OSTERN
aus: E. Hoffmann-Krayer, H. Bächtold-Stäubli,
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens,
Berlin und Leipzig 1932
1. Verjüngung in Natur und Menschenleben. Frühlingseinholung.
2. Magische Vorkehrungen für Acker und Vieh. Vertreibung des Ungeziefers.
Sorge für die Gesundheit. 3. Wasserguß. Schlag mit der Lebensrute.
Hochheben. 4. Speisenweihe und Speisenzauber. 5. Geister und Zauber. Verbote.
6. Vorzeichen und Weissagungen. 7. Wetterregeln. 1. Das älteste und
Hauptfest der Christenheit. Sein Termin war längere Zeit Gegenstand
des Streites, bis ihn das Konzil zu Nicaea auf den Sonntag Das Auferstehungsfest
des Herrn verjüngt Natur und Menschenleben. Die mittelalterliche Kirche
wandte zum Ausdruck dessen als Gegenbild des Todes das derbe Mittel des
„Ostergelächters" (risus paschalis) und der „Ostermärlein" an,
gewissermaßen ein geistiger Zauber nach der langen Trübsal der
Fastenzeit, wie das reichliche Essen den Körper wieder hochbrachte.
Ein neuer Daseinsabschnitt beginnt. Zu Ostern (und Pfingsten) soll
man angefangene Arbeiten beendigt haben, sonst wird man mit ihnen kein Glück
haben. Die Kinder werden neu gekleidet, sonst müssen sie sich „Osterkälbli"
schelten lassen. Alles putzt sich besonders heraus. In Gossensaß legt
man am ersten Ostertage vormittags das Wintergewand, und wenn es schön
ist, nachmittags das Sommergewand fürs Kirchengehen an. Gleich nach
Ostern, heißt es im bayerischen Wald, darf man ohne Schaden für
die Gesundheit mit dem Barfußlaufen beginnen, denn dann ist die Erde
geweiht. Die am Osterfeiertage Geborenen sind bevorzugte Glückskinder
9), und wenn einer zu Ostern oder zwischen Ostern und Pfingsten stirbt,
so wird er selig.
Der Winter ist vorbei, und nur noch geringe Spuren in gewissen Spielen zeigen
hier und da das Bemühen, ihm den Rest zu geben. Am Niederrhein heißt
es bei der Auferstehungsfeier noch heute, es würden dabei „de Jüdde
uut der Kerek gedrieve". Beim Umzug um die Kirche sollen Steine nach den
Haustüren der anliegenden Häuser geworfen worden sein. Im Amte
Ritzebüttel schleppen die Konfirmanden am Abend des Ostertages, nachdem
die Ostereier verzehrt sind, alle zerbrochenen Gefäße auf einem
geeigneten Platze zusammen und schlagen sie mit Knüppeln kurz und klein,
während ein Knabe durch Peitschenhiebe um die Beine die andern von
ihrem Zerstörungswerke abzuhalten sucht. Wenn alle Töpfe zerschlagen
sind, gehts zum Osterfeuer. In Wirklichkeit bezweckt das Scherbenmachen
wie das Peitschenschlagen eine Austreibung der bösen Wintermächte.
Die Kuren singen, „um die Vögel zu wecken". Schon beginnt der Wunsch,
den Lenz einzuführen, lebendigere Gestalt anzunehmen. Eine der Maiund
Pfingstbraut entsprechende „Osterbraut" scheint freilich selten aufzutreten.
Aber das frische, segenbringende Frühlingsgrün wird jetzt
überall fröhlich sichtbar. Am Ostermorgen werden grüne Zweige,
besonders Tannenzweige im Stall aufgehängt oder auf den Düngerhaufen
gesteckt, angeblich um die Tiere vor den Hexen zu schützen (Lausitz).
An verschiedenen thüringischen Orten errichtet man Osterbäume.
Die Kuren stecken Fichten auf die Dünen und geben beim Gange nach dem
Strande den Mädchen Ruten aus den Zäunen. In Dörfern bei
Krossen wird die Straße mit weißem Sande und Mustern von Asche
und Ziegelabfällen freundlich geschmückt, doch wohl um den Lenz
zu empfangen. Dieselbe Absicht hat vielleicht der sog. „Irrgang" oder „Wunderkreis"
bei Eberswalde. Von alten Flurumgängen ist hier und da das „Ostersingen"
übrig geblieben (siehe auch nach Emmaus gehen; Osterreiten).
