Kirchbichl, Mariahilf auf dem Grattenbergl

Schnellüberblick
Wallfahrt:Kleiner lokaler Mariahilf-Wallfahrtsort auf dem Grattenbergl.
Status:Historischer lokaler Wallfahrts- und Andachtsort; Kapelle meist geschlossen.
Kultzentrum:Kopie des Gnadenbildes Mariahilf am Hochaltar unter einem Baldachin.
Ort:Kirchbichl
Region:Tiroler Unterland
Bundesland:Tirol
Lage und Besuch
•Lage: Grattenbergl 1, 6322 Kirchbichl
•Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tiroler Unterland
•Ansicht in Street View (Luftbild)
•Web: Pfarre Kirchbichl
•Öffnungszeiten: Meist geschlossen!
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Bilddokumentation

• Grattenbergl, Bruckhäusl, Tiroler Jakobsweg:

Grattenbergl, Bruckhäusl, Tiroler Jakobsweg

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

• Kapelle am Grattenbergl:

Kapelle am Grattenbergl

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Ausführliche Beschreibung

Die Mariahilf-Kapelle am Grattenbergl steht in Kirchbichl im Tiroler Unterland, auf dem weithin sichtbaren Grattenbergl oberhalb des Inntales. Schon die Lage macht den Ort bemerkenswert: Das kleine Kirchlein steht nicht im Dorf, sondern auf einer freien Anhöhe, von der sich der Blick über Kirchbichl, Wörgl und die umliegende Berglandschaft öffnet.

Der heutige Bau wurde 1737/38 errichtet und ersetzte einen älteren hölzernen Vorgängerbau von 1711. Damit gehört die Kapelle in jene barocke Zeit, in der viele kleine Tiroler Gnadenorte baulich gefestigt und als Kapellen oder Kirchlein neu gestaltet wurden. Das zweijochige Kirchenschiff besitzt eine Stichkappentonne, und am Hochaltar befindet sich unter einem Baldachin eine Kopie des Gnadenbildes Mariahilf.

Volkskundlich ist vor allem die Verbindung von Berglage und Mariahilf-Verehrung interessant. Das berühmte Mariahilf-Motiv, in Tirol besonders durch das Innsbrucker Mariahilfbild vertraut, wurde in vielen Kirchen, Kapellen, Häusern und Wegheiligtümern verehrt. Auf dem Grattenbergl erscheint Maria als Helferin in den alltäglichen Nöten der Menschen: Krankheit, Gefahr, Familienleid, Erntesorgen, Weggefahr und persönliche Bedrängnis. Gerade solche kleinen Mariahilf-Kapellen zeigen, wie stark die große Marienverehrung in die lokale Landschaft und in die häuslich-dörfliche Frömmigkeit übersetzt wurde.

Das Grattenbergl selbst ist älter als die Kapelle und für Kirchbichl historisch bedeutsam. Die Gemeinde Kirchbichl nennt es einen aufsteigenden Felskopf südlich des Ortes und verweist darauf, dass sich dort die größte befestigte hallstattzeitliche Siedlung Nordtirols befand. Dadurch steht die Mariahilf-Kapelle auf einem Platz, der lange vor der christlichen Wallfahrt schon als markanter Höhenort im Talraum wahrgenommen wurde.

In jüngeren lokalen Beschreibungen wird das Grattenbergl auch als beliebter Aussichtspunkt und als Naturdenkmal genannt; außerdem werden dort neben der Mariahilf-Kapelle ein Denkmal für gefallene Feuerwehrkameraden und ein Mahnmal zur Schlachtzeit um Andreas Hofer erwähnt. Solche Erinnerungszeichen zeigen, dass das Bergl nicht nur ein religiöser Ort ist, sondern ein kleiner Erinnerungsraum der Gemeinde: Kapelle, Aussicht, Natur, Ortsgeschichte und Gedenken liegen eng beieinander.

Ein kleiner Tiroler Mariahilf-Wallfahrtsort auf geschichtsträchtiger Anhöhe: entstanden aus einer hölzernen Kapelle von 1711, 1737/38 als barockes Kirchlein erneuert, mit Mariahilf-Gnadenbild unter einem Baldachin und starkem landschaftlichem Bezug zum Unterinntal. Seine Bedeutung liegt weniger in einer großen Mirakelgeschichte als in der stillen örtlichen Wallfahrt: Man steigt auf das Bergl hinauf, betet vor dem Mariahilfbild, schaut ins Tal und verbindet persönliche Anliegen mit einem alten, weithin sichtbaren Platz der Gemeinde Kirchbichl.

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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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