Rankweil, Basilika Pfarr- und Wallfahrtskirche Liebfrauenbergkirche
Die Basilika Rankweil (offizieller Name Pfarr- und Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau Mariä Heimsuchung und Loretokapelle, inoffiziell auch Liebfrauenbergkirche) ist eine Basilika in Rankweil auf dem mitten im Ort aufsteigenden Liebfrauenberg.
Von der ehemaligen Burg der Grafen von Montfort sind keine Reste mehr vorhanden. Ab dem Jahre 1470 wurde eine bereits vorhandene Wehrkirche erneuert und vergrößert.
In der Kirche befindet sich ein Kruzifix aus dem Ende des 12. Jahrhunderts.
In den Jahren 1657 bis 1658 wurde durch Baumeister Michael Beer eine Loretokapelle (auch Gnadenkapelle und Beichtkapelle) als Seitenschiff errichtet.
Das Gnadenbild, eine geschnitzte Figur der Maria mit Kind, ist vom Bildhauer Johannes Rueland aus dem Jahre 1470 und seit dem Umbau der Kapelle 1757 von einem vergoldeten Rokokoaltar umgeben.
In der Fridolin-Stein-Kapelle, befindet sich ein Quarzmarmorstein, in welchen angeblich der Hl. Fridolin bei einem Gebet mit seinen Knien eingesunken ist, und dabei eine Eindruckstelle entstanden sein soll. Der Stein zeigt auch Gebrauchsspuren, weil durch die Jahrhunderte dort viele Gläubige im Gebet knieten.
| | Lage: Liebfrauenberg 10, 6830 Rankweil. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Vorarlberg |
| | Ansicht in Street View |
| | Web: Pfarre Rankweil |
| | Geöffnet: |
| | Der rote Stein zu Rankweil:
An die Pfarrkirche auf dem Frauenberge zu Rankweil ist auf der Nordseite eine kleine Kapelle angebaut, die Fridolinskapelle. Darin sieht man ein großes rötliches Quarzstück mit zwei Vertiefungen, in die mancher andächtige Pilger seine Knie senkt. Von diesem eigentümlichen Betstuhle geht die Sage: Als Fridolin von dem Gerichte zu Müsinen in Sachen der Ursischen Güter den Bescheid erhalten hatte, die Wahrheit der Schenkung durch Zeugen zu erhärten, so verließ er die Malstatt und ging in den Wald ober Rankweil, wo er sich auf einen Stein niederwarf, um im Gebete Trost für sein beklommenes Herz zu suchen. Auf einmal war es dem Betenden, als spräche zu ihm eine Stimme aus goldumsäumter Wolke: "Ziehe gen Glarus und rufe den Toten Urso, daß er zeuge gegen Landolf." Die überirdische Erscheinung verschwand, und der Stein, auf dem der Betende kniete, ward weich wie Wachs, daß tief seine Knie einsanken. Fridolin erhob sich und zog gläubig nach Glarus, wo auf seinen Ruf der Tote erstand. Der Stein nahm zwar seine natürliche Härte und Sprödigkeit wieder an, ließ aber die deutlichen Spuren der eingesunkenen Knie zurück und wurde von den Händen frommer Christen in die Kapelle gebracht, in der er heutigentags noch liegt. |
Bildquelle: SAGEN.at |
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| | Das wundertätige Kreuz in Rankweil:
In der Sakristei der Pfarrkirche zu Rankweil wird ein hölzernes Kreuz aufbewahrt, das durch die Schenkungen frommer Wallfahrer reich mit Silberplatten und Glasgemmen geschmückt und mit kostbaren Reliquien angefüllt ist und an Kranken schon wunderbare Heilungen hervorgebracht hat. Die Gebiete von Rankweil und Zwischenwasser werden geschieden durch den Wildbach Frödisch, der mit großem Getöse vom Gebirge niederstürzt und durch ein tiefes Tal herausrauschend der Frutz zuströmt. Vor uralter Zeit soll das wundertätige Kreuz auf den Wogen des Frödischbaches dahergeflözt und neben dem Weiler Muntlix, nicht weit von einem Brunnen, der jetzt noch der Kreuzbrunnen heißt, ausgeworfen worden sein. Als das Kreuz gefunden wurde, erhob sich Streit zwischen den beiden Gemeinden Rankweil und Zwischenwasser, da eine jede sich in den Besitz des Heiligtums setzen wollte. Endlich wurde auf den Rat eines ehrwürdigen Greises das Kreuz auf den Wagen eines Ochsengespannes gelegt, mit dem Bedingen, den Ochsen freien Lauf zu lassen, und daß der Ort, wo die Ochsen aus ungefähr oder Himmelsschickung stillestünden, hinfür die Verwahrungsstätte des kostbaren Fundes sein solle. Die Ochsen setzten