Manche gehen aus, um vom Felde die Spitzen der frischen Kornsaat zu holen;
sie wird ins Bettstroh gestreut (angeblich gegen Ungeziefer) oder den Mädchen
vor die Fenster oder auch dem Vieh gegeben. Im OA. Ohringen gibt man Gras,
das man am Osterabend gerupft hat, der Kuh, um die Nachgeburt zu fördern.
Im Eichsfelde müssen die jungen Ehemänner von den Knospen essen.
In Westfalen zieht man zu alten Bäumen und umtanzt sie. Wer beim Siebensprunge
um die alte Eiche bei Iserlohn alle sieben Löcher traf, glaubte, daß
er noch sieben Jahre leben oder in dieser Zeit eine Frau bekommen werde.
Der Einholung des Frühlings dienen vielleicht auch allerlei Arten von
Wettläufen. Damit im Jahre mehr Hennen als Hähne werden, muß
am ersten Ostersonntag das „Stubenmensch" mit dem Geweihten vor den Burschen
heimkommen. So verlassen noch jetzt die Mädchen das Hochamt vor Schluß,
und es beginnt ein Wettlauf nach allen Richtungen. Zu St. Georgen südlich
von Graz fahren am Ostersonntag die Bauernburschen von der Kirche weg mit
dem dort geweihten Fleische um die Wette nach Hause; wer das Dorf zuerst
erreicht, trägt Lob und Ehre davon. Nach der Auferstehungsfeier fahren
die polnischen Bauern sehr schnell nach Hause, um ebenso schnell mit der
Ernte fertig zu werden. Eichhörnchenjagen und Hahnschlagen
sind wohl Reste einer Tötung oder Freimachung des Frühlingsgeistes.
Im polnischen Oberschlesien gehen Knaben „mit dem Hahne" um, der auf einer
Drehscheibe den Kopf auf- und ab bewegt. Ein buntgeputztes Puppenpaar tanzt
drum herum. Eine dem Osterfeste eigentümliche Sitte ist das Ballspiel.
Auch mit Kugeln und Holzscheiben wurde gespielt. Man sieht
in diesen Gegenständen Symbole der Sonne, in der Handlung einen Sonnenzauber.
Für das Ballspiel stiften an vielen Orten die im letzten Jahre Vermählten
den „Brautball". Dieser wird dann so lange hin- und hergeschlagen, bis er
entzwei ist. War ein Mädchen bei der Hochzeit keine Jungfer mehr gewesen,
so wurde der Brautball nicht von ihr eingefordert. Den gesteigerten Liebesgefühlen
kommen manche mitunter derbe Bräuche entgegen.
2. Wenn der Papst in Rom am Ostertage mittags den Segen über die ganze
Welt gibt, geht der Bauer am Buchberg bei Tölz aufs Feld, kniet nieder
und bekreuzigt sich, um ihn auch auf seine Äcker und Wiesen herabzuziehen.
Am Ostersonntag und -montag werden die Äcker gepalmt. Werden
die Palmen bei regnichtem Wetter eingesteckt, so gedeiht das Getreide nicht.
Man backt Pfannkuchen, füllt die Eierschalen mit Weihwasser und trägt
sie ins Feld, dann trifft kein Wetterschaden das Korn (Langenei a. Lenne).
Einen Baum, der mehrere Jahre keine Früchte getragen hat, besprengt
man mit Weihwasser und klopft unter einem Spruche dreimal an seinen Stamm.
Die Überbleibsel des Osterlammes und die Schalen der geweihten Eier
werden im Garten unter die Bäume vergraben, damit sie reichlicher Früchte
tragen. In Aisne besprengt man die Apfelbäume vor Sonnenaufgang mit
Weihwasser, um viele Äpfel zu kriegen. In Greenwich wälzten sich
zu Ostern Paare die Hügel hinab.
