| Wallfahrt: | Die Kreuzkapelle in Sautens , auch Heilig-Kreuz-Kapelle genannt, liegt westlich des Ortes im Bereich des Sautner Forchets , am alten Weg Richtung Roppen. |
| Status: | Historischer lokaler Kreuzwallfahrtsort. |
| Kultzentrum: | Heilig-Kreuz-Kult am alten Wallfahrtsplatz im Sautner Forchet. |
| Ort: | Sautens |
| Landesteil: | Tiroler Oberland |
| Bundesland: | Tirol |
| • | Lage: Dorfstraße, 6432 Sautens. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tiroler Oberland |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Pfarre Sautens |
| • | Öffnungszeiten: |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
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Die Kreuzkapelle in Sautens, auch Heilig-Kreuz-Kapelle genannt, liegt westlich des Ortes im Bereich des Sautner Forchets, am alten Weg Richtung Roppen. Heute ist sie auch als Ausgangspunkt von Wanderwegen durch das Forchet bekannt; der "rote Weg" des Sautner Forchets beginnt ausdrücklich bei der Kreuzkapelle. Das Gebiet selbst liegt am westlichen Rand des gewaltigen Tschirgant-Bergsturzes und wird vom Naturpark Ötztal als naturbelassenes, wildes Bergsturzgebiet beschrieben. Dadurch steht die Kapelle nicht einfach irgendwo am Straßenrand, sondern an einem landschaftlich sehr markanten Ort zwischen Dorf, Wald, Felsen, Weg und Bergsturzlandschaft.
Der Ursprung der Wallfahrt ist historisch belegt, ua. weil eine kurze Chronik aus dem Pfarrarchiv Sautens erhalten ist. Nach einer Tafel in der Kapelle mit der Überschrift "Beschreibung dieser Wallfahrt" stand an dieser Stelle bereits im 16. Jahrhundert ein einfaches Holzkreuz mit einem Christusbild. Dieses Kreuz zog nach und nach immer mehr Andächtige an, sodass zwei Bauern, Josef Ennemoser vom Pirchhof und Johann Gritsch von Ramlstein, beschlossen, eine offene Kapelle zu errichten.
Diese erste Kapelle stürzte nach der Überlieferung ohne erkennbare äußere Ursache ein. Daraufhin schlossen sich mehrere Leute zusammen, und im Jahr 1774 entstand ein größeres Kirchlein. Eine zweite Quelle innerhalb derselben Pfarrchronik, das Calendarium Ecclesiasticum pro Capellaria Sautensi ab 1826, berichtet etwas anders: Bis 1782 habe das Kreuz noch frei an diesem Platz gestanden, danach sei auf Kosten der beiden genannten Bauern und mit Hilfe von Gemeindeleuten und Nachbarn die bestehende Kapelle von Grund auf gebaut worden. Die Chronik löst diesen scheinbaren Widerspruch plausibel: Die Kapelle dürfte 1774 im Rohbau entstanden und 1782 vollständig vollendet worden sein; dazu passt auch die Signatur des Malers Antoni Hechenberger 1782 im Kapellengewölbe.
Volkskundlich ist die Kreuzkapelle vor allem deshalb interessant, weil hier nicht Maria, ein Bründl oder eine Heiligenfigur im Mittelpunkt steht, sondern ein Christusbild am Kreuz. Aus einem einfachen Wegkreuz wurde durch wiederholte Andacht, Gebet und den Zustrom von Menschen ein kleiner Wallfahrtsort. Das ist eine sehr typische Form ländlicher Frömmigkeit: Ein Kreuz am Weg wird nicht nur als Zeichen des Glaubens aufgestellt, sondern im Lauf der Zeit als Ort besonderer Hilfe, Fürbitte und Erinnerung erfahren.
Auch die Lage im Forchet gibt dem Ort Gewicht. Das Sautner Forchet ist Teil der Bergsturzlandschaft des Tschirgants; es handelt sich um eine Naturoase, reich an Artenvielfalt. Eine Kreuzkapelle in einer solchen Landschaft wirkt fast wie ein religiöser Ankerpunkt: Sie markiert den Übergang vom Dorf in den Wald, vom bewohnten Raum in eine wilde, sagenhafte Naturzone.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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