| Wallfahrt: | Historische lokale Mariahilf-Wallfahrt zur Kapelle Unterm Schrofen. |
| Status: | Erloschene Wallfahrt; eine regelmäßige Wallfahrtspraxis ist heute nicht mehr erkennbar. |
| Kultzentrum: | Mariahilf-Verehrung und historische Votivbilder als Zeugnisse der früheren Wallfahrt. |
| Ort: | St. Gallenkirch, Unterm Schrofen |
| Bezirk: | Bludenz |
| Bundesland: | Vorarlberg |
| • | Lage: Unterschrofen, 6791 St. Gallenkirch. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Vorarlberg |
| • | Ansicht in Street View (Luftbild) |
| • | Web: Pfarramt St. Gallenkirch (Pfarren Innermontafon) |
| • | Öffnungszeiten: keine Öffnungszeiten bekannt. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
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Die kleine Mariahilfkapelle "Unterm Schrofen", die auch unter der älteren Lagebezeichnung "am hohen Steg" bekannt ist, liegt an einer historischen Wegverbindung zwischen St. Gallenkirch und Schruns. Sie war einst Ziel einer lokalen Mariahilf-Wallfahrt, deren Bestehen durch historische Votivbilder belegt ist und die noch weit in das 19. Jahrhundert hinein Bedeutung besaß. Eine regelmäßige Wallfahrtspraxis ist heute nicht mehr erkennbar, sodass die Wallfahrt als erloschen gelten kann.
Nicht zu verwechseln ist die historische Wallfahrtskapelle Unterm Schrofen mit der ebenfalls Maria Hilf genannten Kloster-Pension am Montielweg. Dieses von den Franziskaner-Missionsschwestern von Maria Hilf geführte Erholungs- und Gästehaus geht auf einen 1955 übernommenen Bergbauernhof zurück und besitzt eine eigene, erst im Zuge des Ausbaues in den 1980er-Jahren eingerichtete Hauskapelle.
Die erste Kapelle wurde 1757 errichtet. Bereits wenige Jahre später, 1764, wurde sie durch ein Hochwasser zerstört und anschließend wieder aufgebaut. 1782 fiel auch dieser Bau einer Lawine zum Opfer. Dass die Kapelle danach erneut errichtet wurde, zeigt die anhaltende Bedeutung des Ortes für die Bevölkerung.
Im Zentrum der Verehrung stand ein Mariahilfbild des Vorarlberger Malers Franz Josef Walser. Die Kapelle besitzt außerdem einen barocken Altar aus der Werkstatt des Bildhauers Johann Ladner, der um 1775 entstanden ist. Das Mariahilfbild sollte dabei nicht ohne weiteren Nachweis als "Gnadenbild" bezeichnet werden; sicher ist jedoch, dass die Marienverehrung den kultischen Mittelpunkt der Kapelle bildete.
Besonders wichtig für den Wallfahrtsstatus sind die erhaltenen historischen Votivbilder. Sie belegen, dass Menschen die Kapelle mit persönlichen Anliegen aufsuchten und nach erhoffter oder erfahrener Hilfe Dankzeichen hinterließen. Die Votive sind damit materielle Zeugnisse einer tatsächlichen Wallfahrtspraxis und unterscheiden Unterm Schrofen deutlich von jenen Kapellen, deren Wallfahrtscharakter lediglich aus späteren Listen oder aus einem Marienpatrozinium abgeleitet wurde.
Welche konkreten Nöte und Gebetserhörungen auf den einzelnen Votivbildern dargestellt sind, lässt sich nach der derzeit zugänglichen Quellenlage nicht näher bestimmen.
Die Lage der Kapelle an einem alten Verkehrsweg dürfte ihre Bedeutung zusätzlich begünstigt haben. Die Bezeichnung "am hohen Steg" erinnert an eine frühere Weg- beziehungsweise Brückenverbindung, während "Unterm Schrofen" auf den felsigen Hang verweist, unter dem sich die Kapelle befindet. Mit der Verlagerung der Verkehrswege verlor dieser alte Weg später seine frühere Bedeutung.
Volkskundlich interessant ist vor allem die Verbindung von Mariahilfverehrung, Votivpraxis und der wiederholten Zerstörung des Heiligtums durch Naturgewalten. Hochwasser und Lawine vernichteten die Kapelle innerhalb weniger Jahrzehnte zweimal, dennoch wurde sie jeweils wieder aufgebaut. Die Wallfahrt selbst ist heute erloschen, doch das Mariahilfbild, der barocke Altar und die Votivbilder bewahren die Erinnerung an einen einst regional bedeutsamen kleinen Marienwallfahrtsort.
• Literatur zur Wallfahrt:
- Juen, Friedrich; Kasper, Michael; Rudigier, Andreas: Dokumentationen zur historischen Via Valtellina und zu den Sakralorten des Montafons.
- Montafon Tourismus / Montafoner Museen: Dokumentation zur Kapelle Unterm Schrofen.
- Diözese Feldkirch: Verzeichnis der Wallfahrtsorte Vorarlbergs.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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