Frastanz-Maria Ebene, Wallfahrtskapelle Maria Hilf – Mariä Heimsuchung

Die auf Maria Ebene bei Frastanz gelegene Wallfahrtskapelle ist ein historischer Marienwallfahrtsort, dessen Ursprung nach örtlicher Überlieferung mit einem Pestgelübde verbunden ist. Im Mittelpunkt der Verehrung steht ein altes Maria-Hilf-Bild, das bereits im 17. Jahrhundert nachweisbar ist und zum Ausgangspunkt einer Wallfahrt wurde, deren Einzugsgebiet im 19. Jahrhundert bis in die benachbarte Schweiz reichte. Die heutige Kapelle entstand 1825/26 an der Stelle eines älteren Bildstockes; ihre Geschichte zeigt besonders anschaulich, wie sich aus einer kleinen lokalen Andachtsstätte über mehrere Generationen hinweg ein überregional besuchter Wallfahrtsort entwickeln konnte. Neben der älteren Mariahilf-Wallfahrt erhielt Maria Ebene in neuerer Zeit eine zusätzliche Bedeutung als Friedensort, wobei ein zur Kapelle führender Friedensweg an die Schlacht bei Frastanz von 1499 erinnert und den historischen Wallfahrtsort heute mit dem Gebet um Frieden verbindet.

Das Pestgelübde der drei Häuser

Über die älteste Entstehung des Heiligtums liegen keine zeitgenössischen schriftlichen Nachrichten vor. Der Frastanzer Pfarrer Josef Matt, der von 1802 bis 1827 wirkte, hielt jedoch eine örtliche Überlieferung fest, der zufolge sich während einer schweren Pestseuche die Bewohner dreier benachbarter Häuser in Fellengatter, der sogenannten Kochenhäuser, zusammengeschlossen und gelobt hätten, einen gemauerten Bildstock mit einem Maria-Hilf-Bild zu errichten, sofern ihre Familien von der Krankheit verschont blieben. Nachdem die Bewohner tatsächlich von der Seuche verschont geblieben seien, hätten sie ihr Gelübde erfüllt und den versprochenen Bildstock errichtet.

In der späteren Überlieferung wird dieser erste Bildstock häufig bereits um 1611 angesetzt. Diese Jahreszahl lässt sich jedoch nicht durch eine zeitgenössische Urkunde bestätigen und sollte deshalb mit der notwendigen Vorsicht behandelt werden. Der überlieferte Kern – die gemeinsame Stiftung mehrerer Hausgemeinschaften in einem Zusammenhang von Seuchengefahr, Gelübde und Marienverehrung – erhält allerdings durch eine erhaltene Inschrift aus dem Jahr 1671 eine bemerkenswerte Bestätigung.

Die Stifterinschrift von 1671

Von besonderer Bedeutung sind zwei erhaltene Tafelbilder der hll. Martin und Sebastian, deren Inschrift festhält, dass die "drei Häuser zu Fellengatter" im Jahr 1671 drei Bilder zu Ehren von Maria Hilf sowie der hll. Martin und Sebastian anfertigen ließen. Damit bestätigt eine materielle Quelle einen wesentlichen Kern der späteren Gründungsüberlieferung: Tatsächlich traten drei Hausgemeinschaften gemeinschaftlich als Stifter auf und verbanden ihre religiöse Stiftung mit einem Schutzensemble, das für die frühneuzeitliche Erfahrungswelt ausgesprochen charakteristisch war.

Die Wahl des hl. Sebastian ist dabei besonders aufschlussreich, denn er gehörte zu den wichtigsten Pestheiligen der katholischen Volksfrömmigkeit und wurde insbesondere in Zeiten epidemischer Krankheiten angerufen. Martin wiederum war in der bäuerlich geprägten Welt ein außerordentlich populärer Heiliger, während Maria Hilf als umfassende Fürsprecherin in unterschiedlichsten Nöten verehrt wurde. Eine bestimmte gemeinsame liturgische Funktion dieser drei Bilder ist nicht überliefert, doch zeigt ihre Verbindung deutlich, dass die frühe Andachtsstätte auf Schutz, Hilfe und Bewahrung ausgerichtet war.

Das alte Wallfahrtsbild Maria Hilf

Im Mittelpunkt der Wallfahrt steht das alte Maria-Hilf-Bild, das zum weit verbreiteten Bildtypus "Maria Hilf" gehört, dessen berühmtestes Vorbild auf Lucas Cranach d. Ä. zurückgeht. Das Frastanzer Bild besitzt jedoch eine eigenständige Gestaltung und wird in der örtlichen Überlieferung als "Maria Hilf über Brücke und Burg" bezeichnet, da sich unter Maria und dem Jesuskind eine Phantasielandschaft mit Architektur und Brücke erstreckt.

