| Wallfahrt: | Hochfilzen, Pfarrkirche Maria Schnee |
| Status: | Lebendiger Wallfahrts- und Andachtsort. |
| Kultzentrum: | Leider ist über Herkunft und Alter des Gnadenbildes weniger bekannt als bei vielen anderen Tiroler Marienwallfahrten. |
| Ort: | Hochfilzen |
| Region: | Tiroler Unterland |
| Bundesland: | Tirol |
| • | Lage: Dorf, 6395 Hochfilzen. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tiroler Unterland |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Pfarre Hochfilzen |
| • | Öffnungszeiten: tagsüber frei zugänglich. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Schnee steht im Ortszentrum von Hochfilzen. Sie gehört zu den jüngeren Marienwallfahrten Tirols, deren Entstehung eng mit dem Bergbau im Pillerseer Raum verbunden ist. Bevor Hochfilzen eine eigene Kirche erhielt, mussten die Bewohner zum Gottesdienst nach St. Adolari oder später nach St. Ulrich am Pillersee gehen. Erst 1682 wurde die Errichtung einer Loretokapelle genehmigt. Noch im selben Jahr begannen Wallfahrten der Bergleute aus Fieberbrunn und Leogang nach Hochfilzen.
Bereits 1686 erhielt die Kapelle einen bedeutenden päpstlichen Gnadenbrief. Für das Fest Maria Schnee wurde ein vollkommener Ablass verliehen, der im 18. Jahrhundert mehrfach erneuert wurde. Diese Ablassverleihung war ein entscheidender Impuls für die Entwicklung der Wallfahrt und erklärt, warum sich anstelle des ursprünglichen Loreto-Patroziniums allmählich der Titel "Maria Schnee" durchsetzte.
Mit dem wachsenden Pilgerstrom genügte die kleine Kapelle bald nicht mehr. Deshalb entstand 1745/46 eine barocke Kirche, gleichzeitig wurde eine eigene Kuratie eingerichtet. 1891 wurde Hochfilzen schließlich zur selbständigen Pfarre erhoben. Der heutige Bau erhielt sein Aussehen durch den großen Umbau von 1960 bis 1965, bei dem das barocke Langhaus erweitert wurde. Vom ursprünglichen Bau blieben wesentliche Teile des Mauerwerks erhalten; der frühere Chor dient heute als Sakristei.
Der eigentliche Mittelpunkt der Wallfahrt war die Gnadenmutter von Hochfilzen, die bis heute über dem Hochaltar verehrt wird. Leider ist über Herkunft und Alter des Gnadenbildes weniger bekannt als bei vielen anderen Tiroler Marienwallfahrten. Die historische Bedeutung ergibt sich vielmehr aus der kontinuierlichen Verehrung und den zahlreichen überlieferten Pilgerzügen. Besonders die Fieberbrunner Eisenknappen pilgerten jedes Jahr am 5. August, dem Fest Maria Schnee, in feierlicher Prozession nach Hochfilzen, um für den Schutz bei ihrer gefährlichen Arbeit zu danken. Diese Knappenwallfahrt blieb bis 1901 offiziell bestehen.
Von besonderem volkskundlichem Interesse ist eine Votivtafel über die Heilung eines taubstummen Mädchens im Jahr 1869, die sich noch bis vor wenigen Jahrzehnten in der Kirche befand. Sie belegt, dass Hochfilzen nicht nur Ziel von Bittprozessionen war, sondern auch als Gnadenort mit Wunderheilungen angesehen wurde.
Die josephinischen Reformen brachten einen deutlichen Einschnitt. 1784 wurden Wallfahrten vorübergehend verboten, wodurch auch jene nach Hochfilzen stark zurückgingen. Dennoch riss die Tradition nie ganz ab. Noch im 20. Jahrhundert sind Bittgänge aus Fieberbrunn belegt, und seit einigen Jahren bemüht sich die Pfarre bewusst um eine Wiederbelebung der historischen Wallfahrt. Heute liegt Hochfilzen zudem am Pinzgauer Marienweg, sodass wieder regelmäßig Pilgergruppen in der Kirche Station machen.
Volkskundlich nimmt Hochfilzen eine interessante Zwischenstellung ein. Einerseits handelt es sich um eine Marienwallfahrt, andererseits spielte der Bergbau für ihre Entstehung eine entscheidende Rolle. Die jährlichen Knappenprozessionen verbinden die Frömmigkeit der Bergleute mit der Marienverehrung und zeigen, wie eng religiöses Leben und Arbeitswelt im Pillerseer Raum miteinander verflochten waren. Gleichzeitig war Hochfilzen nicht nur Ziel, sondern auch Ausgangspunkt weiterer Wallfahrten, insbesondere nach Maria Kirchental. Diese Funktion als Wallfahrtsknoten ist für Tirol eher ungewöhnlich.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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