| Wallfahrt: | Historische Wallfahrt zum Mariahilfbild in der Pfarrkirche St. Andreas. |
| Status: | Ehemalige Wallfahrt; entscheidender Niedergang nach dem Brand von 1703. |
| Kultzentrum: | Bekrönte Kopie des Mariahilfbildes von Lucas Cranach über dem Tabernakel des Hochaltars. |
| Ort: | Erl |
| Region: | Tiroler Unterland |
| Bundesland: | Tirol |
| • | Lage: Dorf 21, 6343 Erl. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tiroler Unterland |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Pfarre Erl |
| • | Öffnungszeiten: tagsüber frei zugänglich. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
Wir haben leider noch keine Fotos dieses Wallfahrtsortes.
Mit diesen und weiteren Fotomotiven können Sie hier zur Dokumentation beitragen.
Historisch bestand in der Kirche eine Wallfahrt zu einem Mariahilfbild. Das Gnadenbild ist eine bekrönte Kopie des berühmten Mariahilfbildes von Lucas Cranach und befindet sich als Aufsatzbild über dem Tabernakel des Hochaltars. Eine ältere Darstellung des "Marianischen Salzburg" erwähnt ausdrücklich das Mariahilfbild in der Erler St.-Andreas-Pfarrkirche.
Zu diesem Bild soll sich eine blühende Wallfahrt entwickelt haben. Sie endete beziehungsweise erlitt ihren entscheidenden Niedergang im Jahr 1703, als Erl während der Kämpfe des Spanischen Erbfolgekrieges niedergebrannt wurde und auch die Kirche schwer beschädigt wurde. Ein moderner Pilgerführer zur historischen Pilgerlandschaft an Inn und Donau bestätigt ebenfalls, dass zur Pfarrkirche St. Andreas in Erl gewallfahrtet wurde und das dortige Maria-Hilf-Bild das Ziel war.
Die Kirche selbst besitzt ein sehr hohes Alter. Bereits im arnonischen Güterverzeichnis von etwa 788 bis 790 wird in Erl eine Kirche erwähnt. Archäologische Grabungen von 1980 legten die Fundamente eines frühmittelalterlichen Saalbaus aus dem 8. Jahrhundert frei. Der heutige barocke Kirchenbau entstand 1681/82 und wurde 1698 geweiht. Nach Bränden von 1703 und 1809 wurde er mehrfach wiederhergestellt; die heutige Ausstattung stammt überwiegend aus dem frühen 19. Jahrhundert.
Den Mittelpunkt des Hochaltars bildet heute zwar der Kirchenpatron Andreas, doch das Mariahilfbild befindet sich weiterhin im Altaraufbau. Damit ist die ehemalige Wallfahrt in der Kirche materiell noch sichtbar, auch wenn sie nicht mehr als lebendige oder offiziell hervorgehobene Wallfahrt geführt wird.
Volkskundlich gehört Erl zu jener großen Gruppe von Mariahilf-Wallfahrten, die sich im 17. Jahrhundert im Einflussbereich des Innsbrucker Cranach-Bildes verbreiteten. Entscheidend war dabei nicht das Andreaspatrozinium der Kirche, sondern die Verehrung einer Mariahilfkopie innerhalb der Pfarrkirche. Der Brand von 1703 markiert offenbar den Bruch in dieser Kultentwicklung.
| Zurück zur Übersicht: Wallfahrt im Tiroler Unterland | |
| Zurück zur Übersicht: Wallfahrt in Tirol | |
| Zurück zur Gesamtübersicht Wallfahrt |
Wir bitten Sie um Ihre Mitarbeit mit Text- oder Bildzusendungen.
Ergänzungen: Wolfgang Morscher
© www.SAGEN.at