Besonders aussagekräftig ist die alte Inschrift auf dem Bild: "Heilige Maria hilf – uns in aller noth – Einem jeden Christen – gibt sie ein Trost". Diese Worte bringen die Funktion des Bildes innerhalb der Wallfahrt unmittelbar zum Ausdruck. Maria wird nicht unter einem eng begrenzten Patronat angerufen, sondern als allgemeine Helferin in menschlicher Not, wodurch das Kultbild für unterschiedlichste persönliche Anliegen offenstand. Das Bild soll bereits um 1670 im älteren Bildstock vorhanden gewesen sein und wurde später in die heutige Kapelle übernommen, sodass es eine seltene materielle Kontinuität zwischen der frühen Andachtsstätte und dem späteren Wallfahrtsbau herstellt.

Entwicklung zur Wallfahrt

Im Laufe des 18. Jahrhunderts nahm die Bedeutung des Bildstockes deutlich zu. Seit den 1760er Jahren kamen zahlreiche Gläubige aus der Umgebung und auch aus weiter entfernten Orten nach Maria Ebene; besonders Menschen aus Feldkirch sollen die Andachtsstätte häufig besucht haben. Der Zustrom wurde schließlich so groß, dass der kleine Bildstock den Bedürfnissen der Besucher nicht mehr genügte und um 1780 durch einen Vorraum erweitert wurde, in dem ungefähr 30 bis 40 Personen Platz fanden.

Diese bauliche Erweiterung ist ein wichtiger indirekter Nachweis für den Umfang der damaligen Verehrung. Die Andachtsstätte musste den Bedürfnissen einer wachsenden Zahl von Besuchern angepasst werden, zugleich sind Opfergaben ausdrücklich überliefert, die dem Unterhalt des Heiligtums dienten und später eine wichtige finanzielle Grundlage für den Neubau der Kapelle bildeten. Maria Ebene entwickelte sich somit nicht plötzlich zu einem Wallfahrtsort, sondern wuchs schrittweise aus einer lokalen Votiv- und Andachtstradition zu einem stärker frequentierten religiösen Zentrum heran.

Der Bau der heutigen Kapelle

Im Jahr 1824 richteten 18 Bewohner von Fellengatter eine Bittschrift an das Generalvikariat Feldkirch und ersuchten um die Erlaubnis, den bestehenden Bildstock durch eine größere Kapelle zu ersetzen. Als Begründung wurde nicht ausschließlich die Wallfahrt genannt. Fellengatter lag relativ weit von der Pfarrkirche entfernt, sodass insbesondere ältere und kranke Menschen Schwierigkeiten hatten, regelmäßig am Gottesdienst teilzunehmen. Die neue Kapelle sollte deshalb zugleich Wallfahrtsort und lokaler Andachtsraum sein.

Die Bevölkerung erklärte sich bereit, beim Bau Frondienste beziehungsweise freiwillige Arbeitsleistungen zu übernehmen, was zeigt, wie stark das Projekt von der örtlichen Gemeinschaft getragen wurde. In den Jahren 1825/26 entstand schließlich die heutige Kapelle, die am 25. Februar 1828 kirchlich benediziert wurde. Der Neubau begründete die Wallfahrt also nicht erst, sondern stellte vielmehr die bauliche Antwort auf eine bereits seit Jahrzehnten bestehende und zunehmend stärker frequentierte Verehrung dar.

Die Wallfahrt ist zeitgenössisch ausdrücklich belegt

Besonders bemerkenswert ist eine Inschrift aus der Entstehungszeit der heutigen Kapelle. Das Oberbild des Altares aus dem Jahr 1827 zeigt die hl. Anna, die Maria im Lesen unterweist; im dargestellten Buch befindet sich eine Stifterinschrift, in der ausdrücklich von der "Walfahrt an Maria Ebene" gesprochen wird.

Damit liegt ein außergewöhnlich klarer zeitgenössischer Beleg vor. Die Bezeichnung als Wallfahrt ist keine spätere Zuschreibung durch Heimatforscher oder Tourismusliteratur, sondern wurde bereits von den Menschen des frühen 19. Jahrhunderts selbst verwendet. Gerade für die Bewertung des Wallfahrtsstatus ist diese Selbstbezeichnung von besonderem Gewicht, weil sie die damalige Wahrnehmung des Ortes unmittelbar dokumentiert.

Wallfahrer aus der Schweiz

Im 19. Jahrhundert besaß Maria Ebene ein Einzugsgebiet, das deutlich über Frastanz hinausreichte. Für die 1830er Jahre sind ausdrücklich Wallfahrer aus der Schweiz belegt, womit der Ort zumindest zeitweise eine grenzüberschreitende Bedeutung erreichte. Auch die finanziellen Einnahmen zeigen die Bedeutung des Heiligtums: Allein für Wachs und Paramente kamen jährlich beträchtliche Beträge aus Wallfahrtsopfern zusammen, weitere Spenden und Stiftungen ließen das Vermögen der Kapelle anwachsen.

Maria Ebene war damit keineswegs nur eine kleine lokale Parzellenkapelle. Zumindest zeitweise handelte es sich um einen überregional besuchten Marienwallfahrtsort, dessen Reichweite bis in den schweizerischen Raum reichte und dessen wirtschaftliche Tragfähigkeit wesentlich auf den Opfergaben der Pilger und den Stiftungen privater Förderer beruhte.

Der Hochaltar und das alte Kultbild

Der heutige Hochaltar stammt ursprünglich aus der Pfarrkirche Satteins und wurde für Maria Ebene angepasst. In seinem Zentrum erhielt das alte Maria-Hilf-Wallfahrtsbild einen neuen architektonischen Rahmen, wodurch ein bereits vorhandener barocker Altar mit einem wesentlich älteren lokalen Kultbild verbunden wurde.

Im Aufsatz befindet sich eine Gottvaterfigur, die wahrscheinlich dem Umkreis beziehungsweise der Werkstatt des bedeutenden Vorarlberger Bildhauers Erasmus Kern zugerechnet werden kann. Der Altar dokumentiert damit mehrere historische Schichten der Ausstattung und zeigt zugleich, wie bei der Errichtung kleinerer Wallfahrtskirchen häufig ältere oder andernorts nicht mehr benötigte Sakralausstattung übernommen und in einen neuen kultischen Zusammenhang gestellt wurde.

Ausbau im 19. Jahrhundert

Der Erfolg des Wallfahrtsortes führte im Laufe des 19. Jahrhunderts zu weiteren baulichen Veränderungen. 1840 und 1847 kamen Seitenaltäre hinzu, 1868 wurde das Kirchenschiff verlängert, und 1877 erhielt die Kapelle einen massiven Turm sowie eine neue Sakristei. Diese Erweiterungen zeigen, dass die Wallfahrt auch Jahrzehnte nach der Errichtung des Neubaues weiterhin Bedeutung besaß und die Kapelle finanziell von einer breiten Schicht von Gläubigen getragen wurde.

Auch sozialgeschichtlich ist diese Entwicklung bemerkenswert. Am Anfang standen drei einfache Hausgemeinschaften in Fellengatter, später wurde der Neubau durch die gemeinsame Arbeitsleistung der örtlichen Bevölkerung ermöglicht, und im 19. Jahrhundert traten zunehmend wohlhabende Stifter hinzu. So stiftete etwa der Feldkircher Fabrikant Johann Josef Getzner 1875 einen größeren Geldbetrag für eine Jahrtagsstiftung, ein Harmonium und weitere Zwecke der Kapelle. Auch Familien, die in der Umgebung Sommerhäuser besaßen, unterstützten das Heiligtum. Maria Ebene verband damit unterschiedliche soziale Gruppen: Bewohner der bäuerlich geprägten Parzellen, Stadtbewohner aus Feldkirch, Wallfahrer aus der weiteren Umgebung sowie wohlhabende Unternehmerfamilien.

Das Deckengemälde

Im Jahr 1891 schuf Florus Scheel das Deckengemälde der Kapelle, das die Madonna vom Skapulier zeigt. Damit erhielt der Kirchenraum eine weitere marianische Frömmigkeitsschicht, ohne dass die ältere Verehrung von Maria Hilf verdrängt worden wäre.

Gerade diese Überlagerung ist für historische Wallfahrtsorte typisch. Neue marianische Kultformen konnten aufgenommen werden, ohne den bestehenden Wallfahrtskult zu ersetzen. Der Kirchenraum von Maria Ebene zeigt dadurch anschaulich, wie sich unterschiedliche Formen katholischer Marienfrömmigkeit über mehrere Generationen hinweg ergänzten und miteinander verbanden.

