| Wallfahrt: | Terfens, Wallfahrtskirche Maria Larch |
| Status: | Lebendiger Wallfahrts- und Andachtsort. |
| Kultzentrum: | wurde die Wallfahrt aufgehoben; das Gnadenbild kam nach Terfens, und die Kapelle sollte nach manchen Darstellungen sogar abgebrochen werden. |
| Ort: | Terfens |
| Region: | Tiroler Unterland |
| Bundesland: | Tirol |
| • | Lage: Eggen, 6123 Terfens |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tiroler Unterland |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Pfarre Terfens |
| • | Öffnungszeiten: tagsüber frei zugänglich. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
• Fresko mit dem "Wunder von Maria Larch":
Fresko mit dem "Wunder von Maria Larch" (19. Jh) an der Außenmauer der Wallfahrtskapelle Maria Larch in Terfens (Tirol). Gemäß der Ursprungslegende von 1665 fühlte sich eine Bäurin bei einer Lärche immer zum Gebet angehalten. Der Benefiziant von St. Martin schenkte ihr ein Marienbild, das ihr Mann schließlich am Baumstamm befestigte. Zahlreiche Spenden ermöglichten einen kleinen Kapellenbau. Nachdem 1718 ein stummes Mädchen während des Rosenkranzgebetes geheilt wurde, erfolgte eine Erweiterung der Kapelle und die Wallfahrt erblühte.
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
Die Wallfahrtskapelle Maria Larch liegt im Wald nördlich von Terfens, auf dem Gnadenwalder Plateau zwischen Terfens und Gnadenwald. Der Name wird von "Maria Lärch" hergeleitet, also von einer Lärche, an der das erste Marienbild verehrt wurde. Dadurch gehört Maria Larch zu jenen Tiroler Gnadenorten, deren Ursprung nicht in einer großen Kirche, sondern in einer einfachen Waldandacht an einem Baum liegt. Die heutige Gemeinde Terfens nennt Maria Larch ausdrücklich als Wallfahrtskapelle, in der regelmäßig Gottesdienste gefeiert werden.
Der Ursprung der Wallfahrt führt in das Jahr 1665. Nach der Überlieferung fühlte sich Magdalena Bogner, Bäuerin des Spieltennerhofes in Schlögelsbach, auf ihrem Weg nach Terfens immer wieder von einer bestimmten Lärche angezogen und verrichtete dort ihre Andacht. Als sie dies dem Benefiziaten Johann Weiß von St. Martin in Gnadenwald erzählte, fertigte dieser für sie eine kleine Marienstatue aus Lehm. Magdalena ließ die Figur durch ihren Mann in einer Nische am Lärchenbaum aufstellen; ein kleines Dach schützte das Bild, und ein Holzblock am Boden diente den Betenden als Kniebank.
Bald beteten nicht nur Magdalena Bogner und ihre Familie an diesem Platz, sondern auch andere Leute aus der Umgebung. Aus der einfachen Andacht am Lärchenbaum entstand zunächst eine kleine Holzkapelle; die Silberregion Karwendel nennt 1678 als Stiftungsjahr der Wallfahrtskapelle für die aus Lehm geformte sitzende Marienfigur. Später wurde eine steinerne Kapelle errichtet, 1718 erweitert und ab 1724 mit einer Einsiedelei verbunden. Damit entwickelte sich aus einem privaten Gebetsort ein anerkannter lokaler Wallfahrtsplatz.
Volkskundlich besonders wichtig ist, dass Maria Larch ein Baum- und Quellenwallfahrtsort ist. Die Kapelle wurde knapp neben jener Lärche errichtet, an der die Marienfigur ursprünglich angebracht war. Der Baum musste später gefällt werden, doch ein Teil des Stammes blieb zunächst stehen; nach der Überlieferung schnitzten Pilger Stücke davon ab, die als Amulette galten. Das ist ein sehr starkes volkskundliches Motiv: Der Baum war nicht nur Hintergrund der Legende, sondern wurde selbst als berührbares, schützendes Erinnerungsstück verstanden.
Eine zweite große Bedeutung besitzt das Brunnenhaus mit der Heilquelle. Nach der Überlieferung wurde 1718 das taubstumme beziehungsweise stumme Mädchen Maria Jenewein durch das Wasser von Maria Larch geheilt. Seitdem gilt das Wasser als heilkräftig oder zumindest als besonders segensreich; bis heute kommen Menschen, um es zu trinken oder abzufüllen. Das barocke Brunnenhaus mit Muschelbogen-Stuck stammt um 1720 und einer Marmorbrunnenschale aus dem 18. Jahrhundert.
Zum Aufschwung der Wallfahrt trugen auch weitere Gebetserhörungen bei. In den Quellen wird neben der Heilung Maria Jeneweins auch die Heilung eines schwer kranken Kindes genannt; daraufhin wurde erlaubt, in der Kapelle die heilige Messe zu feiern. Der Wallfahrtsort war also nicht nur ein Platz stiller Waldandacht, sondern wurde durch Mirakelberichte, Votivgaben und regelmäßige Frömmigkeit gestärkt. Besonders schön ist der überlieferte Wallfahrtsspruch: Maria gieße Segen über Feld und Haus aus und bewahre Mensch und Vieh vor jähem Tod, Pest, Wasser und Hungersnot.
Unter Kaiser Joseph II. wurde die Wallfahrt aufgehoben; das Gnadenbild kam nach Terfens, und die Kapelle sollte nach manchen Darstellungen sogar abgebrochen werden. Die Verehrung verschwand aber nicht. Nach der Rücknahme der Reformen beziehungsweise nach dem Tod Josephs II. konnte der Wallfahrtsort 1796 wieder eröffnet werden, und das Gnadenbild wurde nach Maria Larch zurückgebracht. Gerade dieser Abschnitt zeigt, wie stark der Ort in der Bevölkerung verankert war: Die behördliche Aufhebung unterbrach die Wallfahrt, löschte sie aber nicht aus.
Das heutige Ensemble besteht aus der Wallfahrtskapelle, dem Brunnenhaus mit der Quelle und einer kleinen Erscheinungskapelle an der Stelle, an der die Lärche gestanden haben soll. Die Kapelle wurde 1993/94 restauriert; die Region Hall-Wattens beschreibt Maria Larch heute als abgelegenen Wallfahrtsort mitten im Wald und zugleich als Station am Tiroler Jakobsweg. Damit hat der Ort auch gegenwärtig eine doppelte Bedeutung: als alter lokaler Gnadenort und als Rast- und Andachtsplatz für Wanderer und Pilger.
Maria Larch ist ein kleiner, aber sehr dichter Tiroler Marien-, Baum- und Quellenwallfahrtsort: entstanden aus der Andacht einer Bäuerin an einer Lärche, geprägt durch eine einfache Lehmfigur der Muttergottes, gewachsen durch Heilungsüberlieferungen, Quellwasser, Votivgaben, Einsiedelei und die Beharrlichkeit der Bevölkerung nach der josephinischen Aufhebung.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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