Feldkirch-Tosters, Wallfahrtskirche St. Corneli – hll. Cornelius und Cyprian

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Wallfahrt:Historische Heiligen- und Wetterwallfahrt zu St. Corneli mit marianischen und volksmedizinischen Kultschichten.
Status:Die große frühneuzeitliche Wetterwallfahrt besteht nicht mehr in früherer Form; St. Corneli wird weiterhin als Wallfahrtsort geführt und religiös genutzt.
Kultzentrum:Verehrung der hll. Cornelius und Cyprian; daneben Wetterwallfahrten und die Kulttradition um die sogenannte Tausendjährige Eibe.
Ort:Feldkirch-Tosters
Bezirk:Feldkirch
Bundesland:Vorarlberg
Lage und Besuch
•Lage: Tostner Burgweg 54, 6800 Feldkirch.
•Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Vorarlberg
•Ansicht in Street View
•Web: Pfarre Feldkirch Tosters
•Öffnungszeiten: tagsüber frei zugänglich.
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Ausführliche Beschreibung

Die oberhalb von Tosters gelegene Wallfahrtskirche St. Corneli gehört zu den alten Sakralorten des Feldkircher Raumes. Ihr vollständiges Patrozinium gilt den beiden frühchristlichen Heiligen Cornelius und Cyprian, doch hat sich im örtlichen Sprachgebrauch die kürzere Bezeichnung "St. Corneli" eingebürgert.

Die Wallfahrtsgeschichte des Ortes ist ungewöhnlich vielschichtig. Neben der Verehrung der beiden Kirchenpatrone sind frühneuzeitliche Wetterwallfahrten nachweisbar, bei denen Gläubige insbesondere in Zeiten anhaltender Trockenheit oder übermäßigen Regens nach St. Corneli zogen. Hinzu kamen ausgeprägte marianische Frömmigkeitsformen mit Bruderschaften und Prozessionen. Eine weitere, volkskundlich besonders bemerkenswerte Kulttradition entwickelte sich um die sogenannte Tausendjährige Eibe neben der Kirche, deren Rinde aufgrund einer Marienlegende als heilkräftig galt und von Gläubigen abgeschnitten und mitgenommen wurde.

St. Corneli ist damit kein Wallfahrtsort mit nur einem einzigen Gnadenbild oder einer einzigen Gründungslegende, sondern ein über Jahrhunderte gewachsener religiöser Ort, an dem sich Heiligenverehrung, Wettersegen, Marienfrömmigkeit und materielle Heilungsvorstellungen überlagerten.

Frühe Geschichte der Kirche

Die Ursprünge von St. Corneli reichen wahrscheinlich bis in das Hochmittelalter zurück.

Archäologische Befunde lassen einen kleinen romanischen Vorgängerbau erkennen, der möglicherweise bereits im 11. Jahrhundert bestand. Urkundlich wird die Kirche im Jahr 1178 in einer Schutzurkunde Papst Alexanders III. genannt.

Tosters stand damals in Verbindung mit dem Damenstift Schänis in der heutigen Schweiz. Dieses besaß kirchliche Rechte und Besitzungen in der Region.

Ob bereits zu dieser Zeit Reliquien der beiden Heiligen Cornelius und Cyprian in Tosters vorhanden waren, lässt sich nicht sicher feststellen. In der Forschung wurde zwar erwogen, dass das Stift Schänis Reliquien der beiden Heiligen besessen und möglicherweise an die Tostner Kirche weitergegeben haben könnte, ein eindeutiger Nachweis fehlt jedoch.

Das Patrozinium selbst zeigt dennoch, dass die Verehrung von Cornelius und Cyprian bereits früh eine zentrale Stellung besaß.

Cornelius und Cyprian

Papst Cornelius und Bischof Cyprian von Karthago gehören zu den bedeutenden Heiligen des 3. Jahrhunderts.

Beide standen in engem brieflichem Kontakt und vertraten in innerkirchlichen Auseinandersetzungen eine vergleichsweise versöhnliche Haltung gegenüber Christen, die während der Verfolgungen ihrem Glauben abgeschworen hatten und später wieder in die Kirche aufgenommen werden wollten.

Cornelius starb im Exil, Cyprian wurde im Jahr 258 während der Christenverfolgungen hingerichtet.

Bereits früh wurden beide gemeinsam verehrt.

