| Wallfahrt: | Söll, Wallfahrtskapelle Stampfanger |
| Status: | Historischer Wallfahrts- und Andachtsort im Tiroler Unterland. |
| Kultzentrum: | Johannes Nepomuk (Norden) und des Gnadenbildes Maria mit Kind (Westen). |
| Ort: | Söll |
| Region: | Tiroler Unterland |
| Bundesland: | Tirol |
| • | Lage: Stampfangerkapelle, 6306 Söll. |
| • | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tiroler Unterland |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: https://pfarre-soell.kirchen.net/orte/kirchen-und-kapellen/stampfangerkapelle |
| • | Öffnungszeiten: |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
• Detailaufnahme des Freskos (um 1757) des Gnadenbildes Maria Stampfanger am Turm der Wallfahrtskapelle:
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
• Detailaufnahme des Freskos (um 1757) des hl. Johannes Nepomuk am Turm der Wallfahrtskapelle:
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
• Das Gnadenbild Maria Stampfanger, eine sitzende Maria mit Kind, in der Wallfahrtskapelle Stampfanger in Söll in Tirol:
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
Söll liegt in einem Talkessel des Sölllandls im Bezirk Kufstein, Tirol.
Über die Wallfahrtskapelle Stampfanger, auch Wallfahrtskapelle Stampfangergraben, in Söll.
Die Kapelle auf einem steil aufragenden Felsen wurde um 1670 errichtet und 1757 umgestaltet. 1989 wurde sie renoviert und erhielt einen gedeckten hölzernen Vorbau nach Plänen von Peter Schuh. Dem barocken Zentralbau des 17. Jahrhunderts über oktogonalem Grundriss mit schindelgedecktem Zeltdach ist nordwestlich der aus dem 18. Jahrhundert stammende, massive Turm mit schindelgedeckter Zwiebelhaube sowie der polygonal geschlossene Altarraum mit ausgerundeten Fenstern vorgelagert. Am Turm befinden sich großflächige Fresken des hl. Johannes Nepomuk (Norden) und des Gnadenbildes Maria mit Kind (Westen). Das Innere weist ein Schirmgewölbe mit Perlschnurgraten über Konsolen und einen kreuzgratgewölbten Altarraum auf.
Auf dem Altar von 1757 befindet sich das Gnadenbild, eine sitzende Madonna mit Kind. Die Kapelle ist auf der Ostseite über eine gedeckte Holzbrücke erschlossen. Vor der Brücke auf einem kleinen Vorplatz steht eine barocke Kreuzgruppe aus dem 18. Jahrhundert, die aus drei Holzkreuzen mit Christus und den beiden Schächern besteht.
Die Legende berichtet, dass eine Mutter mit ihrem Kind in andächtigem Gebet vor einem Muttergottesbild verweilte, um für die Ernte von Waldfrüchten zu danken und den Segen für Familie und Dorf zu erbitten. Als plötzlich ein schlimmes Gewitter aufzog, das den Stampfangerbach zu tosendem Wildbach anwachsen ließ, erflehte die Mutter den Schutz der allmächtigen Himmelskönigin und siehe - welch ein Wunder- da löste sich ein gewaltiger Felsblock vom Hang, polterte in die reißende Sturzflut und rettete damit Mutter und Kind sowie das naheliegende Dorf. Die Bevölkerung erbaute zum Dank ein kleines Kirchlein "auf dem Stein", der es einst vor Unheil und Untergang bewahrte.
Die historischen Quellen nennen als Erbauer einen Müllermeister namens Christian Pelhamer, der das Kirchlein 1671 (vor 350 Jahren) mit kunstvoll gefertigtem Altar, zahlreichen Gemälden (aus dem Leben der Gottesmutter) und ansehnlicher Architektur ausgestattet hat. Mit vielen Votivtafeln wird eine überaus rege Wallfahrertradition bezeugt.
Besonders wertvoll dabei sind 2 großformatige Votivtafeln, die Schützenhauptmann Josef Rainer zum Dank für die glückliche Heimkehr aus den Freiheitskriegen um 1809 gestiftet hat. Um 1990 ist die beliebte Wallfahrtskirche mit überdachtem Verbindungsbau erweitert, großzügig renoviert und die Fresken am Kirchturm (Muttergottes mit Kind, hl. Johannes von Nepomuk - der "Wasserheilige") erneuert worden.
- DDr. Matthias Mayer Der Tiroler Anteil des Erzbistums Salzburg - kirchen- und kunstgeschichtlich, 10. Heft: Das Sölland - Söll / Scheffau / Ellmau Seiten 92 – 94.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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