| Wallfahrt: | Fügenberg, Filial- und Wallfahrtskirche St. Pankraz |
| Status: | Historischer Wallfahrts- und Andachtsort im Tiroler Unterland. |
| Kultzentrum: | Von besonderer Bedeutung für die Wallfahrt ist eine Kopfreliquie des hl. |
| Ort: | Fügenberg |
| Region: | Tiroler Unterland |
| Bundesland: | Tirol |
| • | Lage: St. Pankraz-Weg 130, 6264 Fügenberg. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tiroler Unterland |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Seelsorgeraum Uderns |
| • | Öffnungszeiten: |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
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Das Gnadenbild von St. Pankraz Fügenberg:
Am Hauptaltar im Schrein über dem Tabernakel Haupt des hl. Pankraz in einer Fassung um 1787.
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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St. Pankraz, Fügenberg - Zillertaler Krippe:
Eine ganzjährige Krippe befindet in der Kirche St. Pankraz. Sie wurde von Franz Xaver Nissl geschnitzt, eine weitere Besonderheit sind Figuren die in Tiroler Tracht gekleidet sind. So ist einer der Hirten an der Krippe deutlich als Tiroler erkennbar.
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
Die Filial- und Wallfahrtskirche St. Pankraz steht auf dem Pankrazberg oberhalb von Fügen im Zillertal. Durch ihre erhöhte Lage gehört sie zu den markantesten Kirchen des Tales und gilt als bedeutendste gotische Kirche des Zillertales. Gleichzeitig ist sie die einzige dem heiligen Pankratius geweihte Kirche Nordtirols, was ihrer Wallfahrt von Anfang an einen besonderen Charakter verlieh.
Eine Kirche zu Ehren des hl. Pankratius wird bereits 1338 urkundlich erwähnt. Der heutige Bau entstand zwischen 1494 und 1497 und wurde 1520 bis 1522 nach Westen erweitert. Stilistisch handelt es sich um einen hochrangigen spätgotischen Bau, dessen ausgewogene Proportionen und qualitätvolle Steinmetzarbeit ihn zu einem Meisterwerk der Tiroler Gotik machen.
Die Entstehung der Kirche hängt eng mit dem Bergbau im Zillertal zusammen. Auf dem Pankrazberg und im benachbarten Gebiet wurden über Jahrhunderte Erze gewonnen und verhüttet. Die Gemeinde Fügenberg überliefert, dass die Bergknappen die Kirche im 15. Jahrhundert nahe der Erzverhüttung errichteten. Damit war St. Pankraz nicht nur eine Dorfkirche, sondern zugleich das geistliche Zentrum einer bedeutenden Bergbaulandschaft.
Im Inneren besitzt die Kirche eine außergewöhnlich reiche Ausstattung. Der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre wurden 1697 vom bedeutenden Barockbildhauer Johann Michael Mayr aus Brixlegg geschaffen. Besonders bemerkenswert ist außerdem die große Zillertaler Weihnachtskrippe von Petrus Schmid dem Jüngeren aus dem Jahr 1763, die heute ganzjährig aufgestellt ist und zu den bekanntesten Krippen Tirols zählt.
Von besonderer Bedeutung für die Wallfahrt ist eine Kopfreliquie des hl. Pankratius, die sich im Hochaltar befindet. Sie stammt aus der berühmten Waldauf'schen Heiltumssammlung in Hall in Tirol. Der Seelsorgeraum Fügen berichtet, dass diese Reliquie früher bei Flurumgängen mitgeführt wurde. Mit ihr segnete man die Felder und bat um Schutz vor Mäuseplagen und anderen Schäden der Landwirtschaft. Damit erhält die Wallfahrt einen ausgesprochen bäuerlichen Charakter, der sich deutlich von den zahlreichen Marienwallfahrten Tirols unterscheidet.
Volkskundlich nimmt St. Pankraz deshalb eine besondere Stellung ein. Der heilige Pankratius gehört zu den sogenannten Eisheiligen und wurde seit dem Mittelalter als Schutzpatron der Felder, des Viehs und der jungen Saat verehrt. Im Zillertal verband sich diese Heiligenverehrung mit den Anliegen der Bergbauern und Bergknappen. Die Reliquie wurde nicht nur verehrt, sondern aktiv in Flursegnungen eingesetzt. Dadurch entstand eine Wallfahrt, die weniger auf Wunderheilungen als auf Schutz der Ernte, Fruchtbarkeit des Bodens und Bewahrung vor Natur- und Schädlingsschäden ausgerichtet war.
Ein altes Wallfahrtsmotiv im 18. Jahrhundert war das Vertreiben der Mäuse mit dem Bild des hl. Pankratius.
Ebenso bemerkenswert ist die landschaftliche Lage der Kirche. Sie erhebt sich weithin sichtbar über dem Talboden und bildet bis heute einen markanten Orientierungspunkt. Solche Höhenkirchen besitzen in Tirol häufig auch eine symbolische Funktion: Der beschwerliche Aufstieg wird Teil der Wallfahrt, während die erhöhte Lage den Ort als geistliches Gegenüber zur alltäglichen Welt erscheinen lässt.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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