Im späteren Volksglauben erhielten sie darüber hinaus besondere Schutzfunktionen. Cornelius wurde unter anderem bei Krämpfen, Fallsucht beziehungsweise Epilepsie und verschiedenen nervösen Leiden angerufen. Cyprian galt regional auch als Fürsprecher in Seuchenzeiten.

Welche dieser Patronatsfunktionen für die historische Wallfahrt nach Tosters jeweils besonders wichtig waren, lässt sich nicht für alle Epochen eindeutig feststellen.

Umbauten und Erweiterungen

Die mittelalterliche Kirche wurde im Laufe der Jahrhunderte wiederholt verändert.

Besonders im 17. Jahrhundert erfolgten umfangreiche Erweiterungen, durch welche St. Corneli weitgehend jene Gestalt erhielt, die den Bau bis heute prägt.

Diese Bauphase fällt zugleich in eine Zeit, in der sich die religiöse Bedeutung des Ortes durch Bruderschaften, Prozessionen und Wallfahrten deutlich fassen lässt.

Die heutige Ausstattung stammt aus verschiedenen Jahrhunderten und spiegelt diese lange Geschichte wider.

Wetterwallfahrten nach St. Corneli

Zu den bemerkenswertesten Formen der historischen Wallfahrt gehörten Prozessionen zur Erwirkung günstigen Wetters.

Aus der Rankweiler Überlieferung ist bekannt, dass Gläubige bei großer Trockenheit oder anhaltendem Regen nach St. Corneli zogen, um dort die Fürsprache der beiden Heiligen Cornelius und Cyprian zu erbitten.

Dabei wurde sogar das hochverehrte Rankweiler Wunderkreuz mitgeführt.

Diese Prozessionen verbanden somit zwei bedeutende religiöse Orte miteinander: die Rankweiler Basilika beziehungsweise deren Wunderkreuz und die Tostner Wallfahrtskirche St. Corneli.

Der Pilgerweg selbst wurde dadurch Teil einer gemeinsamen religiösen Handlung.

Die Wetterwallfahrt von 1700

Besonders anschaulich ist eine Überlieferung aus dem Jahr 1700.

Nach längerer Trockenheit zog eine Prozession von Rankweil nach St. Corneli. Das Rankweiler Wunderkreuz wurde mitgeführt, und in der Wallfahrtskirche betete man um Regen.

Der in der Überlieferung genannte Geistliche Pater Victor Halbeysen von Viktorsberg soll dabei sinngemäß erklärt haben, man werde nicht von den Heiligen Cornelius und Cyprian weichen, bevor diese Regen erwirkt hätten.

Nach dem Gottesdienst soll sich der zuvor wolkenlose Himmel verdunkelt haben. Auf dem Rückweg nach Rankweil seien die Wallfahrer schließlich von starkem Regen überrascht und völlig durchnässt worden.

Die zeitgenössische beziehungsweise spätere religiöse Überlieferung deutete dieses Ereignis selbstverständlich als Gebetserhörung.

Unabhängig von einer solchen theologischen Interpretation zeigt die Erzählung deutlich, welche Bedeutung Wetterwallfahrten für die damalige Bevölkerung besaßen.

Wetter und Existenz

In einer vorindustriellen Agrargesellschaft konnten längere Trockenperioden oder übermäßiger Regen zu einer unmittelbaren Bedrohung der Lebensgrundlagen führen.

Missernten bedeuteten nicht nur wirtschaftliche Verluste. Sie konnten die Versorgung mit Getreide und Futter gefährden und damit ganze Dorfgemeinschaften in existentielle Schwierigkeiten bringen.

Wetterprozessionen waren deshalb gemeinschaftliche religiöse Reaktionen auf Gefahren, die mit den damaligen technischen Möglichkeiten kaum beeinflusst werden konnten.

Der Gang nach St. Corneli stellte eine Form kollektiver Krisenbewältigung dar. Die Bevölkerung setzte dem nicht kontrollierbaren Wetter gemeinsames Gebet, Prozession und die Anrufung bewährter Fürsprecher entgegen.

Gerade die Prozession von Rankweil nach Tosters zeigt, wie groß der symbolische Aufwand sein konnte: Das eigene hochverehrte Wunderkreuz wurde aus seinem angestammten Heiligtum herausgenommen und zu einem anderen Kultort getragen.

Die Rosenkranzbruderschaft

Neben der Verehrung der beiden Kirchenpatrone entwickelte sich in St. Corneli auch eine ausgeprägte Marienfrömmigkeit.

Im Jahr 1666 wurde eine Rosenkranzbruderschaft gegründet.

Die Mitglieder zogen regelmäßig in Prozessionen nach St. Corneli und feierten dort am Bruderschaftsaltar die Messe. Solche Prozessionen fanden insbesondere am ersten Sonntag eines Monats sowie an Marienfesten statt.

Die Bruderschaft ergänzte damit die ältere Heiligenverehrung um eine stark marianisch geprägte Frömmigkeitsform.

Im 19. Jahrhundert kam eine Herz-Mariä-Bruderschaft hinzu.

Eine Almosenbruderschaft in Krisenzeiten

Bereits 1618 hatte Pfarrer Arbogast Müller eine Almosenbruderschaft gegründet, die unter dem Schutz Mariens sowie der beiden Heiligen Cornelius und Cyprian stand.

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert.

Das frühe 17. Jahrhundert war von politischen, wirtschaftlichen und religiösen Spannungen geprägt. In der zeitgenössischen Wahrnehmung konnten auch ungewöhnliche Himmelserscheinungen als Vorzeichen kommender Katastrophen verstanden werden.

Im Zusammenhang mit der Bruderschaft wurde insbesondere ein auffälliger Komet erwähnt, der 1618 sichtbar war und offenbar als bedrohliches Zeichen wahrgenommen wurde.

Die Gründung einer religiösen Gemeinschaft konnte in solchen Situationen soziale Hilfe und geistliche Sicherheit miteinander verbinden.

Die Tausendjährige Eibe

Unmittelbar bei der Kirche steht eine mächtige alte Eibe, die traditionell als Tausendjährige Eibe bezeichnet wird.

Sie gilt als einer der ältesten bekannten Bäume Vorarlbergs und besitzt einen außergewöhnlich starken Stamm.

Ihr besonderes religiöses Ansehen beruht jedoch nicht allein auf ihrem Alter.

Mit dem Baum verbindet sich eine Marienlegende, die ihn über lange Zeit zu einem eigenen kleinen Kultort innerhalb der Wallfahrtslandschaft von St. Corneli machte.

Maria unter der Eibe

Nach der Überlieferung soll die Gottesmutter auf einem Weg von Einsiedeln nach St. Gerold an der Tostner Eibe gerastet oder dort übernachtet haben.

Diese Erzählung gehört selbstverständlich in den Bereich der Legende.

Bemerkenswert ist jedoch, dass sie möglicherweise an reale historische Zusammenhänge anknüpft: Das berühmte Gnadenbild von Einsiedeln wurde in Zeiten kriegerischer Bedrohung tatsächlich zeitweise nach St. Gerold gebracht.

Die Legende wandelte dieses historische Geschehen gewissermaßen um. Nicht mehr ein von Menschen getragenes Gnadenbild bewegte sich durch die Landschaft, sondern Maria selbst.

Dadurch wurde auch der Ort ihrer angeblichen Rast sakralisiert.

Die heilkräftige Rinde

Die Legende hatte konkrete Folgen für den Umgang mit der Eibe.

Der Rinde des Baumes wurde heilende Wirkung zugeschrieben. Menschen schnitten deshalb Stücke davon ab und nahmen sie mit.

Die entnommenen Rindenstücke konnten zu Hause aufbewahrt oder im Zusammenhang mit Krankheiten verwendet werden.

Die Entnahme wurde offenbar so intensiv, dass sie den Baum schließlich erheblich schädigte und Schutzmaßnahmen notwendig wurden.

Volkskundlich handelt es sich um ein besonders anschauliches Beispiel einer Kontaktvorstellung.

Der Baum galt nicht aufgrund seiner botanischen Eigenschaften als heilkräftig, sondern aufgrund seiner angenommenen Berührung mit Maria.

Der Kontakt mit der Gottesmutter hatte nach dieser Vorstellung eine besondere Qualität auf den Baum übertragen.

Ein Stück seiner Rinde konnte diese Qualität wiederum zum Kranken weitertragen.

Materielle Übertragung des Heiligen

Die religiöse Logik dieses Brauches findet sich in vielen europäischen Wallfahrtskulturen.

Materie, die mit einem verehrten Menschen, einem Kultbild oder einem heiligen Ort in Berührung gekommen war, konnte als Träger besonderer Kraft verstanden werden.

In Tosters war es die Rinde eines lebenden Baumes.

An anderen Wallfahrtsorten begegnen vergleichbare Vorstellungen bei Graberde, Wasser, Stoffen oder Gegenständen, die ein Gnadenbild berührt hatten.

Die Tausendjährige Eibe gehört damit in einen größeren Komplex materieller Volksfrömmigkeit, bei dem Heiligkeit nicht ausschließlich abstrakt gedacht, sondern an konkrete Stoffe und Gegenstände gebunden wurde.

Die Madonna bei der Eibe

Die marianische Bedeutung des Baumes wurde früher auch durch eine Madonnenfigur sichtbar gemacht.

Bei der Eibe befand sich in einem verglasten Schrein eine spätmittelalterliche beziehungsweise spätgotische Madonna aus der Zeit um 1500.

Die Figur wurde im Jahr 1950 gestohlen.

Kirche, Friedhof, Eibe und Madonnenschrein bildeten dadurch über lange Zeit einen zusammengehörigen sakralen Raum.

Die religiöse Verehrung beschränkte sich nicht auf das Kircheninnere, sondern bezog bewusst auch die unmittelbare Umgebung des Gotteshauses ein.

Lourdesfrömmigkeit

Im 19. Jahrhundert kam eine weitere marianische Kultschicht hinzu.

1889 wurde im Presbyterium eine Lourdesgrotte eingerichtet.

Damit fand ein damals international verbreiteter Marienkult auch in St. Corneli seinen Platz.

Die Grotte wurde bei späteren Restaurierungsmaßnahmen wieder entfernt.

Ihre ehemalige Existenz zeigt dennoch, wie ältere Wallfahrtsorte immer wieder neue religiöse Strömungen aufnehmen konnten, ohne dass die bisherigen Traditionen vollständig verschwanden.

Verschiedene Kultschichten

In St. Corneli überlagerten sich über Jahrhunderte unterschiedliche Formen religiöser Praxis.

Am Anfang steht die Verehrung der beiden Kirchenpatrone Cornelius und Cyprian.

Dazu kommen die frühneuzeitlichen Wetterwallfahrten, insbesondere bei Trockenheit und anhaltendem Regen.

Seit dem 17. Jahrhundert ist eine intensive Bruderschafts- und Marienfrömmigkeit greifbar.

Mit der Eibenlegende entwickelte sich außerhalb der Kirche ein eigener materieller Kult um die als heilkräftig betrachtete Baumrinde.

Im 19. Jahrhundert trat schließlich die Lourdesfrömmigkeit hinzu.

Diese unterschiedlichen Traditionen müssen nicht auf einen gemeinsamen Ursprung zurückgeführt werden. Gerade ihre Überlagerung macht den Ort religionsgeschichtlich interessant.

Verlust der Pfarrkirchenfunktion

St. Corneli lag außerhalb des sich entwickelnden Tostner Ortszentrums.

Der Weg zur alten Kirche war insbesondere in der kalten Jahreszeit beschwerlich. Mit dem Wachstum der Bevölkerung wurde deshalb der Wunsch nach einem neuen Gotteshaus im eigentlichen Siedlungsbereich immer stärker.

Im Jahr 1879 entstand die neue Pfarrkirche von Tosters.

St. Corneli verlor damit seine bisherige Funktion als Pfarrkirche.

Die religiöse Bedeutung als historischer Wallfahrts- und Andachtsort blieb jedoch bestehen.

Die heutige Kirche

Die alte Kirche wird weiterhin für Gottesdienste und persönliche Andacht genutzt. Sie ist auch als Tauf- und Hochzeitskirche beliebt.

Die große frühneuzeitliche Wetterwallfahrt besteht heute nicht mehr in ihrer früheren Form. Dennoch wird St. Corneli weiterhin als Wallfahrtsort geführt und besitzt durch seine Geschichte und seine Lage eine besondere religiöse Stellung.

Der Vaterunser-Weg

In neuerer Zeit erhielt St. Corneli durch den sogenannten Vaterunser-Weg erneut eine Verbindung mit dem religiösen Gehen.

