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Die Wallfahrtskirche am Marienberg, auch Marienbergl genannt, liegt westlich oberhalb von Fügen im Zillertal, am Waldrand auf einer Anhöhe. Die Kirche ist der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau Maria, also der Unbefleckten Empfängnis, geweiht. Durch ihre Lage über dem Ort wirkt sie nicht wie eine gewöhnliche Dorfkirche, sondern wie ein kleines Ziel der Andacht, das man bewusst aufsucht. Von Fügen führt der Weg hinauf zur Kirche; sieben Bildstöcke beziehungsweise Kapellen begleiten den Wallfahrer und erinnern an die sieben Schmerzen Mariens. Errichtet wurde die Kirche in den Jahren 1715 bis 1721 als Stiftung des Fügener Schlossherrn Johann Michael Graf Fieger und seiner Gemahlin Philippine Zech. 1721 wurde sie vom Brixner Fürstbischof Kaspar Ignaz von Künigl geweiht. Weil sie vom Schlossherrn gestiftet wurde, begegnet auch die Bezeichnung "Capella Fiegeriana". Ein ursprünglich geplanter kleiner klösterlicher Hospizbau neben der Kirche kam nicht zustande. Die eigentliche Wallfahrt soll um 1730 entstanden sein. Bemerkenswert ist, dass das Kirchlein keinen eigenen größeren Grundbesitz hatte, aber durch Spenden, Naturalien, Vermächtnisse, Sammel- und Opfergelder ein beachtliches Vermögen erlangte. Das zeigt, dass der Marienberg für die Bevölkerung nicht nur ein hübsches Barockkirchlein war, sondern ein ernst genommener Ort des Gebetes, der Bitte und der Dankbarkeit. Auch ein vierzigtägiger Ablass am Kirchweihfest, dem Sonntag nach Johannes dem Täufer, trug zur religiösen Bedeutung bei. Kunstgeschichtlich gehört der Bau zu den reizvollen kleinen Rund- beziehungsweise Zentralbauten Tirols. Der Grundriss beschreibt ein längliches Achteck; der Innenraum ist reich mit Stuck geschmückt, und die Medaillons der Decke zeigen Szenen aus dem Leben Christi und Mariens. Der Hochaltar wird mit der Werkstätte des Brixlegger Künstlers Michael Mayr verbunden. Als marianischer Mittelpunkt werden in den Quellen eine barocke Maria-Immaculata-Darstellung sowie eine alte russische Madonnenikone genannt; gerade diese Verbindung von westlicher Barockfrömmigkeit und östlich wirkender Ikonendarstellung macht den Altar besonders interessant. Volkskundlich wichtig ist vor allem der Wegcharakter: Man geht vom Dorf hinauf zum Marienberg, vorbei an den Kapellen der sieben Schmerzen Mariens. Damit wird die Wallfahrt nicht nur durch das Ziel, sondern durch den Aufstieg und die einzelnen Andachtsstationen geprägt. Lokale Beschreibungen bringen die Kirche auch mit der Marienbruderschaft der Bergknappen in Verbindung; das passt gut zum Zillertaler Umfeld und zur religiösen Welt der frühen Neuzeit, in der Stand, Beruf, Gefahr und Frömmigkeit eng zusammengehörten. In den Jahren 1972 bis 1977 wurde die Marienbergkirche gründlich renoviert, 1980 neu geweiht; später folgten weitere Arbeiten, unter anderem an Läutanlage, Kuppel, Schindeldach und Außenfassung. Nach der Restaurierung wurde das Marienbergl wieder ein vielbesuchter Andachtsort und auch eine beliebte Hochzeitskirche. Bis heute bleibt es ein stiller marianischer Ort über Fügen: weniger eine große überregionale Wallfahrt, aber ein charakteristischer Tiroler Gnadenort mit Fieger-Stiftung, Marienweg, barockem Zentralbau, Rosenkranzandacht und starker lokaler Bindung. |
| | Lage: Graf-Fieger-Weg 16, 6263 Fügen. Die Kirche liegt westlich oberhalb des Ortes am Waldrand. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tiroler Unterland |
| | Ansicht in Street View |
| | Web: Seelsorgeraum Uderns |
| | Geöffnet: täglich geöffnet, freier Eintritt. |
| | Außenansicht: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Hochaltar und Gnadenbild: Der Altar von 1720 birgt die Statue der Maria Immakulata sowie die Figuren des hl. Joachim und der hl. Mutter Anna. |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Gnadenbild: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Blick zur Decke: Die achteckige Kuppel ist mit Stuck und Fresken, die Szenen aus dem Leben Mariens wiedergeben, geschmückt. In der Laterne ist die Krönung Mariens dargestellt. |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Literatur zur Wallfahrt: |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |