| Wallfahrt: | Die Wallfahrtskapelle Sinnesbrunn Unsere Liebe Frau liegt oberhalb von Obtarrenz, auf etwa 1.520 Metern Seehöhe , unterhalb des Sinnesjochs, in einer Waldlichtung beziehungsweis... |
| Status: | Historischer und lokal weiter verehrter Marienwallfahrtsort. |
| Kultzentrum: | Gnadenbild der Muttergottes, ursprünglich an einem Baum verehrt. |
| Ort: | Tarrenz-Sinnesbrunn |
| Landesteil: | Tiroler Oberland |
| Bundesland: | Tirol |
| • | Lage: Sinnesbrunn, 6464 Tarrenz. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tiroler Oberland |
| • | Ansicht in Street View (Luftbild) |
| • | Web: Pfarre Tarrenz |
| • | Öffnungszeiten: tagsüber frei zugänglich. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
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Die Wallfahrtskapelle Sinnesbrunn Unsere Liebe Frau liegt oberhalb von Obtarrenz, auf etwa 1.520 Metern Seehöhe, unterhalb des Sinnesjochs, in einer Waldlichtung beziehungsweise Almwiese auf der nördlichen Seite des Gurgltales. Sie ist der Muttergottes geweiht und steht einige Kilometer nordöstlich von Obtarrenz, abseits des Dorfes in einer stillen Wald- und Weidelandschaft. Schon die Lage macht den Ort besonders: Man erreicht Sinnesbrunn nicht zufällig im Vorbeigehen, sondern über Wege, die den Charakter einer kleinen Bergwallfahrt haben.
Der Ursprung der Wallfahrt wird mit einem Gnadenbild der Muttergottes an einem Baum verbunden. Nach der bei der Gemeinde Tarrenz überlieferten Inschrift stand dieses Marienbild "von alten Zeiten" in diesem Wald auf einem Baum; besonders Bergknappen sollen zu den ersten und eifrigsten Verehrern gehört haben und dort immer wieder ein Lichtlein angezündet haben. Das ist volkskundlich sehr schön: Nicht eine große Kirche steht am Anfang, sondern ein Baum, ein Marienbild, Kerzen und die Frömmigkeit von Bergleuten.
Im Jahr 1777 errichtete Johann Gapp zu Ehren der Muttergottes eine erste kleine Kapelle. Der heutige Bau entstand 1829 durch Arbeit und Wohltätigkeit der benachbarten Gemeindeleute. Die Übertragung des Gnadenbildes am 26. Juli 1829 wird in der Tarrenzer Überlieferung ausgesprochen lebendig geschildert: Eine große Volksmenge nahm teil, es gab Freudentränen, feierlichen Musikklang und Böllerknallen; zugleich heißt es, vielen Menschen sei durch die Fürbitte Mariens in ihren Nöten geholfen worden.
Eine weitere, quellenkundlich vorsichtig zu behandelnde Legendenfassung erzählt von zwei frommen Knaben, die bei einem Baum mit Marienstatue Kerzen anzündeten und beteten. Als man diese Verehrung abstellen wollte und die Statue in eine bestehende Kapelle brachte, sei Maria durch den Schnee wieder an ihren angestammten Platz zurückgewandert; deshalb habe man dort eine eigene Andachtsstätte errichtet. Dieses Motiv ist für Wallfahrtssagen klassisch: Das Gnadenbild "wählt" seinen Ort selbst und kehrt dorthin zurück, wo es verehrt werden will.
Zur besonderen Bedeutung von Sinnesbrunn gehört auch die Quelle beim Kirchlein. Schon der Name "Sinnesbrunn" verweist auf das Wasser; eine traditionell gefasste Quelle, die auch als Tränke für Weidevieh dient. Verlässliche Aufzeichnungen über konkrete Heilungen durch das Wasser werden dort nicht genannt, aber gerade die Verbindung von Marienbild, Baum, Quelle, Waldlichtung und Almweide macht den Ort volkskundlich stark.
Der heutige Bau ist schlicht, aber typisch für eine kleine Tiroler Wallfahrtskapelle: ein zweijochiger Mauerbau mit dreiseitig schließendem Chor, Satteldach und hölzernem Dachreiter. Im Inneren befindet sich ein kleines Gnadenbild der Madonna mit Kind, nach der Denkmalbeschreibung eine Figur des 18. Jahrhunderts in einem Glasschrein. Damit bleibt die Kapelle ganz auf das Gnadenbild konzentriert; große barocke Pracht ist hier weniger wichtig als die stille Verehrung an einem abgelegenen Ort.
Auch der Weg ist Teil der Wallfahrt. Von Kappakreuz beziehungsweise vom Bereich Gasthof Waldrast führt ein Weg über Kreuzwegstationen durch Föhrenwald, Lichtungen und steilere Waldpassagen hinauf zur Kapelle. Almenrausch beschreibt den Anstieg ausdrücklich als Wanderung über den Kreuzweg zur Wallfahrtskapelle Sinnesbrunn; der Starkenberger Panoramaweg erwähnt zudem kleine Opferstöcke und den Brauch, bei der Kapelle die Glocke zu ziehen. Solche Details zeigen, dass Sinnesbrunn nicht nur ein Ziel, sondern ein ganzer kleiner Andachtsweg ist.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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