Gegen Tollwut muß man Hunden zu Ostern ein Stück Fleisch zu fressen
geben. Zum Besten ihres Viehes opfern die Grundbesitzer von Kohlmann jährlich
am Ostermontag eiserne Tiere auf dem Altax. In Ostpreußen klopfen
in der Osternacht vier nackte Mädchen an die vier Ecken des Hauses,
um das Ungeziefer zu vertreiben. Am Ostermorgen fegt man die Stuben aus
und trägt das Gemüll über die Scheide auf das Gebiet des
Nachbarn; damit trägt man ihm die Flöhe zu.
Für sympathetische Kuren sind Osternacht und Ostermorgen geeignet.
In der Soester Niederbörde müssen am Ostertag alle gewogen werden.
In der Pfalz ließ man gewöhnlich am Ostermontag zur Ader. Ostermorgen
nüchtern von den Äpfeln essen, die Palmsonntag auf Palmstöcken
in der Kirche gewesen sind, hilft gegen Krankheiten. Damit die Hennen fleißig
legen, ließen im oberen Mühlviertel viele (manche tun es auch
jetzt noch) am Palmsonntag in einem Säckchen Gerste weihen, die sie
ihnen am Ostersonntag als Futter gaben. Tritt man am Ostertag nicht barfuß
auf den Stubenboden, so ist man vor Fieber sicher (im Ansbachischen).
3. Der heilbringende Wasserguß ist zu Ostern namentlich im östlichen
Deutschland üblich . In Polen heißt er Dyngus. Ebenso häufig
ist das Peitschen mit der „Lebensrute", das - eben weil es
Glück bringt - gewöhnlich mit einer Bewirtung oder einer Eiergabe
belohnt wird. Man nennt es im östlichen Deutschland stiepen (= stäupen),
pietschen, futteln, fuen, meistens aber (in Ostpreußen, Schlesien,
Böhmen) schmackostern (s. d.). Bei den Slovinzen heißt
es „frische Grüne peitschen". Man sorgt dafür, daß die Knospen
an den Birkenreisern, die man dazu benutzt, aufgebrochen sind. An die Osterpeitschen
sind zuweilen Kuchen, Wickelkindchen oder schnäbelnde Tauben gebunden.
Wenn man im Erzgebirge die Schläfer mit den Birkenreisern aus den Betten
holte, gab man als Grund an, die Geschlagenen sollten immer zur rechten
Zeit erwachen. Ein mit der Osterrute gepeitschtes Stück Vieh ist stets
munter. Auch der verbreitete Frühlingsbrauch des Hochhebens
(s. 3, 1603) hat sich an 0stern geknüpft. In den Kreisen Winsen und
Lüneburg warfen die Burschen am ersten Ostertage die Mädchen hoch
in die Luft, um sie dann wieder aufzufangen (Grebenbörn). Ebenso machten
es am zweiten Ostertage die jungen Leute im Kr. Fallingbostel mit dem Bauern,
der in diesem Jahre den Gemeindebullen bekam, und der Bäuerin. In Schottland
hoben die Männer am Ostermontag die Frauen empor, am folgenden Tage
war es umgekehrt. In all diesen Fällen handelt es sich wohl in erster
Reihe um eine Art von Lufttaufe und Reinigung durch die Luft. Wenn am Schlusse
des großen, das Vleugelen oder Vlöggelen genannten Osterumzuges
in Ootmarsum auf dem Marktplatze der Schlußgesang angestimmt wird,
pflegen zuschauende Eltern ihre Kinder bei den letzten Worten des Liedes
in die Höhe zu heben. Manchmal wird auch der Vorsänger hochgehoben.
4. Nach der langen Fastenzeit freut sich jeder der wiedergewonnenen Freiheit
des Speisegenusses. Am Ostersonntag läßt in katholischen Gegenden
jedes Haus allerlei Eßwaren in der Kirche weihen, namentlich
Fleisch, Eier (s. Osterei), Käse, Osterbrot und Osterfladen. Am beliebtesten
unter den Osterspeisen wurde der Schinken, den man auch zu Heilzwecken benutzte.