Vom Pestgelübde zum Wallfahrtsort

Die frühe Entwicklung des Heiligtums ist volkskundlich besonders bemerkenswert, weil sie ein nahezu modellhaftes Beispiel für die Entstehung eines Wallfahrtsortes bietet. Am Anfang steht nach der Überlieferung eine existenzielle Bedrohung durch die Pest. Drei Hausgemeinschaften versprechen eine religiöse Stiftung, wenn sie verschont bleiben; nach der überlieferten Rettung wird das Gelübde eingelöst. Aus dem zunächst privaten beziehungsweise nachbarschaftlichen Dank entsteht ein öffentlicher Andachtsort, andere Menschen beginnen ebenfalls, das Bild aufzusuchen, Opfergaben werden hinterlassen, die Zahl der Besucher nimmt zu, und schließlich reicht der ursprüngliche Bildstock nicht mehr aus.

Dieses Entwicklungsschema gehört zu den klassischen Formen katholischer Votivfrömmigkeit. Ein Gelübde stellte eine dauerhafte Verbindung zwischen erlittener Gefahr, erfahrener Bewahrung und öffentlicher Erinnerung her. Die Stiftung eines Bildes oder Bildstockes machte Dankbarkeit sichtbar und schuf zugleich einen Ort, an dem sich neue Bitten und Hoffnungen anlagern konnten. Aus einer einmaligen Rettungserfahrung entstand dadurch über Generationen ein kollektiv getragener Wallfahrtsort.

Maria Hilf als universale Fürsprecherin

Der Bildtypus Maria Hilf verbreitete sich besonders in der frühen Neuzeit außerordentlich stark. Seine religiöse Attraktivität lag gerade darin, dass Maria nicht ausschließlich gegen eine bestimmte Krankheit oder Gefahr angerufen wurde, sondern als universale Fürsprecherin in unterschiedlichsten Lebenslagen.

Für Maria Ebene war diese Offenheit von besonderer Bedeutung. Menschen konnten mit sehr verschiedenen Sorgen und Nöten zum Heiligtum kommen, ohne dass der Kult auf einen einzigen speziellen Wallfahrtsanlass beschränkt gewesen wäre. Die alte Inschrift des Wallfahrtsbildes, die Maria als Hilfe "in aller Noth" bezeichnet, bringt diesen universalen Charakter prägnant zum Ausdruck.

Der Friedensweg

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts erhielt Maria Ebene eine neue religiöse Bedeutung. Im Jahr 1999 jährte sich die Schlacht bei Frastanz von 1499 zum fünfhundertsten Mal; aus diesem Anlass wurde ein Friedensweg zur Kapelle eingerichtet. Sieben Stationen führen nach Maria Ebene und laden zur Auseinandersetzung mit Krieg, Gewalt und Frieden ein.

Seit dieser Neuausrichtung wird das Gotteshaus auch als Friedenskapelle bezeichnet. Damit erhielt ein alter Wallfahrtsort eine neue Form religiöser Erinnerung, ohne dass die ältere Mariahilf-Tradition aufgegeben wurde. Vielmehr überlagerte sich der historische Wallfahrtscharakter mit einer modernen Friedenssymbolik.

Von der Bewahrung vor der Pest zum Gebet um Frieden

Zwischen dem überlieferten Pestgelübde und dem heutigen Friedensweg liegen mehrere Jahrhunderte, dennoch besteht eine bemerkenswerte inhaltliche Verbindung. Am Anfang des Heiligtums steht die Erfahrung einer lebensbedrohlichen Seuche und die Hoffnung auf Verschonung; der Friedensweg erinnert an eine kriegerische Auseinandersetzung und stellt ihr das Gebet um Frieden gegenüber.

In beiden Fällen wird ein historischer Ort menschlicher Gefährdung mit der Hoffnung auf Bewahrung verbunden. Die religiöse Bedeutung von Maria Ebene blieb damit nicht unverändert, doch die grundlegenden Themen von Not, Schutz, Dank und Hoffnung erhielten immer wieder neue Ausdrucksformen. Gerade diese Fähigkeit zur Umdeutung und Weiterentwicklung erklärt, warum der Ort trotz des Rückgangs der klassischen Wallfahrt seine religiöse Bedeutung nicht vollständig verloren hat.

