Brixlegg, Mehrn, Filial- und Wallfahrtskirche hl. Bartholomäus (Zwölfbotenkirche)

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Wallfahrt:Brixlegg, Mehrn, Filial- und Wallfahrtskirche hl. Bartholomäus (Zwölfbotenkirche)
Status:Lebendiger Wallfahrts- und Andachtsort.
Kultzentrum:Das Altarbild von Michael Waginger zeigt den heiligen Bartholomäus vor der Madonna; die Seitenaltäre stammen ebenfalls aus der Werkstatt Mayrs.
Ort:Brixlegg
Region:Tiroler Unterland
Bundesland:Tirol
Lage und Besuch
•Lage: gegenüber Faberstraße 7, Zimmermoos, 6230 Brixlegg.
•Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tiroler Unterland
•Ansicht in Street View
•Web: Pfarre Brixlegg
•Öffnungszeiten: tagsüber zugänglich.
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•Bilddokumentation
•Ausführliche Beschreibung

Bilddokumentation

• Ansicht Mehrn um 1905

Bad Mehrn bei Brixlegg um 1905

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Ausführliche Beschreibung

Die Filial- und Wallfahrtskirche hl. Bartholomäus in Mehrn, auch Zwölfbotenkirche genannt, steht auf einem kleinen Felsrücken im Ortsteil Mehrn der Marktgemeinde Brixlegg. Sie gehört zu den ältesten Kirchen des unteren Inntales und besitzt eine lange Wallfahrtstradition, die eng mit einer Heilquelle verbunden ist. Die Kirche ist dem heiligen Bartholomäus geweiht; daneben wurden seit dem späten 17. Jahrhundert auch die Vierzehn Nothelfer besonders verehrt.

Die Ursprünge reichen wahrscheinlich in das 11. oder 12. Jahrhundert zurück. Urkundlich erscheint die Kirche erstmals 1357, archäologische Untersuchungen vor der Restaurierung bis 2001 konnten jedoch Reste mehrerer Vorgängerbauten aus dem 12., 14. und 15. Jahrhundert nachweisen. Im Jahr 1661 ordnete das Salzburger Konsistorium eine umfassende Erweiterung an. Dabei blieb der gotische Chor mit dem Turm erhalten, während das Langhaus als barocker Saalbau neu errichtet wurde. Die feierliche Weihe erfolgte am 10. Juni 1698.

Die barocke Ausstattung ist ungewöhnlich geschlossen erhalten. Der Hochaltar entstand um 1688 als Frühwerk des Bildhauers Johann Michael Mayr. Das Altarbild von Michael Waginger zeigt den heiligen Bartholomäus vor der Madonna; die Seitenaltäre stammen ebenfalls aus der Werkstatt Mayrs. Besonders bemerkenswert ist auch das große Hinterglasbild Maria vom Guten Rat aus der Zeit um 1760.

Den eigentlichen Wallfahrtscharakter erhielt die Kirche durch eine Heilquelle, die ursprünglich hinter dem Hochaltar entsprang. Das Wasser wurde für Heilbäder und zur Krankenheilung verwendet und begründete eine örtliche Wallfahrt. Im Zusammenhang mit der wachsenden Verehrung der Vierzehn Nothelfer wurde die Quelle als "Vierzehn-Nothelfer-Wasser" bekannt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ die kirchliche Obrigkeit die Quelle unter dem Kirchenboden versenken, weil der Andrang der Pilger und die Wasserentnahme hinter dem Altar als unpassend empfunden wurden. Das Wasser trat danach am Fuß des Kirchenhügels wieder zutage und wird bis heute als Mehrner Heilwasser genutzt.

Volkskundlich ist Mehrn besonders interessant, weil sich hier Wallfahrt und Heilquelle unmittelbar verbinden. Solche Quellwallfahrten gehören zu den ältesten Formen der Volksfrömmigkeit und reichen häufig bis in vorchristliche Zeit zurück. Für Mehrn wird tatsächlich überliefert, dass sich an dieser Stelle bereits vor der ersten Kirche ein Quellheiligtum befunden habe. Diese Überlieferung lässt sich zwar historisch nicht sicher beweisen, sie passt jedoch gut zur Lage der Kirche unmittelbar über der Quelle und zur jahrhundertelangen Nutzung des Heilwassers. Die Verehrung der Vierzehn Nothelfer verstärkte den Ruf des Ortes als Heil- und Zufluchtsstätte zusätzlich.

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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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