Was man weihen läßt, geht in diesem Jahre nicht aus. Wer die
Speisenweihe machen läßt, wird alt. Je näher dem Altar,
desto kräftiger ist die Weihe. Im steirischen Unterlande geht der Kaplan
am Karsamstag in die Häuser, um das Fleisch zu weihen. Mittags ißt
man von den geweihten Speisen und trinkt Bier dazu. Jedes im Hause muß
einen Löffel voll essen, ob es will oder nicht. In der Jachenau in
Oberbayern wurde bis 1854 der Reihe nach von einem der 36 Hofbesitzer ein
Widder zum besten gegeben, in Vierteln gebraten, dann wieder in einem Korb
ganz zusammengerichtet, am Kopf mit Buchs und Bändern geziert und an
den Hörnern vergoldet und in der Kirche geweiht. Darauf wurde er im
Wirtshause zerhackt, und der Hirt eines jeden Hofes nahm seinen Teil in
Empfang. In Landshut muß jeder Hausbewohner vor dem Mittagstisch von
dem Geweihten etwas essen. Das schützt vor Leibschäden. Das Vieh
im Stalle erhält davon Schwarzbrot und Salz, die Hühner von den
geweihten Eiern, damit sie der Fuchs nicht erwische. Die vom Weihefleisch
übrig gebliebenen Knochen werden auf das Kornfeld gestreut. In Niederbayern
trägt man einen Teil der geweihten Speisen in den Wald für den
Fuchs. Anderswo in Bayern werden die Knochen der gesegneten Fleischstücke
getrocknet und zu Pulver gestoßen, um als Heilmittel bei frischen
Wunden gebraucht zu werden. Auch über der Stalltür wird das geweihte
Fleisch eingemacht und auch sonst gegen Malefiz verwandt. In Lully (Freiburg)
ist am Ostersonntag das Augensegnen volkstümlich, in Wallis das Brotsegnen.
In Oberösterreich werden vormittags nach dem Hochamt Blumen oder doch
Spitzen der jungen Saat oder Gräser von Feld oder Wiese geholt und
in der Mitte des Tisches im Kreise herumgelegt. Innerhalb dieses Kreises
setzt man die Speisen auf In Ungarn darf sich während des Festmahles
die Hausfrau nicht von ihrem Sitze erheben, sonst wird sie im Jahre Nahrungsmangel
leiden. Von den Ostereiern, vom Schinken, Knoblauch, Brot wird etwas aufgehoben
und bei Gelegenheit an Zahnschmerzen leidenden Menschen oder Kühen,
die keine Milch geben wollen, zu essen gegeben. In Oberschlesien aßen
früher die Landleute am ersten Ostertage Meerrettich löffelweise;
das sollte an das bittere Leiden Christi erinnern. Einen besonderen Zauber
vermerkt eine Handschrift des 14. (? 15.) Jh. in der Bibliothek zu St. Florian:
„Item so man an dem ostertag, legt man würst vnder das chrawt vnd ain
gens. welcher die würst siecht, der siecht des iars chain slangen,
vnd wer der gens ist, der gewint des iar des chalten siechten nit".
5. Auch zu Ostern ist die Welt der Geister in Bewegung, und allerlei
Zauber äußert seine Macht (vgl. Karwoche). In der Osternacht
sind alle Wiedergänger sichtbar. Gespenstische Kutschen
erscheinen. Wenn man sich in der Osternacht von 11 - 12 Uhr auf einen Kreuzweg,
der zugleich Totenweg ist, hinlegt und dort trotz aller Erscheinungen weder
lacht noch weint, weder betet noch spricht, kommt der Teufel in Gestalt
eines Jägers und verleiht allerlei Gaben. Schatz- und Schlüsseljungfrauen
zeigen sich am Ostermorgen, oder -mittag und gehen an ein Gewässer,
um sich zu waschen. Versunkene Schätze kann man heben während
des Evangeliums am ersten Osterfeiertage. Versunkene Glocken läuten,
und Vineta steigt am Ostermorgen empor und tanzt freudig über
den Wogen. Die Wünschelrute wird am ersten Ostertag getauft oder erprobt
zu Ostern ihre Kraft. Gegen die Hexen muß man in der Osternacht
wachsam sein. Darum hallen Schüsse durch das Dunkel zum Schutze der
Menschen und des jungen Kornes. In der Gegend von Pinneberg knallten die
Bauernburschen am ersten Osterabend kräftig mit den Peitschen. Die
Hausfrau tischte dann Eier auf, und man sagte, die Knechte wollten die Eier
„moer kloppen". Nach dem Eierschmause wiederholte sich das Knallen. Auch
das Sachenverstellen (vielleicht ursprünglich eine Schutzmaßregel)
kommt hier und da vor. In Westböhmen eilt man auf Kreuzwege und holt
Kieselsteine, die bei Gelegenheit ins Butterfaß gegeben werden, um
Hexen zu vertreiben. Nach bulgarischem Glauben läßt Gott vom
ersten Ostertage an bis zum ersten Pfingsttage die Seelen aus dem Paradiese
frei, damit sie im Himmel und auf Erden sich herumtummeln.