Heutige Bedeutung

Maria Ebene wird weiterhin kirchlich als Wallfahrtsort geführt. Die große überregionale Wallfahrt des 18. und 19. Jahrhunderts besitzt heute allerdings nicht mehr ihre frühere Bedeutung; die Kapelle dient zugleich als Andachtsort, Friedenskapelle und beliebte Hochzeitskirche.

Der historische Wallfahrtscharakter ist dennoch deutlich sichtbar geblieben. Das alte Maria-Hilf-Bild steht weiterhin im Zentrum des Hochaltares und verbindet den heutigen Kirchenraum unmittelbar mit der mehrere Jahrhunderte zurückreichenden Verehrung. In der gegenwärtigen Nutzung überlagern sich somit historische Wallfahrt, persönliche Andacht, Friedensgedenken und kirchliche Feierkultur.

Volkskundliche Bedeutung

Maria Ebene ist ein besonders anschauliches Beispiel für die Entstehung und Veränderung eines Wallfahrtsortes. Die möglicherweise um 1611 anzusetzende Gründung aus einem Pestgelübde ist nur durch spätere Überlieferung bekannt und muss deshalb vorsichtig beurteilt werden; mit der Stifterinschrift von 1671 beginnt dagegen ein sicher dokumentierter Bestand. Drei Hausgemeinschaften treten gemeinsam als Stifter auf, Maria Hilf, Martin und Sebastian bilden ein religiöses Schutzensemble, das gut in die Erfahrungswelt einer von Seuchen und anderen existenziellen Gefahren bedrohten Bevölkerung passt.

Aus diesem kleinen lokalen Heiligtum entwickelte sich im 18. Jahrhundert eine Wallfahrt, die immer mehr Besucher anzog. Der Ausbau des Bildstockes, Opfergaben und schließlich die Errichtung der heutigen Kapelle dokumentieren diesen Aufstieg, während die Schweizer Wallfahrer des 19. Jahrhunderts zeigen, dass Maria Ebene zeitweise weit über den unmittelbaren lokalen Bereich hinausstrahlte. Besonders wertvoll ist die Inschrift von 1827, welche den Ort selbst ausdrücklich als "Walfahrt an Maria Ebene" bezeichnet.

Maria Ebene zeigt damit, wie religiöse Traditionen durch mehrere Generationen getragen und immer wieder verändert werden können. Aus einem Pestgelübde wurde ein Marienwallfahrtsort, aus dem kleinen Bildstock eine geräumige Kapelle, und aus dem alten Gebet um Bewahrung entwickelte sich schließlich zusätzlich ein moderner Friedensort. Gerade diese Verbindung von historischer Kontinuität und religiöser Neuinterpretation macht Maria Ebene zu einem bemerkenswerten Beispiel Vorarlberger Wallfahrtskultur.

Lage: Mariaebene 17, 6820 Frastanz.
Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Vorarlberg
Ansicht in Street View
Web: Pfarre Frastanz
Geöffnet: tagsüber geöffnet.
Wir haben leider keine Fotos:
Foto von Wallfahrtskirche einsenden

Sollten Sie Fotos haben, können Sie sie hier hochladen!

Literatur zur Wallfahrt:

- Kapellenausschuss Maria Ebene (Hrsg.): Friedenskapelle Maria Hilf. Frastanz/Fellengatter. Kirchenführer, 2006.

- Rapp, Ludwig; Ulmer, Andreas: Topographisch-historische Beschreibung des Generalvikariates Vorarlberg. Band VI: Dekanat Sonnenberg. Dornbirn 1937, S. 171–178.

- Wiederin, Oskar: Seinerzeit in Frastanz. Hard 1999, S. 155–156.

- Schallert, Elmar; Steccanella, Angelo: "Kirchliche Kunstwerke". In: Heimatbuch Frastanz. Frastanz 1997, S. 235–241.

- Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Vorarlberg. Verlag Anton Schroll, Wien 1983, Frastanz-Fellengatter, Kapelle Maria Hilf/Maria Ebene, S. 215.

- Pfarre Frastanz: Dokumentationen zur Friedenskapelle Maria Hilf, zum historischen Wallfahrtsbild, zum Friedensweg und zur Geschichte von Maria Ebene.

- Diözese Feldkirch: Verzeichnis und Dokumentation der Wallfahrtsorte Vorarlbergs.

Zurück zur Übersicht: Wallfahrt in Vorarlberg
Zurück zur Gesamtübersicht Wallfahrt
Wir bitten Sie um Ihre Mitarbeit mit Text- oder Bildzusendungen.

Ergänzungen: Wolfgang Morscher

© www.SAGEN.at