mit dem Heiligtume durch die Wogen der Frödisch und eilten geradewegs nach Rankweil bis hinauf auf den Berg Unserer Lieben Frau, wo sie stillestanden. Daraus war der Wille der göttlichen Vorsehung deutlich zu erkennen und das Kreuz wurde in der Pfarrkirche zu Rankweil aufbewahrt. Als man einst mit diesem Kreuze eine Wallfahrt nach Maria Einsiedeln anstellte und über Nacht ausbleiben mußte, konnte am andern Tage trotz alles Suchens das Kreuz nicht mehr gefunden werden, und verloren schien für immer das teure Kleinod. Als aber die Wallfahrer wieder nach Hause gekommen waren, fanden sie es unversehrt an seiner erwählten Wohnstätte. Von dieser Zeit an wuchs das Vertrauen zu dem Kreuze in den Herzen der Umwohner noch mehr, und jetzt noch scharen sich Gesunde und Kranke in der Pfarrkirche, um mit diesem heiligen Kreuze gesegnet zu werden. Quelle: Die Sagen Vorarlbergs. Mit Beiträgen aus Liechtenstein, Franz Josef Vonbun, Nr. 84, Seite 93 |
Bildquelle: SAGEN.at |
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| | Johannesteller Rankweil:
In der Rankweiler Basilika ist dieser Johannesteller (Johanneskopf) ausgestellt, Gläubige kamen bei Kopfschmerzen zu ihm. |
Bildquelle: SAGEN.at |
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| | Das silberene Kreuz:
Viel bewundert wird in der Liebfrauenkirche das Silberne Kreuz, dem wundersame Dinge zugeschrieben werden. Ursprung wie Künstler sind legendenumwoben. Es wird erzählt, daß man das hölzerne, schön geschnitzte Kreuz um das Jahr 1233 zwischen den Wassern zu Muntlix beim Kreuzbrunnen im Sand vergraben fand.* Sulner und Rankweiler stritten sich um das Kreuz. Ein würdiger alter Mann, vielleicht St. Peter selbst, entschied schließlich, man solle das Kreuz auf einen Wagen legen und zwei "Ochsen, die noch nie im Joch gegangen waren, davor spannen. So geschah es. Die Ochsen zogen den Wagen ohne Fuhrmann oder andere Lenkung auf den Marienberg von Rankweil, wo das Kreuz fortan als wundertätig in der Kirche verehrt und in Silber gefaßt wurde. Eine andere Legende erzählt, daß das Silberne Kreuz einmal auf eine Wallfahrt nach Maria Einsiedeln mitgenommen wurde. Es blieb jedoch nicht in der Kirche, in der man es in der Nacht abgestellt hatte, sondern kehrte auf wunderbare Weise auf den Liebfrauenberg zurück. * Die Rankweiler Chronik (1. Teil 1758) spricht von einem Hirtenknäblein (Hierttenknäblein) B. Mrugalska |
Bildquelle: SAGEN.at |
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| | Das wundertätige Kreuz
Dieses wundertätige Kreuz wurde von dem Wildbach Früdisch, der mit großem Getöse vom Berge niederstürzt, durch ein tiefes Tal herausrauscht und, der Frutzach zuströmend, die zwei Gerichte Rankweil und Sulz scheidet, auf den Wogen dahergeschwemmt und neben dem Dorfe Montlix nicht weit von einem Brunnen, der jetzt noch der Kreuzbrunnen heißt, ausgeworfen. Als das Kreuz gefunden wurde, erhob sich ein Streit zwischen Rankweilern und Sulzern, da beide das Heiligtum beanspruchten. Endlich wurde auf den Rat eines geehrten greisen Mannes dortiger Gegend das Kreuz auf den Wagen eines Ochsengespannes gelegt, mit der Bedingung, daß der Ort, wo die Ochsen von ungefähr oder durch Himmelsschickung stillestehen würden, die Verwahrungsstätte des kostbaren Fundes sein solle. Die Ochsen setzten mit dem Kreuze durch die Wogen der Früdisch und eilten dem schönen Frauenberge zu. Daher wurde das Kreuz in der Pfarrkirche zu Rankweil aufbewahrt. Als man hernach mit demselben eine Wallfahrt nach Maria Einsiedeln machte und über Nacht ausbleiben mußte, konnte am andern Tage das Kreuz nicht mehr gefunden werden - es war verschwunden. Aber nachdem die hierüber Betrübten heimgekommen waren, fanden sie das teure Kleinod unversehrt an seiner erwählten Stelle in der Kirche. Von nun an wuchs das Vertrauen zu dem Kreuze täglich mehr und mehr, und es ist bis auf heute der tröstende Gegenstand für Gesunde und Kranke. |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |







