Свято-Успенський Одеський чоловічий монастир
Odessa – Mariä-Entschlafens-Kloster

Schnellüberblick
Wallfahrt:Historisch und gegenwärtig eindeutig belegte orthodoxe Reliquienwallfahrt. Seit der Erhebung der Gebeine des hl. Kuksha 1994 bildet sein Reliquienschrein den wichtigsten Pilgermittelpunkt; an seinem Gedenktag kommen große Pilgergruppen, 2023 ausdrücklich Tausende Gläubige.
Status:Aktives orthodoxes Männerkloster und Wallfahrtsort. Gegründet 1824 auf Grundlage eines seit 1815 bestehenden Metochions; 1922 aufgehoben, seit 1942 wieder kirchlich genutzt. Das Kloster wurde bei einem russischen Drohnenangriff in der Nacht zum 28. Januar 2026 beschädigt.
Kultzentrum:Hl. Kuksha von Odessa und sein Reliquienschrein; verehrte Gottesmutterikone „Mlekopitatelnitsa / die Stillende“ aus dem späten 17. Jahrhundert; Reliquien des Apostels Andreas und weiterer Heiliger; Mariä Entschlafung.
Ort:Odessa / Odesa (Одеса).
Region:Gebiet Odessa.
Land:Ukraine.
Lage und Besuch
•Mariä-Entschlafens-Männerkloster, Monastyrskyj provulok 6, Odessa / Odesa, Ukraine. GPS: 46.379309, 30.744448.
•Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte in der Ukraine
• Ansicht in Street View (Eingangsbereich)
•Das Kloster wurde am 28. Januar 2026 bei einem russischen Drohnenangriff beschädigt. Gottesdienst- und Besuchsmöglichkeiten sind deshalb zusätzlich zu den allgemeinen Kriegsrisiken vor Ort zu prüfen.
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Besonders gesucht sind Aufnahmen des Klosterensembles am Großen Fontan, des Kathedralbaus der Gottesmutterikone „Lebensspendende Quelle“, des Reliquienschreins des hl. Kuksha, der Gottesmutterikone „Mlekopitatelnitsa“, des historischen Friedhofs, des Pilgerhauses sowie von Pilgern am Gedenktag des hl. Kuksha.

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Ausführliche Beschreibung

Vom Metochion zum Kloster

Das Mariä-Entschlafens-Männerkloster liegt im Süden Odessas im Bereich des Großen Fontan nahe der Schwarzmeerküste. Seine Geschichte beginnt nicht mit einer mittelalterlichen Gründungslegende, sondern mit einem gut dokumentierten kirchlichen Besitz des frühen 19. Jahrhunderts. 1815 ließ der Metropolit von Chișinău und Hotin, Gavriil Bănulescu-Bodoni, auf einem Gut des moldauischen Grundherrn Alexander Teutul ein Metochion seiner Metropolie einrichten. Zur Pflege des Gartens kamen ein Mönch und vier Novizen; aus dieser kleinen Gemeinschaft entwickelte sich das spätere Kloster. 1820 wurde der Grundstein zu einer steinernen Mariä-Entschlafens-Kirche gelegt, doch erst 1824, mit der Einsetzung des ersten Vorstehers Archimandrit Theophil, begann die institutionelle Klostergeschichte im engeren Sinn.

Kirchenbau, Gästehaus und frühe Pilgeraufnahme

Die Mariä-Entschlafens-Kirche wurde 1825 geweiht. Wenige Jahre später entstand die Kirche zu Ehren der Gottesmutterikone „Lebensspendende Quelle“, die 1834 geweiht wurde; zugleich wurde ein Gästehaus für Anreisende errichtet. Damit besaß die Gemeinschaft schon früh jene Infrastruktur, die später für Pilger und kirchliche Gäste große Bedeutung erhielt. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wuchs das Kloster zu einem bedeutenden kirchlichen Zentrum Odessas. 1880 wurde es Sitz eines Vikariats, dessen Bischöfe zugleich als Vorsteher der Gemeinschaft fungierten; 1896 kam eine Kirche zu Ehren des hl. Nikolaus und der Märtyrerin Alexandra hinzu.

Aufhebung 1922 und Zerstörung der alten Entschlafenskirche

Nach der Errichtung der sowjetischen Herrschaft wurde das Kloster 1922 aufgehoben. Kirchen wurden geschlossen und ausgeräumt, die Wohngebäude profaniert. Besonders einschneidend war 1936 die Sprengung der ursprünglichen Mariä-Entschlafens-Kirche. Als während der rumänischen Besatzung Odessas 1942 wieder kirchliches Leben möglich wurde, öffneten die Kirchen der „Lebensspendenden Quelle“ und des hl. Nikolaus erneut. Da die alte Entschlafenskirche nicht mehr bestand, erhielt die Kirche der „Lebensspendenden Quelle“ nun das Entschlafenspatrozinium. 1949 wurde die Anlage zusätzlich zur sommerlichen Residenz des Moskauer Patriarchen, woraus die lange verbreitete Bezeichnung als Patriarchalkloster hervorging.

Kuksha von Odessa 1960 bis 1964

Den entscheidenden Wandel zum großen Reliquien- und Wallfahrtsort brachte der Mönch Kuksha, bürgerlich Kuzma Velychko. Nach Aufenthalten unter anderem in der Počajiver Lawra und im Kloster Chreščatyk auf der Bukowina kam er 1960 nach Odessa und lebte bis zu seinem Tod 1964 im Entschlafenskloster. Schon zu Lebzeiten suchten ihn zahlreiche Menschen als geistlichen Ratgeber auf. Seine Seelsorge gehörte zur ostkirchlichen Tradition des Starzentums: Gläubige kamen nicht nur zu liturgischen Feiern, sondern suchten Rat, Beichte, Segnung und persönliche geistliche Begleitung. Diese noch zu Lebzeiten entstandene Bindung an seine Person bereitete die spätere Grab- und Reliquienverehrung vor.

Grab, Reliquienerhebung und Wallfahrt

Nach Kukshas Tod blieb sein Grab ein stark besuchter Andachtsort. 1994 wurden seine Gebeine erhoben und im Zusammenhang mit seiner kirchlichen Verherrlichung in einen Reliquienschrein übertragen. Seitdem gehört der Schrein zu den wichtigsten Pilgerzielen des Klosters. Das morgendliche Gebet der Bruderschaft beginnt regelmäßig mit einem Moleben vor den Reliquien. Zum Gedenktag des Heiligen versammeln sich große Gruppen von Gläubigen; für 2023 ist ausdrücklich von Tausenden Besuchern die Rede. Prozession, Liturgie und Gebet am Schrein verbinden den persönlichen Heiligenkult mit dem monastischen Jahreslauf.

Die Gottesmutterikone „Mlekopitatelnitsa“ und Athos-Heiligtümer

Neben Kuksha bewahrt das Kloster eine bedeutende Ikonen- und Reliquiensammlung. Als Hauptheiligtum gilt eine verehrte Gottesmutterikone des Typs „Mlekopitatelnitsa“, die stillende Gottesmutter, aus dem späten 17. Jahrhundert. Mehrere weitere Kultobjekte kamen aus den ehemaligen Athos-Metochien Odessas hierher, darunter Reliquien des Apostels Andreas und Reliquien zahlreicher weiterer Heiliger. Dadurch verbindet das Kloster die lokale Kuksha-Verehrung mit der größeren Geschichte Odessas als Ausgangspunkt orthodoxer Pilgerreisen zum Athos und ins Heilige Land.

Ausbau seit den 1990er Jahren

Seit den frühen 1990er Jahren wurde die Anlage umfassend ausgebaut. 1998 begann der Bau eines neuen großen Doms zu Ehren der Gottesmutterikone „Lebensspendende Quelle“, dessen untere Kirche 2009 dem hl. Kuksha geweiht wurde. Weitere Kirchen und Wohnbauten wurden restauriert oder neu errichtet. 2021 war ein fünfstöckiges Pilgerhotel fertiggestellt. Die Existenz eines eigenen großen Gästehauses zeigt, dass die Aufnahme von Pilgern nicht nur eine historische Erinnerung, sondern Teil der gegenwärtigen Funktion des Klosters ist.

Der Angriff vom 28. Januar 2026

In der Nacht zum 28. Januar 2026 wurde das Kloster bei einem russischen Drohnenangriff auf Odessa getroffen. Fenster und Türen wurden zerstört, mehrere Gebäude beschädigt; betroffen waren auch der Dom der Gottesmutterikone „Lebensspendende Quelle“, der Friedhof, Wirtschaftsbereiche und die Gewächshausanlage. Nach Angaben der Rettungsdienste kam es zu Bränden, ein Seminarist wurde verletzt. Der Vorfall gehört zur gegenwärtigen Geschichte des Wallfahrtsortes und erklärt, weshalb heutige Angaben zu Besuch und Zugänglichkeit nicht mit gewöhnlichen touristischen Informationen gleichgesetzt werden dürfen.

Wallfahrtsstatus und Gegenwart

Der Wallfahrtsstatus des Klosters ist heute vor allem durch den Kult des hl. Kuksha eindeutig. Grab- und Reliquienverehrung, große jährliche Festgottesdienste, die dauerhafte Aufstellung des Schreins, weitere Reliquien und die Pilgerunterkunft bilden eine klar erkennbare Wallfahrtsstruktur. Zugleich bleibt das Kloster ein aktives Männerkloster mit eigenem liturgischen Leben. Die religiöse Kontinuität darf jedoch nicht über die aktuelle Kriegslage hinwegtäuschen: Ein bestehender Gottesdienstbetrieb bedeutet nicht, dass eine Reise nach Odessa gegenwärtig als sicher gelten könnte.

Quellen und Literatur

- Enzyklopädie der modernen Ukraine: Artikel zum Odessaer Mariä-Entschlafens-Männerkloster, 2022, aktualisiert 2025/2026. Zur Gründung, Baugeschichte, sowjetischen Aufhebung, Wiederbelebung, Kultobjekten und Beschädigung 2026.

- Monastyrskyj visnyk Ukrajiny / Synodalkommission für Klöster der Ukrainischen Orthodoxen Kirche: Mariä-Entschlafens-Männerkloster, Odessa; Datenstand September 2026. Zur Anschrift, Geschichte, Kuksha-Verehrung und Pilgerhotel.

- Kirchliche Dokumentation zum hl. Kuksha von Odessa und zur Erhebung seiner Reliquien 1994.

- Ukrainische Orthodoxe Kirche: Berichte zum 200-jährigen Bestehen des Klosters 2024 und zu den Kuksha-Festgottesdiensten.

- Ukrainische Orthodoxe Kirche und Staatlicher Dienst für Notfallsituationen: Berichte zu den Schäden des russischen Luftangriffs vom 28. Januar 2026.

Ergänzungen: Wolfgang Morscher