Serfaus, Wallfahrtskirche Mariä Opferung

Schnellüberblick
Wallfahrt:Die Wallfahrtskirche Mariä Opferung in Serfaus , auch Unsere Liebe Frau im Walde genannt, steht im alten Kirch- und Friedhofsbereich von Serfaus, unmittelbar neben der heutigen...
Status:Historischer Marienwallfahrtsort; das alte Gnadenbild blieb erhalten.
Kultzentrum:Romanisches Gnadenbild der Muttergottes, datiert etwa zwischen 990 und 1170.
Ort:Serfaus
Landesteil:Tiroler Oberland
Bundesland:Tirol
Lage und Besuch
•Lage: bei Kirchgasse 1, 6534 Serfaus.
•Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tiroler Oberland
•Ansicht in Street View (Luftbild)
•Web: Pfarre Serfaus
•Öffnungszeiten:
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•Ausführliche Beschreibung

Bilddokumentation

• Außenansicht Kirchturm:

Kirchturm Serfaus, Wallfahrtskirche Mariä Opferung

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Ausführliche Beschreibung

Die Wallfahrtskirche Mariä Opferung in Serfaus, auch Unsere Liebe Frau im Walde genannt, steht im alten Kirch- und Friedhofsbereich von Serfaus, unmittelbar neben der heutigen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und dem freistehenden gotischen Kirchturm. Das Patrozinium ist "Unsere Liebe Frau in Jerusalem" ("Mariä Opferung") in der Wallfahrtskirche.

Die Kirche gehört nach Angaben der Gemeinde Serfaus zu den ältesten Kirchen Tirols. An romanische Bauformen erinnern Grundriss, Flachdecke und einzelne Bauteile; bei Restaurierungen um 1960 wurden außerdem Fresken aus dem 14. Jahrhundert freigelegt. Im Fußbodenbereich kamen Reste eines sehr alten Vorgängerbaues zum Vorschein, was den Kirchplatz zusätzlich als besonders alten Sakralort erscheinen lässt.

Im Mittelpunkt der Wallfahrt steht das romanische Gnadenbild der Muttergottes, das zwischen etwa 990 und 1170 datiert wird. Die Madonna hält in der rechten Hand einen Apfel, der als Symbol der Taufe gedeutet wird. Gerade dieses hohe Alter der Figur macht Serfaus zu einem bemerkenswerten Mariengnadenort im Tiroler Oberland: Die Wallfahrt beruht hier nicht auf einer neuzeitlichen Erscheinung oder einem Bründl, sondern auf der Verehrung einer sehr alten Marienstatue.

Die spätere Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt entstand um 1500 im gotischen Stil. Der Anlass war nach der örtlichen Darstellung das starke Bevölkerungswachstum, das mit Güterteilung und dem um 1450 einsetzenden Bergbau auf Komperdell zusammenhing; die ältere Kirche, also die heutige Wallfahrtskirche, war zu klein geworden. So stehen in Serfaus zwei Schichten der Kirchengeschichte unmittelbar nebeneinander: die alte Gnaden- und Wallfahrtskirche und die größere spätgotische Pfarrkirche.

Volkskundlich besonders reizvoll ist die alte Bezeichnung "Maria im Walde". Nach der überlieferten Wallfahrtstradition war dies der Name der Ursprungskapelle, in der die Gnadenstatue einst verehrt wurde; als Nachfolgebau dieser Ursprungskapelle wird heute auch das Georgskirchlein im weiteren Umkreis von Serfaus angesehen. Das Gnadenbild wird daher auch "Unsere Liebe Frau im Walde auf Matschöl zu Serfaus" genannt.

Ein wichtiger Einschnitt war das Jahr 1760: Nach der Wallfahrtsüberlieferung entging die alte Kirche damals dem Abbruch, und die Gemeinde übernahm das Gotteshaus. Das passt gut zu vielen Tiroler Gnadenorten, bei denen die Bevölkerung trotz wechselnder kirchlicher und administrativer Interessen an einem vertrauten Heiligtum festhielt. Für Serfaus bedeutet das: Die alte Kirche blieb nicht bloß als überflüssiger Vorgängerbau stehen, sondern wurde als Wallfahrtskirche und Trägerin des Gnadenbildes weitergeführt.

Zur besonderen Wirkung des Ortes gehört auch das Ensemble aus Wallfahrtskirche, Pfarrkirche, Friedhof und freistehendem Turm. Der Friedhof reicht nach der Denkmalliste in das 13. und 14. Jahrhundert zurück; der westlich vor der Wallfahrtskirche stehende Turm wurde urkundlich 1497 erbaut und besitzt noch spätgotische Formen. Dadurch entsteht ein dichtes kirchliches Areal, in dem Wallfahrt, Pfarrleben, Totengedenken und Ortsgeschichte unmittelbar nebeneinander liegen.

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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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