Brixlegg, Wallfahrtskirche Mariahilf / Kapelle Maria im Grünwald

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Wallfahrt:Brixlegg, Wallfahrtskirche Mariahilf / Kapelle Maria im Grünwald
Status:Historischer Wallfahrts- und Andachtsort im Tiroler Unterland.
Kultzentrum:Sie gehört zu den charakteristischen kleineren Marienwallfahrten des Tiroler Unterlandes und verdankt ihre Entstehung einer wunderhaften Überlieferung um eine Pietà.
Ort:Brixlegg
Region:Tiroler Unterland
Bundesland:Tirol
Lage und Besuch
•Lage: Mariahilfbergl 1, 6230 Brixlegg.
•Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tiroler Unterland
•Ansicht in Street View
•Web: Pfarramt Brixlegg
•Öffnungszeiten: ganzjährig tagsüber geöffnet.
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Ausführliche Beschreibung

Die Wallfahrtskirche Mariahilf, auch Kapelle Maria im Grünwald genannt, steht auf dem Mariahilfbergl oberhalb von Brixlegg. Sie gehört zu den charakteristischen kleineren Marienwallfahrten des Tiroler Unterlandes und verdankt ihre Entstehung einer wunderhaften Überlieferung um eine Pietà. Die Marktgemeinde Brixlegg bezeichnet sie ausdrücklich als Gnadenstätte und schildert den Beginn der Wallfahrt ungewöhnlich detailliert.

Der Ursprung der Wallfahrt liegt nach der Überlieferung im Jahr 1665. Damals soll eine Pietà, die neben der Landstraße gegenüber dem Siechenhaus von Rattenberg aufgestellt war, plötzlich verschwunden sein. Nach längerer Suche fand man sie im Grünwald oberhalb von Brixlegg wieder. Als man die Figur an ihren ursprünglichen Standort zurückbrachte, wiederholte sich das Verschwinden. Dieses mehrfache wundersame Auffinden wurde als göttlicher Hinweis verstanden, sodass man an der Fundstelle zunächst eine kleine hölzerne Kapelle errichtete.

Den ersten steinernen Bau stiftete Christine Durchholzerin, die Witwe eines Brixlegger Kupferschmieds. Ein Schreiben von 1681 belegt, dass sie die Holzkapelle auf eigene Kosten durch einen Mauerbau ersetzen ließ. Vollendet wurde das Kirchlein durch den Rattenberger Stadt- und Landrichter Matthias Bernhard Wiser, der auch für eine würdige Ausstattung sorgte. Um 1716 war die Kapelle fertiggestellt. Sie wurde dem St.-Josefs-Gotteshaus in Brixlegg einverleibt und erhielt die Erlaubnis, wöchentlich eine heilige Messe zu feiern.

Der Beginn der eigentlichen Wallfahrt lässt sich hier außergewöhnlich genau verfolgen. 1716 wird ausdrücklich berichtet, dass sich noch keine Votivtafeln in der Kapelle befanden. Bereits neun Jahre später werden jedoch 45 Votivtafeln erwähnt. Dieser rasche Zuwachs zeigt eindrucksvoll, wie schnell sich die Gnadenstätte zu einem vielbesuchten Wallfahrtsziel entwickelte. Solch genaue Angaben zum Anwachsen einer Wallfahrt sind in Tirol vergleichsweise selten.

Von Anfang an war mit der Kapelle auch eine Einsiedelei verbunden. Der Eremit betreute die Gnadenstätte und die Pilger. Erst das josephinische Hofdekret von 1782, mit dem sämtliche Einsiedeleien Tirols aufgehoben wurden, beendete diese Tradition. Die Kapelle wurde verkauft, gelangte jedoch 1861 wieder in kirchlichen Besitz. Damals setzte der Lokalkaplan Johann Baptist Perktold seinen Bruder Peter als Einsiedler ein. Der letzte Eremit, Anton Pflümmer, kam 1909 beim Brand seiner Klause ums Leben; die Kapelle selbst blieb erhalten.

Während des Zweiten Weltkriegs erlitt die Kirche bei einem Bombenangriff im April 1945 schwere Schäden. Die Wiederherstellung zog sich bis 1950 hin. In den Jahren 1981/82 erfolgte eine umfassende Restaurierung und Erweiterung der Wallfahrtskapelle.

Volkskundlich gehört Mariahilf im Grünwald zu jener großen Gruppe der "selbst den Ort erwählenden Gnadenbilder". Solche Erzählungen finden sich in ganz Mitteleuropa: Ein Marienbild oder Kruzifix kehrt nach einer Umsetzung immer wieder an denselben Platz zurück und gibt dadurch den göttlich bestimmten Bauplatz einer Kapelle zu erkennen. Diese Legenden gehören zu den klassischen Gründungsmythen von Wallfahrtsorten und verleihen dem Ort eine besondere Heiligkeit. In Brixlegg ist dieses Motiv besonders klar überliefert.

Bemerkenswert ist außerdem die Verbindung mit dem Siechenhaus von Rattenberg. Dass die Pietà ursprünglich dort stand, weist auf einen Zusammenhang mit der Kranken- und Armenfürsorge hin. Die spätere Verlegung auf den bewaldeten Hügel verwandelte eine Straßenandacht in eine eigentliche Wallfahrt. Ebenso typisch für Tirol ist die Verbindung von Gnadenstätte und Eremitentum. Der Einsiedler war nicht bloß Hüter der Kapelle, sondern oft auch geistlicher Ansprechpartner der Wallfahrer.

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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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