Der ungefähr einen Kilometer lange Meditationsweg führt von der Wolfgangskapelle zur Wallfahrtskirche und ist durch künstlerisch gestaltete Stationen gegliedert.

Der Weg gehört zugleich in den weiteren Zusammenhang von Pilgerwegen in Richtung Einsiedeln.

Diese moderne Form religiösen Gehens ist nicht als unmittelbare Fortsetzung der historischen Wetterwallfahrten zu verstehen.

Sie zeigt jedoch, dass St. Corneli seine Funktion als Ziel eines bewusst religiös gestalteten Weges bis heute nicht vollständig verloren hat.

Kunsthistorische Ausstattung

Die Kirche bewahrt eine Ausstattung aus verschiedenen Jahrhunderten.

Die Westempore stammt aus dem späten 17. Jahrhundert; an ihrer Brüstung befinden sich Aposteldarstellungen.

Barocke Seitenaltäre, Kanzel und weitere Ausstattungsstücke spiegeln besonders jene Epoche wider, in der auch Bruderschaften und Wallfahrten eine große Bedeutung besaßen.

Im 20. Jahrhundert wurde der historische Bestand durch neue Kunstwerke ergänzt.

Das Deckengemälde von Martin Häusle aus dem Jahr 1953 zeigt das Martyrium des hl. Cyprian und hebt damit einen der beiden Kirchenpatrone auch in der modernen Ausstattung ausdrücklich hervor.

Volkskundliche Bedeutung

St. Corneli gehört zu den besonders vielschichtigen Wallfahrtsorten Vorarlbergs.

Anders als bei einem klassischen Gnadenbildheiligtum lässt sich der Ort nicht auf einen einzigen Kultgegenstand reduzieren.

Die Verehrung der Heiligen Cornelius und Cyprian bildete den Ausgangspunkt.

Die Wetterwallfahrten zeigen, wie eng religiöse Praxis mit den wirtschaftlichen und existenziellen Bedingungen einer bäuerlich geprägten Gesellschaft verbunden war. Bei Trockenheit oder Dauerregen suchten ganze Gemeinschaften Hilfe an einem als besonders wirksam angesehenen Ort.

Die Prozession mit dem Rankweiler Wunderkreuz verband dabei zwei Heiligtümer und machte den Weg zwischen ihnen selbst zu einem religiösen Raum.

Die Tausendjährige Eibe zeigt eine andere Form der Volksfrömmigkeit.

Hier wurde ein natürlicher Gegenstand durch eine Legende sakralisiert. Weil Maria an dem Baum gerastet haben sollte, erhielt nach traditioneller Vorstellung auch dessen Rinde eine besondere Qualität.

Die Menschen nahmen Teile des Baumes mit und übertrugen dadurch den heiligen Ort in ihren eigenen Lebensbereich.

Neben diesen Formen standen Bruderschaften, Marienprozessionen und später Lourdesverehrung.

St. Corneli zeigt damit besonders anschaulich, wie ein Wallfahrtsort über Jahrhunderte immer neue religiöse Bedeutungen aufnehmen konnte.

Die Kirche, ihre Umgebung, der Pilgerweg und die Eibe bildeten zusammen eine sakrale Landschaft, in der sich Heiligenverehrung, Wettersegen, Marienfrömmigkeit und Heilungsvorstellungen gegenseitig ergänzten.

• Literatur zur Wallfahrt:

- Tschallener, Gabriele: Feldkirch-Tosters. St. Cornelius und St. Cyprian. Kleine Kunstführer, Bd. 2092. Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2025.

- Müller, Armin: Wallfahrten in Vorarlberg mit Weihe- und Votivgaben. Volkskundliche und geschichtliche Betrachtung der bedeutenderen Wallfahrtsorte des Landes. Dissertation, Universität Innsbruck 1946.

- Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Vorarlberg. Verlag Anton Schroll, Wien 1983, Feldkirch-Tosters, St. Cornelius und Cyprian.

- Rankweiler Häusle-Chronik, 1746, insbesondere zu den Wetterwallfahrten nach St. Corneli.

- Katholische Pfarre Feldkirch-Tosters: Historische Dokumentationen zur Kirche St. Corneli, zur Tausendjährigen Eibe und zum Vaterunser-Weg.

- Diözese Feldkirch: Dokumentationen zu den Wallfahrtsorten Vorarlbergs und zu St. Corneli.

Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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