fällt er in die Hecken,
Fressen ihn die Schnecken.
Fällt er auf die Steine,
Tun ihm weh die Beine.
Fällt er in den Graben,
Fressen ihn die Raben.
Fällt er in den Sumpf,
Macht er einen Plumpf.*
Ein alter Posthalter von siebenzig Jahren
Wollt' mit sechs Schimmeln ins Himmelreich fahren.
Die Schimmel liefen trapp trapp trapp,
Und warfen den alten Posthalter ab.*
Fahrt es Schiffli übere See,
Wagglet es hin und här,
Chunt e starche Sturm
U wirft das Schiffli um, um, um!
Quelle: Macht auf das Tor! Alte deutsche Kinderlieder, Maria Kühn, Königstein im Taunus und Leipzig 1921, S. 43ff
Für SAGEN.at korrekturgelesen von Werner Haas, Dezember 2005.
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