Verbote, wie sie zu andern heiligen Zeiten so oft begegnen, kommen
zu Ostern nur vereinzelt vor. Man soll keine Wäsche halten. Am Ostertag
hinausgelassene Schweine werden ackerläufig. Wer Ostern einen Vogel
tötet, zieht sich den Zorn Gottes zu. In der Neuroder Gegend brennt
man am Abend des Ostersonntags womöglich kein Licht, damit der Flachs
nicht verderbe. In Breyell bei Kempen (Rhein) soll man am Ostersonntag so
früh schlafen gehen, daß man während des Einschlafens die
Balken der Zimmerdecke zählen kann. Strafen für Entweihung des
Ostertages büßen der Mann im Mond", der wilde Jäger und
andere.
6. Auch zu Vorzeichen und Weissagungen scheint Ostern nicht
so in Anspruch genommen zu werden wie andere Zeiten. Aus der größeren
oder geringeren Füllung eines Wasserbeckens wird auf die Fruchtbarkeit
des kommenden Jahres geschlossen. In Spitz a. Donau geben sie einen Kranz
auf einen Baum; wird er dürr, so haben sie Unglück. Bäume
und Quellen verhelfen zu Liebesorakeln. Kuckuck und Schmetterling
klären Zigeuner über die Zukunft auf. Man pflückt Palmen
(Weidenkätzchen) und gibt jeder den Namen eines Mitgliedes der Familie;
dann streut man sie auf das Wasser, und wessen Palme zuerst untergeht, der
stirbt noch in demselben Jahre. Je nachdem eine Manns- oder Weibsperson
vom Hochamte zuerst nach Hause kommt, werden lauter Hähne oder Hennen.
Deshalb ließ einst jede Bäuerin das Tor sperren und verweigerte
einem Manne den Eintritt. Gelangte er dennoch ins Haus, ging er zu den Hühnernestern
und nahm die Eier heraus, die ihm die Bäuerin rot färben mußte.
7. Maßgebend ist der Ostertag für das Wetter der Folgezeit. „Gröne
Poschen witte Peisten". Ostern muß schön sein. Wie das Wetter
am ersten Ostertage, so bleibt es sieben Wochen lang. Wenn es am Ostertage
regnet, so regnet es sechs Sonntage nacheinander, soll das Korn bis auf
die Sichel vergehen, regnet es ein Drittel von der Winterfrucht, wird das
Land im ganzen Jahre nicht satt, wird die Erde den ganzen Sommer nicht naß.
Regnet es am Tage vor Ostern, so gibt es viel Regen zwischen Ostern und
Pfingsten. Wenn es am Ostersonntag während des Gottesdienstes regnet,
so bleibt das zehnte Körnchen aus, und wenn es am Pfingstsonntag während
der Kirche regnet, so kommt das zehnte Körnchen wieder. In Osterode
haben die Alten auf dem Siechenhofe dafür zu sorgen, daß am ersten
Ostertage gutes Wetter ist. Regnet es, so haben sie nicht ordentlich gebetet.
Dagegen heißt es im oberen Mühlviertel am linken Donauufer: am
Ostertag soll es regnen, denn soviel Tropfen, soviel Äpfel. Woher am
Ostermorgen der Wind weht, daher weht er bis Himmelfahrt oder bis Pfingsten.
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